Arbeitsmittel / Means for work > Messgeräte, Detektoren / Measuring devices, Detectors
Ein Smartphone als Geigerzähler...
cmd.powell:
--- Zitat von: Krizu am 05 Jul 12, 07:20 ---Hi,
du beschreibst gerade die EDX ;-)
MfG
Frank
--- Ende Zitat ---
Naja logisch, nichts anderes macht ein EDX auch. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob mit dem normalen Silicium aus den üblichen Kamerachips auch Röntgenstrahlung nachgewiesen werden kann, ist vielleicht einen Versuch wert.
Der Haken bei der Sache ist, und das erklärt auch die Ernüchterung von Stefan, das die richtigen Detektoren natürlich auch speziell für diesen Zweck hergestellt werden und entsprechend optimiert sind. So weisen die Halbleiterdetektoren zwar wie jede "normale" Diode einen PN-Übergang auf, jedoch ist die n-dotierte Zone überverhältnismäßig groß, da hier durch die Strahlung frei Ladungsträger gebildet werden sollen. Der PN-Übergang, welcher eine Diode darstellt, wird dann in Sperrichtung betrieben und die durch die Strahlung gebildete Ladung (Elektron-Loch-Paar) erzeugt einen auswertbaren "Energieimpuls", welcher zugleich äquivalent zur Teilchenenergie ist (ein hochenergetische Teilchen erzeugt mehr Elektron-Loch-Paare als ein niederenergetischen Teilchen). Bei "normalen" Dioden (oder anderen Halbleiterbauelementen) kommt es aber auf den PN-Übergang an, somit haben sie nur eine kleine und sehr begrenzte Zone, in der sich diese Ladungen bilden können. Hinzu kommt noch, das die energiereichen Teilchen die PN-Übergänge zerstören können, wodurch irgendwann die Diode (oder was auch immer) ausfällt. Kurz gesagt: Wenn man seinen Kamerachip als Geigerzähler missbraucht, miss man letztlich nur Leckströme, welche durch die Teilchen erzeugt werden und die letztlich davon zeugen, das man sich seine PN-Übergänge bzw. die Oxidisolationen in den einzenen Photoelementen langsam aber sicher kaputtschiesst. Möglicherweise ist das sogar das Einzige, was diese Kamerachips in punkto Strahlung erfassen: Kurzschlüsse in den einzelnen Photoelementen ! Ok, das passiert auch durch die natürliche Umgebungsstrahlung, aber wenn man rumexperimentiert hällt man ja auch gerne mal die Pechblendestufe über den Sensor und das ist nicht so gut für Selbigen.
Naja, solange man das nicht mit seiner neuen EOS 5D Mark III macht :P
Alcest:
Hallo,
ich bin mittlerweile dazu gekommen, den kleinen Uraninit aus dem Eingangspost auf Tuchfühlung mit einem Berthold-Laborgerät gehen zu lassen.
Dieser gab mir über einige Minuten eine Gammadosis von 20-25 uSv/h an, die App schwankt zwischen 30 und 50. Wissenschaftlich ist das nicht,
zwischen Nichtstrahler und Strahler lässt sich jedoch stets zuverlässig unterscheiden.
Bei speziell gebauten Proben (Sr-90 oder Co-60) (abgesehen von einer Seite allseitig abgeschirmt) lag das Handy interessanterweise noch näher am teuren Gerät. Da haben die Physiker nicht schlecht gestaunt.
Auch nach einigen mSv, die das Handy mittlerweile geschluckt haben muss, geht es ihm nach wie vor prächtig. Unter den Untersuchungskandidaten war auch ein 500g Uraninit-Bruchstück, das 1h lang bei mehreren hundert uSv/h Dauerfeuer auf den Sensor ausübte - mit konstanten Werten.
cmd.powell:
Hi
Interessante Ergebnisse. Hast Du mal Dunkelfeldaufnahmen mit der Kamera vor und nach dem "Dauerfeuer" gemacht. Mit der Zeit sollten die "Heißen Pixel" mehr werden...
Alcest:
Hallo,
was meinst du mit Dunkelfeldaufnahmen?
Wenn ich ein komplett weißes Bild (durch starkes LED-Licht) fotografiere, habe ich keine schwarzen Punkte, bei Dunkelheit ist auch alles konstant schwarz.
Krizu:
Hallo,
Dunkelaufnahmen sind Aufnahmen mit etwa 1min Belcihtungsdauer ganz ohne Licht. Ggf muss der Kontrast erhöht werden, dann sieht man bei mehreren Aufnahmen immer die gleichen Pixel hell leuchten. Das sind Hot-Pixel.
MfG
Frank
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