Hallo
ich glaube, man kann das nicht so verallgemeinern. Es gibt farbige Fluorite, welche schon in wenigen Jahren verblassen, bzw. ihre Farbe komplett verlieren und es gibt Fluorite, die auch nach mehr als 100 Jahren Lagerung in einer hellen Vitrine (Kunstlicht) nach wie vor bergfrisch ihre Farbe behalten.
Ich hatte in meiner Sammlung wunderschöne himmelblaue Fluorite von Montroc und Le Burc in Frankreich, gefördert um 1970, welche bis heute keinen Farbverlust aufweisen. Ganz extrem auch grünlichblaue Fluorite von Peyrebrune, ebenfalls Frankreich, geborgen um 1880, die wie frisch geboren aussehen.
Ein Freund von mir hat eine Spezialsammlung südfranzösischer Fluorite, so an die 2.000 Stufen, die meisten sind blau; alle stammen aus dem aktiven Bergbau von 1960-2000. Nicht ein einziger Kristall ist blasser als bei seiner Bergung. Und alle liegen in Vitrinen bei ganz normalem Tageslicht.
Im Gegensatz dazu grüne Fluorite aus Hunan in China, die schon 2 Jahre nach Bergung verblassten und nach ca. 5 Jahren farblos wurden. Besonders schlimm empfand ich einen totalen Farbverlust eines bei Bergung tief echt rosaroten (also keine violette Variante) 4 cm großen Dodekaeders (auf Matrix) aus Pakistan; dem man beim verlieren seiner Farbe innerhalb von 3-4 Jahren zusehen konnte.
Überhaupt keine farbliche Veränderung, auch nach jahrelanger Zurschaustellung in Vitrinen, haben violette Fluorita aus Berbes, blaue Fluorite aus La Collada, gelbe Fluorite aus Aouli, grüne aus El Hammam und nicht ein einziger aus der Schweiz, England, Illinois, Tennessee, Mexiko und Peru.
Mein Verdacht geht in eine andere Richtung: Tatsache ist, dass chinesische Fluorite röntgenbestrahlt werden, um farbintensiver zu werden. Ausschließen möchte ich nicht, dass dieses Verfahren der Farbverstärkung auch bei Blanchard- und bei gewissen pakistanischen Rosafluoriten praktiziert wird ??
Frage an die Fachleute: Kann es sein, dass dieser röntgenstrahl-farbverstärkende Effekt nur kurzfristig ist und nur kurze Zeit anhält ? Die bestrahlten Kristalle waren ja ehemals so gut wie farblos oder sehr blassblau. (ich hatte mal in Ste Marie ein Lot super-wasser-hellblauer Blanchard-Fluorite in der Hand, daneben kistenweise Blanchard-Fluorite von der tiefsten tintenblauen Farbe. Ich schätze mal, dass die wasserhellen original waren und die tiefblauen bestrahlt. Wer weiß ??).
Vielleicht hilft es, dass, sollte man Farbverluste bei seinen Fluoriten feststellen, man einen Zahnarzt oder einen Röntgenfacharzt zum Freund hat - ein paar Minuten bestrahlt, und schon wirds wieder schön blau oder dunkelgrün Oder ? ???gruß
collector