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Niederösterreich: miozänes Kieselholz aus der Hollabrunn-Mistelbach-Formation

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oliverOliver:
„Rostholz“ aus der HMF – Teil 3

Wie oben schon angedeutet gibt es in der HMF das komplette Erhaltungsspektrum von Hohlform / Limonitkruste mit Abdruck (oft) über die Kiesel-Limonit-Mischerhaltung (eher selten, nur in manchen Teilbereichen anscheinend häufiger) und von sehr schwach silifiziert bis hin zu gut verkieselt (ziemlich selten).
Aber eine reine Limoniterhaltung bei körperlich überlieferten Fossilien ist mir, entgegen meiner obigen Vermutung (AW #10), noch nicht untergekommen – wenn die Fossilien körperlich, also dreidimensional, erhalten sind, spielt in der HMF (im Gegensatz zu anderen Formationen, vgl. z.B. die Melker Sande) die Kieselsäure anscheinend immer zumindest eine gewisse Rolle. Auch bei dem oben gezeigten Limonit-Beispiel aus den Peliten handelt es sich ja nur um flachgedrückte, abblätternde Reste.
Manchmal gibt es aber doch sehr kleine Holzfaser-Stückchen in limonitischer Erhaltung, die sind aber, soweit mir bekannt, immer in einem äußerst miesen Zustand – ziemlich weich, bröselig und kaum erhaltungsfähig.
So auch bei dem hier vorgestellten Beispiel aus dem südlichen Manhartsberggebiet. Auch hier  gibt es im Schotter Hohlformen von Stämmen und/oder stärkeren Ästen mit Abdrücken in Limonit, auch hier sind es – wie im Schmidatal – sehr dünne brüchige Krusten, aber teilweise mit mehr erhaltener „Substanz“ (in Auflösung begriffene, schwach limonitisierte, „mulmige“ Holzfasern).
Foto 1 zeigt eine solche Fundsituation – ein durch Erosion freigelegter Holzrest, durch die Verwitterung schon ziemlich zerlegt.
Hier wäre eine chemische Behandlung (eventuell zuerst Rostumwandler/Phosphorsäure, dann Härtung mit Paraloid, oder hat jemand andere Vorschläge ?) erwägenswert, möglicherweise könnte man dann manche der Fragmente zu größeren Stücken zusammensetzen. Wegen des Aufwands und des Platzbedarfs für eine „Chemiewerkstatt“ hab ich die Idee aber noch nicht umgesetzt. Daher hier nur mal zwei Fotos von kleinen Fragmenten aus einem solchen „Scherbenhaufen“ – eines davon (Bild 3) zeigt anscheinend auch (undeutliche) Abdrücke von Insektenfraßspuren.

oliverOliver:
„Rostholz“ aus der HMF – Teil 4

Wie oben angedeutet, kommen Limonithölzer bzw. –abdrücke offenbar im gesamten Gebiet der HMF vor: sowohl im Schmidatal (siehe Vol. 1) und im Bereich zwischen Schmidatal und Hollabrunner Wald (AW # 10), als auch im Nordteil des Hollabrunner Waldes (Vol. 2) und im südlichen Manhartsberggebiet (Vol. 3), sowie im Südteil des Hollabrunner Waldes (hier, unten). Es ist daher anzunehmen, dass solche Erhaltungsformen auch weiter im Osten, im Gebiet von Mistelbach und darüber hinaus, vorhanden sind – dort war ich aber bisher noch nicht recht aktiv.
Hier nun, wie gesagt, zum Abschluss des „Rost-Themas“ ein Beispiel aus dem südlichen Hollabrunner Wald.

Besagter Holzrest steckt in einer der massiven, kompakten und oft sehr bunten Hämatit-/Limonitknollen. Diese haben meist innen einen roten Hämatitkern, und außen eine – durch Oxidation in feuchtem Milieu sekundär umgewandelte – gelbliche bis braune oder fast schwarze Limonithülle (Goethit etc.), welche z.T. fast metallisch wirkt – eventuell aufgrund nachträglicher Reduktion durch organische Säuren im Boden ? Ein besonders farbenfrohes und typisches Beispiel einer solchen Knolle (ohne Holz) zeigen die Fotos 1 und 2.
Solche Knollen sind in manchen Teilbereichen der HMF ziemlich häufig (oft aber weicher und toniger oder bröseliger als im hier besprochenen Gebiet), meist enthalten sie aber keine erkennbaren organischen Reste. Das folgende Beispiel (Fotos 3+4) zeigt aber, dass auch diese Konkretionen zumindest teilweise um einen Holzkern entstanden sind – es ist ein wenig spektakulärer Fund, den ich aber äußerst interessant finde.

oliverOliver:
So, genug von dem Rostzeugs (das hält ja auf Dauer niemand aus !) – jetzt wieder „schöne“ Sachen ……
Anfang September hab ich endlich mal wieder zwei etwas massivere Kieselholzstücke in der HMF gefunden.
Das erste – und bislang größte von hier (ca. 25 x 20 x 15 cm) – hat leider einen rezenten Querbruch (es muss ursprünglich ein „wirklich“ großes Teil gewesen sein !), aber dafür schöne Strukturen an der Oberfläche (Foto 1+2) – z.T. handelt es sich dabei anscheinend um die Negative ehemaliger Astabgänge. Leider ist es jedoch ziemlich schlecht bzw. grobkörnig verkieselt, so dass die auf der Bruchfläche sichtbaren Holzstrukturen nicht sehr beeindruckend sind – also nichtmal ein kleiner Trost für den Bruch ist mir gegönnt ….  :(
Das zweite ist etwas kleiner (ca. 20 x 15 cm) und ebenfalls rezent gebrochen, ist aber im Gegensatz zum ersten sehr gut verkieselt mit – soweit erkennbar – guter Strukturerhaltung.
Und wiederum mit einem eindeutigen Abdruck eines ehemaligen Astabganges – es handelt sich dabei aber maximal um ein „viertel Astloch“ – das sieht daher nicht viel gleich (Foto 3+4).
Es scheint sich dabei um alt ausgeackerte Stücke zu handeln, die wohl schon vor Jahrzehnten vom Feld entsorgt und auf eine Feldwegböschung geworfen worden waren. Dieser Weg scheint kürzlich saniert bzw. verbreitert worden zu sein, und dabei wurde die alte Böschung angeschnitten, wobei die Stücke zutage kamen – aber leider auch das größere nochmals ganz frisch beschädigt wurde. Direkt auf den Feldern sind die Fundchancen für solche Stücke mittlerweile äußerst gering, da durch die hier derzeit vorherrschende Bearbeitungstechnik (Grubbern und „Häckseln“ bzw. Fräsen, schwere Scheibeneggen) die spröden Kieselhölzer völlig zersplittert werden. Aber man soll ja bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben – vielleicht gelingt mir ja auch in der HMF doch noch einmal ein „Megafund“ …..

oliverOliver:
Um bei den erfreulicheren Funden zu bleiben, hier wieder mal zwei Astansätze / Astabgänge aus der HMF. Neufunde von Anfang Oktober – leider alles zerstückelter „Ackerschrott“ mit frischen Brüchen (auch das im nächsten Beitrag).
(erstes – 2 x Foto unterschiedliche Blickwinkel: L = 8,5 cm; zweites – Vorder- und Rück- bzw. Innen- und Außenseite: L = 14 cm)

oliverOliver:
Und als drittes noch ein eher unklarer Astansatz / Ast“wirbel“ (ca. 10 x 8 cm) – eindeutig ist hier nur, dass da irgendwas angesetzt / abgezweigt haben muss, da die Holzfasern auseinander laufen bzw. „verworfen“ aussehen. Auf dem Foto scheint es relativ klar zu sein, dass rechts ein Teil des abgehenden Astes zu sehen ist, aber in natura – u.v.a. unter Berücksichtigung der beiden anderen (nicht fotografierten) Ansichten des annähernd dreiseitigen Stücks – ist das weitaus weniger sicher.

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