Gesteine / Rocks / Rocas > Deutschland / Germany
Ist das Gneisglimmerschiefer? Brauche hilfe bei Bestimmung.
Joschi:
Liebe Forums-Mitglieder,
ich muss für mein Studium ein Gestein bestimmen aber da ich kein Geologe bin brauche ich Hilfe dafür.
Ich hoffe, einer von euch kann mich fachkundig weiterhelfen.
Also das Handstück stammt von der Eulenkluft Wechselburg, diese befindet sich im inneren Schiefermantel des Granulitgebirges.
Nach geologischen Karten und Lehrbüchern gibt es dort Glimmer- und Gneisglimmerschiefer.
Ich habe aber auch Quellen gefunden, wo diese Stelle mit Garben- und Fruchtschiefern angegeben ist.
Ich sehe, dass es matt silbrig glänzt und eine klare Schieferstruktur hat. Dann sind überall so ganz kleine schwarze Minerale, könnte das Biotit sein?
Fotos sind im Anhang.
Wichtig ist mir vor allem, dass wenn es Gneisglimmerschiefer ist - inwiefern unterschiedet er sich von Glimmerschiefer? Also was macht das Gneis aus (sichtbar).
Vielen Dank für eure Hilfe!
Alcest:
Hallo,
wo steht die Bezeichnung "Gneissglimmerschiefer"?
Meines Wissens nach zeichnet den Gneiss der erhebliche Anteil an Feldspat aus, den Glimmerschiefer die Abwesenheit dieses.
Schwarze Minerale in Glimmerschiefern sind meist Biotit, Amphibole oder auch Granat. Hier am ehesten Biotit.
Frucht- oder Garbenschiefer würde ich ausschließen wollen.
Ich hätte es einfach als Glimmerschiefer angesprochen.
Vielleicht hat dem ja jemand Etwas hinzuzufügen oder zu entfernen.
Jochen1Knochen:
Hallo!
Hihi :D
Wollte ich doch grade auch so was ähnliches schreiben ;)
Gruß Jens
Alcest:
Hier hätten wir einmal einen (Augen-)Gneis (mit einem s, blödes Englisch!) vom Vogeltoffelfelsen (bei Zöblitz/Erzgebirge).
Sicherlich sind die Feldspäte nicht immer so fett, aber ein paar sollten schon erkennbar sein.
smoeller:
Hallo,
Das Gestein ist ein Phyllit (von griech. phyllon Blatt und lithos Stein). Das ist eine bestimmte Art von Glimmerschiefer, die unter niedriggradigen Metamorphosebedingungen (Grünschieferfazies) auftritt und durch das Vorliegen feinschuppigen hellen Glimmers, sog. Sericit (eine Varietät des Muskovits) gekennzeichnet ist. Daher auch der silbrige, helle Glanz. Der eigentliche Glimmerschiefer entsteht bei etwas höherer Metamorphose (Amphibolitfazies), woraus sich dann allmählich durch Wachstum von Feldspat der Gneis entwickelt. Gneise sind durch das Vorliegen nicht durchgehender Lagen gekennzeichnet, während Schiefer durchgehende Lagen aufweisen. Nur als Faustregel.
Gneisglimmerschiefer ist mir als Begriff im Erzgebirge immer mal wieder zu Ohren gekommen.
Dabei sind es gerade im oberen Erzgebirge (Annaberg, Marienberg) Gneise, während weiter nördlich (Ehrenfriedersdorf) auch Glimmerschiefer vorkommen. Gneisglimmerschiefer als wissenschaftlichen Begriff gibt es nicht. Vielmehr werden es recht schiefrige (das heisst mit starker plattiger Einregelung der Glimmer), glimmerreiche Gneise sein.
Phyllite sind im Erz- und Granulitgebirge verbreitete Gesteine. Bekannte Vorkommen befinden sich v.a. in der Umgebung von Chemnitz bis rauf nach Venusberg, wo der Phyllit in einem Steinbruch gewonnen wird.
Glück Auf!
Smoeller
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln