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Autor Thema: Perniö-Granit ?  (Gelesen 2838 mal)

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Offline Sprotte

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Perniö-Granit ?
« am: 26 Jul 12, 19:58 »
Guten Abend,

dieses Granit-Geschiebe (etwa 5 cm x 3.5 cm x 3 cm) zeichnet sich durch eine "ungewöhnliche" Farbverteilung zwischen den Feldspäten aus, wie sie z.B. typisch für den Perniö-Granit vom südwestfinnischen Festland ist (mit blassem Kalifeldspat und intensiver gefärbtem Plagioklas). Granat konnte nicht beobachtet werden, so dass die vorläufige Bestimmung als Perniö-Granit keineswegs zweifelsfrei ist. Allerdings weisen weitere Merkmal des Gesteins (wie die Hämatit-Imprägnierung) und die Tatsache, dass sich der Fundplatz in Nordwestmecklenburg durch einen hohen Gehalt an Geschieben von den Aland-Inseln auszeichnet, darauf hin, dass die Bestimmung durchaus zutreffend sein könnte.

Viele Grüße
Sprotte

Beschreibung des Gesteins: Mittelkörniger, plus/minus gleichkörniger Granit. Bis 8 mm lange, rechteckige, hellgraue Kalifeldspäte mit deutlichen perthitischen Entmischungen. Roter Plagioklas, teils heller angewittert (oder alteriert?) – dann ohne Glanz. Graue bis rauchbraune, xenomorphe Quarzkörner. Wenig Biotit. Durch Hämatit, der teils auch in die Kristalle eingedrungen ist (besonders deutlich an den Kalifeldspäten erkennbar), sind die Korngrenzen aller Minerale rot eingefärbt.

Offline Jörg

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Re: Perniö-Granit ?
« Antwort #1 am: 08 Aug 12, 21:21 »
Hallo Sprotte,

wir sind gerade aus DK zurück.
Zu Deiner Beschreibung würde der Perniö-Granit schon sehr gut passen, auch vom Gefüge und den Gemengeamteilen her.
Besonders typisch sind die eingefärbten Korngrenzen!
Auf dem Foto sehen die Kalifeldspäte allerdings fast wie grüne Plagioklase aus.
Doch wenn Du perthitische Entmischungen dauf ausgemacht hast, liegt das wohl nur am Grünstich der Aufnahme.
Schade dass kein Granat sichtbar ist, das wäre das letzte beweisende Indiz.
Stimme Dir aber bei Deiner Vermutung zu.

Glück Auf!
Jörg

Offline Sprotte

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Re: Perniö-Granit ?
« Antwort #2 am: 10 Aug 12, 09:17 »
Hallo Jörg,

danke für deine Einschätzung. Keiner der Feldspäte ist vergrünt (möglicherweise war der Weißabgleich nicht perfekt). Außerdem kann man - trotz der abgerollten Oberfläche - bei den hellen Feldspäten ganz vereinzelt noch eine einfache Verzwilligung erkennen, d.h., dass zumindest ein Teil der Feldspäte als Karlsbader Zwillinge vorliegt.

Viele Grüße
Ralf (Sprotte)

PS: Ich hoffe, dass dich dein Aufenthalt in Dänemark um einige interessante Geschiebe bereichert hat.

Offline Sprotte

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Re: Perniö-Granit ?
« Antwort #3 am: 04 Feb 13, 19:22 »
Hallo,

auch hier nun noch ein Nachtrag: Das auf http://www.skan-kristallin.de/finnland/gesteine/granitoide/svecofennisch/hangoe/hangoe.html#1 ganz oben abgebildete Handstück von Hangö-Granit, den Zandstra (1988) als Variante des Perniö-Granits beschreibt, wirkt fast wie eine Kopie des hier gezeigten Geschiebes (vgl. insbesondere die vergrößerte Darstellung des Anschliffs auf der Internetseite). (Da Hangö-Granit nur geringe Mengen Granat enthalten soll, ist dieser bei der Kleinheit des Geschiebes also kaum nachweisbar.)

Viele Grüße
Sprotte

 

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