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Versteinertes Ei oder Maasei

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Kalli:
Hallo zusammen

ich fand in Baiertal (Ortsteil von Wiesloch bei Heidelberg) vor ein paar Jahren einen „seltsamen Stein“ der wie ein Ei aussah. Das Loch das wir gruben war für ein Betonfundament für einen Fahnenmast und daher war die ausgehobene Erd-Menge nicht sonderlich groß.
Ich dachte zuerst an ein Gebilde ähnlich eines Maasei´s, aber ganz sicher war ich mir nie. Im restlichen Aushub waren dort nur vereinzelt einige Steine mit völlig anderer Form zu finden, ansonsten war es eher sandiger Boden.

Nachdem mein Junior in der Schule das Thema Dinosaurier/Versteinerungen/Urzeit als Thema hatten und er aus Holzmaden bei einem Schulbesuch die halbe Grube mit nach Hause gebraucht hat, hab ich mir gedacht ich zeige im mal das „Versteinerte Ei“.

Nun meine Frage – könnte das wirklich ein versteinertes Ei sein?

Der Riss im „Ei“  lässt mich grübeln ob dies nicht wirklich ein Ei sein könnte. Wenn das „Ei“ nass ist, sieht man den Riss deutlicher (Bild 1). Er ist mit einer körnigen gepressten Sandmasse gefüllt wobei das „Ei“ eine völlig andere Struktur aufweißt. Auch bei 5x Vergrößerung ist die Oberflächen-Struktur wie bei einem Hühnerei. Die Ei-Form kommt auf dem Bild leider nicht rüber, ist aber deutlich erkennbar, wenn man "Das Ei" vor sich liegen hat.

Vielen Dank im Voraus für eure Sachkenntnis.

Gruß Kalli

So – nun genug zugetextet – hier Bilder

Jochen1Knochen:
Hallo!
Das schaut quarzig aus.Wie groß ist denn die Kugel?Ich denke da mal an aufschneiden und reingucken,ob ein Achat drin ist.Wobei ich daran nicht recht glaube.Ich meine,das ist ein Geröll.
Gruß Jens

Kalli:
Hallo Jens,

Vielen Dank für die Antwort.
Denke ich eher auch, dass dies nur ein geologischer Zufall ist, bin mir aber wie gesagt aber auch sehr unsicher.
Aufschneiden  :o ... wie denn?
Öffnen wollte ich es eigentlich nicht, denn dann wäre das Gebilde ja kaputt (ach, wer hätte das gedacht  ;D)
Ich hab schon überlegt ob ich meinen Zahnarzt bitte gegen Erstattung der Kosten dieses „Ei“ vor sein Röntgengerät zu packen. Ob man dabei jedoch dann irgendwas erkennen kann, weiß ich nicht mal annähernd.

Stirnklatsch - die Maße hat ich vergessen, ich Dussel.....
 40,5mm lang und 32mm im Durchmesser. Es dürfte also wenn überhaupt eher ein Vogelei sein

Vielleicht hilft es weiter, dass der Boden nach meinem googlen nach Braunerde sein könnte.
In gleichem Bodentyp hat ein ehemaliger Bundeswehr-Kamerad (ein begeisterter Fossilensammler) im Nachbarort etliche fossile Schneckenhäuser durch Zufall während einem privaten Fest gefunden. Es gibt als durchaus was in dieseden Böden. Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm, sonst müsste er zur „Eier-Bestimmung“ herhalten ;-)

Mich verwundert beider Sache, dass die restlichen wenigen Steine, die sonst im Aushub darin waren, alle kantig waren. Kein Stein glich nur irgendwie annähernd diesen, bis auf die Farbe.
Der Boden dürfte auch nicht durch Baumaßnahmen veränderter Boden sein, denn das war das Grundstück direkt im Eingangsbereich einer 1802 erbauten Kirche.

Gerne poste ich auch andere Bilder extern mit höherer Auflösung wenn das der Sache dienlich ist. Ich kann im Geschäft auch Bilder mit einer halbwegs brauchbaren Mikroskop-Kamera machen.

Gruß Kalli

Edit:
Der untere Bereich dieses Bildes entsricht in der Farbe und aussehen dem Boden in dem ich "das Ei" fand
http://www.themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/8697/?viewMode=popupView&TB_iframe=true&height=750&width=750
ein bei uns weit verbreiteter boden. Dieses Bild wurde übrigens auch in der Nähe aufgenommen.

triassammler:
Hallo,

Wiesloch: Anstehend ist Paläogen, Oligozän, Rupelium, 33 Ma. nach dem letzten Dino, außerdem marin (daher die Schneckenfunde Deines Sammlerkollegen). Daneben in Schollen am Rheingrabenrand Trias (Buntsandstein - terrestrisch aber ohne Dinosaurier; Muschelkalk - marin, ohne Dinosaurier; Keuper - marin/limnisch/terrestrisch, keinerlei Dinoeierfunde bekannt, Dinoinventar insgesamt ohnehin sehr übersichtlich). Jüngste Ablagerungen: Hochterrassen des Rheins mit Schottern - unendlich viele eiförmige Steine  ;)

Dein Fundstück hat außerdem keinerlei Schalenstruktur.


--- Zitat von: Kalli ---Der Boden dürfte auch nicht durch Baumaßnahmen veränderter Boden sein, denn das war das Grundstück direkt im Eingangsbereich einer 1802 erbauten Kirche.
--- Ende Zitat ---
Hinsichtlich anthropogener Beeinträchtigungen des Bodens sind das die schlimmsten Stellen. Um Kirchen herum gab es früher Friedhöfe; häufig gab es auch Vorgängerbauten der aktuellen Kirche, heute nicht mehr existierende Anbauten, Aufschüttungen zur Nivellierung des Geländes... Gerade da wurde der Untergrund über Jahrhunderte (ggf. sogar Jahrtausende) hinweg immer wieder verändert.

Gruß,
Rainer

Kalli:
Holla die Waldfee .... was eine ausführliche Antwort. Dankeschön !!
An ein Ei aus der '"Dinosaurier-Zeit" hätte ich auch jetzt gar nicht gedacht, eher an was späteres. Eher etwas was im Zeitraum "gerade so Zeit gehabt um zum versteinern".
Aber nun ist´s bestätigt - sieht nur so aus... ist aber nicht.

Wie gesagt, es war ein Zufallsfund. Ein Sammler bin ich nicht - nur sehr interessiert an dem faszinierenen Thema.

Übrigens, nur so am Rande und zu eurer Belustigung:
Die Tongube Frauenweiler habe ich meinem oben erwähnten Kameraden in den frühen 90ern gezeigt und er wurde ordentlich fündig.
In der nun leider verfüllten Tongrube am Dämmelwald haben wir nur noch "Rostflecken" im Ton gefunden Er meinte wir wären "zu spät dran". Ich wollte ihm Bereiche der Tonrube zeigen die frisch ausgebaggert waren, aber er meinte er meinte: Nein, nein, wir wären ca 1 Million Jahren zu spät ;D

Gruß Kalli

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