Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations
Pyrrhotit oder Cubanit / Pyrrhotin
smoeller:
Hallo,
Das schaut sehr nach (Nickel-)Eisenerz aus, bestehend überwiegend aus Pyrrhotin. Habe ähnliche Stücke von nickelhaltigem Pyrrhotin mal im Schwarzwald gefunden.
Cubanit ist meines Wissens eher gold-bronzefarben, dieses tombakbraun hier spricht eher für Pyrrhotin.
Glück Auf!
Sebastian
Jochen1Knochen:
--- Zitat von: Geo Franzi am 11 Aug 12, 15:23 ---Und Cubanit verwittert nicht so schnell bzw. leicht?
--- Ende Zitat ---
Sagen wir mal so-durch den relativ hohen Kupfergehalt(etwas mehr als 20%) wird sich da eher eine grüne Verwitterung bilden und eigentlich ist das ganze auch nur ein Begleitmineral und wahrscheinlich auch nicht gerade so als kompaktes Stück zu finden.
Gruß Jens
openpit:
Hallo,
ich denke auch, dass es sich eher um Pyrrhotin handelt. Wie smoeller schreibt spricht die Farbe eher für diesen.
Da Auflichtmikroskopie zur Verfügung steht, empfehle ich die Bireflektanz zu bestimmen. Pyrrhotin zeigt eine deutliche creme-gelbe (durch die Anlauffarben meist eher zu erahnen) Bireflektanz, Cubanit eine schwächere rotbraune.
Zudem tritt Pyrrhotin häufig zusammen mit entmischtem Pentlandit auf. Cubanit hingegen mit entmischten Chalkopyritlamellen, oder selbst in diesem als Entmischung (dort nach Sphaleritsternchen suchen).
Glück Auf!
openpit
Geo Franzi:
Hallo!
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Im Mikroskop ist eher eine rotbraune Anisotropie-Farbe zu erkennen. Dies würde ja nun für Cubanit sprechen, obwohl das Tombakbraun nach den bisherigen Meinungen eher Pyrrhotit hinweist..
Aber ich denke dem Mikroskop ist da eher zu vertrauen?!
@ openpit: Sind die zu erkennenden blauen bzw. gelben Lamellen so bekannt? Der kompakte Chalkopyrit im Schliff besitzt eine gelbe bis grünliche Anisotropie.
Viele Grüße und Danke!!!
openpit:
Hallo Franziska,
zu Beginn würde ich gerne sichergehen, dass wir vom gleichen Sachverhalt sprechen:
Bireflektanz (manchmal auch Bireflexion oder Reflexionspleochroismus): Bestimmung mit Polarisator
Anisotropieeffekte: Bestimmung mit Polarisator und Analysator (ebenso wie Innenreflexe)
Bei Deinen Schliffen würde ich eine nochmalige Politur empfehlen, da sowohl die Bireflektanz als auch die Anisotropieeffekte durch Anlauffarben und Politurkratzer stark verfälscht werden können.
Bei Deinen Fotos sind keine Lamellen von Chalkopyrit/Cubanit zu erkennen. Diese schauen so aus:
Cubanit in Chalcopyrit von Sudbury, Ontario
entnommen aus: Pracejus, B: The ore minerals under the microscope - an optical guide, p. 247
Bei Deinen "Lamellen" scheint es sich um Verdrängungen an kleinen Rissen zu handeln. Entmsichungen von Pyrrhotin/Pentlandit kenne ich bisher nur geflammt,ähnlich Perthiten. Je nach Aufgabenstellung wäre hier vielleicht eine XRD empfehlenswert, da mit dieser eine Unterscheidung der Polytype des Pyrrhotins möglich ist und damit auch Rückschlüsse auf die Bildungsbedingungen.
Glück Auf!
openpit
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