Hallo,
entgegen der allhelligen positiven Meinung war ich zunächst etwas, na, nicht direkt enttäuscht, aber so richtig überzeugt nun auch nicht. Vielleicht schleicht sich so ein wenig Routine ein. Was aber dieses Mal wirklich schön war, dass man so viele Namen aus dem Atlas endlich mal Gesichtern zuordnen konnte. Gute Gespräche waren garantiert und der Spaß kam auch nicht zu kurz (besonders gegen Ende, befeuert durch einige Flaschen sächsischer Braukunst).
Wie üblich war es bis 12 Uhr recht trubelig, wenn es mir auch so schien, als wären es dieses Jahr weniger Besucher gewesen. Nachmittags war kaum noch etwas los. Die erste Runde brachte kein einziges Stück für die Sammlung zutage, nach weiteren Rundgängen trudelte aber dies und das ein. Was weniger als früher im Angebot war, waren Stufen mit historischen Etiketten (oder sie waren bei meinem Eintreffen schon alle verkauft). Aber dennoch war das Angebot wieder breit. Aufgefallen sind ein, zwei Stände mit böhmischen Mineralen für gute Preise: tiefgrüne Apatite, hochglänzende Kassiterite und Scheelite sowie Bismuthinite von Krupka. Eine kopfgroße, gut mit xx besetzte Stufe war für unter 50 Euro zu haben.
Regionales Material gab es auch gar nicht so viel. Von der Grube Romanus/Siebenlehn konnte ich eine Stufe mit Proustit xx, Argentopyrit xx und Ganomatit erwerben, ferner eine Zykait-Handstufe von der Reichen Zeche, eine historische Pyritstufe von der Christbescherung und einen netten Pyro von Clausnitz. Aber das war es auch schon. Gesehen habe ich noch Arsen und Argentit von Obergruna und zwei, drei dreckige und dementsprechend preislich annehmbare Matrixstufen mit Silberlocken (u.a. mit roter Zinkblende von der Mordgrube).
Sonstiges Erzgebirgsmaterial gab es natürlich wie immer viel. Zwei recht günstige Erythrinstufen von Schneeberg sah ich, von dort auch einen wirklich schönen Galenit auf Dolomit, ein monströses "Scherbenkobalt" (von Bergkappe) und einen leider angeschlagenen Amethyst von der Grube Weißer Hirsch (herrliche Farbe). Leider nicht in mein Budget passte eine Handstufe Emplektit vom Tannebaumstolln (mit Maucher-Etikett), Trost gab´s mit einem Argentit xx und einem blauen Apatit von Johannstadt. Bei einem Schleifer konnte ich einem facettierten Rauchquarz und einem Kassiterit vom Sauberg nicht widerstehen.
Fazit: viel Blödsinn gequatscht, viel gefachsimpelt, viel Geld ausgegeben, viel gelacht - gelungene Börse. Die Ansprüche steigen eben, da sieht man irgendwann nicht mehr sonderlich viel. Aber man muss bei so einer Börse ja auch das "Drumherum" sehen und das ist in Freiberg immer große Klasse!
Gruß
Andreas