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Autor Thema: Mineralbestimmung  (Gelesen 7349 mal)

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Offline gladhammar

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Mineralbestimmung
« am: 13 Jul 12, 16:16 »
Hallo liebe Gemeinde,

habe ein mir völlig unbekanntes Mineral in den Steinbrüchen von Kråkemåla, Oskarshamn, Småland, Schweden gefunden. Es ist kein Azurit. Vielleicht kennt es einer von euch und kann mir weiter helfen. Die Bildbreite ist 4mm. Für eure Bemühungen schon mal Danke vorweg.
                   
GA
Detlef         
« Letzte Änderung: 15 Jul 12, 01:47 von Stefan »

Offline smoeller

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #1 am: 13 Jul 12, 18:18 »
Hallo,

Cu-Mineral von der Farbe her. Warum denn kein Azurit? Die Farbe von Azurit kann zwischen hellblau und fast schwarz variieren, kommt nur auf die Größe und Dicke der Körner/Kristalle an.

Ansonsten könnte auch ein Cu-Sulfat (Langit/Posnjakit/Wroewolfeit) vorliegen. Die Form würde passen, die Farbe auch. Gerade Langit kann auch ausgesprochen tiefblau sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline gladhammar

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #2 am: 14 Jul 12, 10:45 »
Hallo Sebastian,

danke für Deine schnelle Antwort.
Dachte auch an eine Cu-Verbindung. Die sollte aber in Borax eine typische Verfärbung hinterlassen - hat es aber nicht.
Desweiteren sollte sie auch in konz. HCl löslich sein - ist sie nicht. Oder täusche ich mich hier?
Die Härte liegt bei 3 und der Strich ist blau.

GA
Detlef

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #3 am: 14 Jul 12, 16:50 »
Wie ist die (ungefähre) Härte?

Offline heli

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #4 am: 14 Jul 12, 17:40 »
Hallo Uwe,

siehe weiter oben - Härte 3.

Offline berthold

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #5 am: 14 Jul 12, 23:19 »
Hallo,

mein erster Gedanke war Linarit.

Wie sieht denn die Borax-Verfärbung, Flammenfärbung usw. aus?

Gruß
Berthold

Offline gladhammar

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #6 am: 15 Jul 12, 11:37 »
Hallo Berthold,

auch Dir danke für die Mühe. Aber Linarit scheidet wohl auch aus. Nach meinem Bestimmungsbuch sollte sich Linarit in verdünnter Salpetersäure lösen - tut es nicht.
Die Härte liegt wohl zwischen 2 - 3. Boraxtest ergab keine Reaktion - kann aber auch an der sehr geringen Probemenge liegen.
Flammtest geht nicht - kriege ja das Zeug nicht gelöst.

GA
Detlef

Offline uwe

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #7 am: 15 Jul 12, 14:43 »
Ich denke, es könnte Lazulith sein, wobei ich die Mineralogie von Schweden absolut nicht kenne.

Gruß Uwe

Offline cmd.powell

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #8 am: 15 Jul 12, 15:45 »
Hi

An Lazulith habe ich auch grade gedacht. Linarit sollte mit Salzsäure sofort eine weiße Kruste aus schlecht löslichem Bleichlorid bekommen, Azurit sollte sich sofort unter Schäumen in egal welcher Säure lösen. Langit, Posnjakit und Wroewolfeit lösen sich langsam in Salz- oder Salpertersäure. Boraxperlen sind so eine Sache für sich. Wenn man noch nie gesehen hat, wie die Perle mit dem entsprechenden Element aussehen sollte, kann man schnell daneben liegen. Auf der anderen Seite würde das Fehlen einer typischen Reaktion mit der Boraxperle für Lazulith sprechen. Auch Vivianit kann, wenn er fast pulverförmig ist, intensiv blau erscheinen, allerdings kann man an Pulver kaum die Härte bestimmen. Lazulith ist mit 5 1/2 - 6 allerdings deutlich härter als Mohs 3 ! Ein weiteres, blaues Mineral wäre der Lirokonit, hier passt die Härte, das Verhalten gegenüber Säuren kenne ich nicht. Das Mineral ist aber auch recht selten und aus Schweden (noch) nicht beschrieben...

Offline Josef 84,55

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #9 am: 15 Jul 12, 18:18 »
Hallo,

auf die Gefahr hin gleich virtuell gesteinigt zu werden - es ist sicher kein blauer Lackabrieb?
Ein unlösliches Mineral, das an exponierten Stellen auf der Gesteinsbruchfläche sitzt, also nicht in einer Druse?
Vieleicht mal mit einer heißen Nadel testen.
Grüße
Josef

Offline helgesteen

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #10 am: 15 Jul 12, 19:46 »
Hallo,

es ist sicher kein blauer Lackabrieb?

da stimme ich Josef absolut zu, solche vermeintlichen Funde kommen wirklich oft vor. Detlev, kannst Du mal beschreiben, wo das "Mineral" auf der Stufe aufgewachsen ist? Besonders auf Kanten und erhabenen Stellen? Und prüfe bitte mit einer Nadel, ob das blaue Etwas duktil-elastisch ist.

Viele Grüße,
Helge

Offline gladhammar

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #11 am: 16 Jul 12, 13:57 »
Hallo,

allen die sich die Mühe gemacht haben mir beider Bestimmung zu helfen besten Dank!
Lirokonit löst sich auch in Salpetersäure. Steht sogar im Lexikon.
Ich glaube nun auch langsam das es sich um kein Mineral handelt, sondern um einene künstliche Substanz.
Da es zum Glück nicht so viele blauen Minerale gibt habe ich mir die Bilder und Beschreibungen, hier im Atlas und bei Mindat, angesehen.
Alle in Frage kommenden Minerale sind durchsicht - durchscheinend. Das was ich hier habe ist undurchsichtig. Dann passt auch nicht der Glanz -  der ist wachsartig. Und als Letztes die Resistenz gegenüber Säuren.
Helge die Substanz ist nicht duktil - elastisch die ist eher spröde.

GA
Detlef

Offline uwe

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #12 am: 16 Jul 12, 17:37 »
Gibt es blau gefärbte Flechten in Schweden?

Uwe

Offline gladhammar

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Re: Mineralbestimmung
« Antwort #13 am: 16 Jul 12, 17:58 »
Hallo Uwe,

nein solche Flechten gibt es nicht. Es ist offenbar auch nichts organisches.
Wenn man mit einer Nadel reinsticht ist eher so wie Wachs - vielleicht ist im Winter einer mit Skiern drüber.

GA
Detlef

 

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