Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Zonierung - Zonarbau - Zonarer Aufbau ?
Wegschmeißit:
--- Zitat von: Collector am 17 Aug 12, 10:55 ---Hallo Dirk
wer garantiert denn, dass die Lapis-Berichte fachlich richtig und aktuell sind ? Ich habe (leider) - grade bei Lapis - schon öfter Ungereimtheiten sowie falsche und / oder überholte Darstellungen gelesen.
--- Ende Zitat ---
Da hast du natürlich recht. Nützlich könnte es ja trotzdem sein.
--- Zitat ---Und zuletzt - auch wenn Du bisher "noch nichts von Phantombildung in Fluoriten gelesen hast" (Zitat) - es gibt selbstverständlich Fluoritphantome.
--- Ende Zitat ---
Die gibt es mit Sicherheit. Werde dem auch nicht wiedersprechen.
Trotzdem sollte man Farbzonierte Kristalle (egal welchen Minerals) nicht grundsätzlich als Phantome bezeichnen,
da es hier einen Unterschied in der Kristallisation gibt. Bei Phantomen wird sie unterbrochen, während es bei Farbzonen
eine Veränderung in der Lösung oder den Bildungbedingungen gibt (Druck, Temperatur), oder aber auch eine Unterbrechung.
Gruß Dirk
heli:
Auch Fachmineralogen werden vermutlich nicht wirklich helfen können.
Wenn wann ein bischen googelt wird man feststellen, dass es keine wirklich einheitliche Verwendung der Begriffe gibt. Es sieht allerdings für mich so aus, dass Mineralogen bei Mineralien tendenziell eher die Begriffe Zonarbau, zonarer Aufbau verwenden, während andere Geowissenschaftler bei der Beschreibung von speziellen Gegebenheiten im Gesteinsaufbau, Lagerstätten usw. von Zonierung sprechen.
Collector:
Danke, Heli
ich warte noch mal ab, was so am Wochenende an Meinungen und Kommentaren reinkommt. Aber im Prinzip gebe ich Dir Recht: Je länger man sich disziplinär ungebunden, d.h. frei zwischen Geologie und Mineralogie bewegt, umso mehr fällt auf, dass da zwei Sprachen gesprochen werden. Und kommen dann noch die Fachingenieure mit der ihnen eigenen Sprache hinzuzu, wird es manchmal unübersehbar.
Ich bleibe einstweilen bei den Definitionen, wie sie verständlich von Berthold (Zonierung) und Smoeller (Zonarbau) erläutert wurden. Vielleicht ist dies der gangbarste Weg im Kuddelmuddel der Begriffe. (siehe Lexikon).
Gruß
collector
smoeller:
Hallo,
Als Mineraloge kann ich halt folgendes beitragen (siehe auch mein Post weiter oben):
Bei der mikroskopischen Analyse von Mineralen (dabei ist es unerheblich ob es sich um Polarisations- oder Elektronenmikroskopie handelt) wird mit Zonarbau die Veränderung von Mineraleigenschaften durch Veränderung der chemischen Zusammensetzung bezeichnet. Dies kann sich durch Farbänderungen (z.B. Fe/Ti-Gehalte in Granat, die einen farbigen Kern und eine hellere Randzone bedingen), Änderungen der Lichtbrechung (z.B. durch Ersatz von Fluor gegen Hydroxyl oder Chlor in Mischkristallen), Änderungen der Auslöschungsschiefe unter dem Polarisationsmikroskop, Änderung der Interferenzfarben (z.B. bei Plagioklasen sieht man den Zonarbau erst unter gekreuzten Polarisatoren an den unterschiedlichen Interferenzfarben von Albit (bläulichgrau) und Anorthit (gelblichgrau)) oder unterschiedlicher Ordnungszahlkontrast unter dem Elektronenmikroskop/der Mikrosonde. So zeigt uranreicherer Monazit einen höheren Kontrast (erscheint heller) als uranärmerer, weil Uran eine hohe Ordnungszahl aufweist. Zirkone zeigen ihren Zonarbau häufig unter der Kathodolumineszenz.
Es gibt "normalen Zonarbau" (z.B. regelmäßige Abfolge von Anorthit-reichem Plagioklas zu albit-reicherem in Plutoniten, Fe/Ti in Granat), oszillierenden Zonarbau (wiederholte Abfolge von Zonen ärmerer und reicherer Zusammensetzung, z.B. Ti i Titanaugit und manchen Melaniten, Plagioklase) und fleckigen ("patchy" Zonarbau, z.B. bei Monaziten im U/Th-Gehalt).
Glück Auf!
Smoeller
Navigation
[0] Themen-Index
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln