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Autor Thema: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?  (Gelesen 12867 mal)

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Offline Tobi

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Servus,

ich hatte gerade mit Jürgen (jayjay) eine kleine Plauderrunde über Topase aus Utah (Thomas Range), und er wies mich darauf hin, dass bei denen die Farbe in der Sonne ausbleicht. Da hatte ich leider echt eine Bildungslücke, denn bei diesen Topasen wusste ich das tatsächlich nicht. Deswegen frage ich jetzt in die Runde nach Erfahrungen, wie "schlimm" ich mir das bei diesen Stufen vorzustellen hab:

Geht es schnell, oder ist das eher ein langer Prozess?
Trifft es wirklich auf alle zu, oder gibt es auch farbeständige Kristalle von dort?
Reicht ein recht dunkler Flur ohne direktes Sonnenlicht als Schutz oder zumindest als Verzögerung?

Die gleichen Fragen hätte ich auch gern bezüglich blauem Fluorit aus der Blanchard Mine in New Mexico beantwortet ...

Freu mich auf Erfahrungsberichte ...

Danke & Gruß
Tobi

Offline Embarak

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #1 am: 07 Sep 12, 13:57 »
Hallo Tobi

Ich habe mehrere Topase von der Thomas Range, einige davon lagen über Jahrzehnte bei mir (bzw. davor bei meinem Onkel)
in einer Glasvitrine ohne direkte Sonneneinstrahlung. Vor ein paar Jahren hatte ich den Eindruck, daß die typische Cognacfarbe blasser
geworden ist, war mir aber nicht sicher, ob ich mir das nur einbilde.
Dann habe ich vom Verblassen der Thomas-Topase gelesen und habe mir einen weiteren Topas jüngeren Datums zugelegt.
Im Vergleich zwischen allen alten und dem neuen Topas war der Unterschied nicht mehr zu übersehen.

Ich würde es als schleichenden Prozess bezeichnen. Dunkler Flur ohne direktes Sonnenlicht wäre angebracht.
Direktes Sonnenlicht ist für keine Mineralienvitrine zu empfehlen.
Ich finde die Stücke zu schön, um sie komplett lichtdicht zu lagern.

Ein gewisser Alterungsprozess findet nicht nur beim Sammler statt, sondern auch in der Sammlung.  ;D

Gruß
Norbert

Offline eschuhbauer

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #2 am: 07 Sep 12, 17:29 »
Hallo Tobi,
solange die Topase relativ lichtgeschützt ind der Vitrine lagern ist keine Gefahr. Jedoch dem Sonnenlicht ausgesetzt geht es relativ schnell (2 - 3 Wochen). Dies beweisen die zahllosen Kristalle, die im Geröll im Topaz Valley lose herumliegen und von Kindern gerne aufgelesen werden. Die sind
durch die Bank wasserklar farblos ausgeblichen. Es gibt jedoch in einigen wenigen Stellen der Thomas Range (z.B. am Mile High Claim, oder am
Bachman Claim) kleine pinkfarbene Topase, die nicht ausbleichen, sondern im Gegenteil bei Sonnenlicht die Rosafärbung verstärken. Etwa 100 m
vom Bachman Claim entfernt gibt es sogar orangefarbene Topase, die allerdings ziemlich °sandig" sind.
Beste Grüsse, Erwin (7.9.12.)

Offline Tobi

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #3 am: 07 Sep 12, 17:48 »
Hallo Erwin,

vielen Dank für die Antwort. Meiner ist einer von den normalen, hell cognacfarbenen vom "Topaz Mountain" auf der Thomas Range:
USA/Utah/Juab County/Thomas Range
Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?

Von diesen pinkfarbenen Topasen von der Thomas Range habe ich noch nie gehört, muss ich mal recherchieren ...

Also verstehe ich das richtig, dass eine direkte Sonneneinstrahlung das absolute Gift wäre, eine indirekte und geringe Dosis Tageslicht (Vitrinen sind im Flur, der bei mir der dunkelste Raum der Wohnung ist) nicht unbedingt das Todesurteil für die Farbe ist?

Norbert, auch dir vielen Dank für die Rückmeldung!

Tobi

Offline Philip Blümner

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #4 am: 07 Sep 12, 22:51 »
Hallo Tobi,
viele blaue Fluorite verblassen im Licht. Das gilt für die Blanchard Mine-Fluorite sowie die Halsbrücke-Fluorite z.B. Auch rosa Fluorite können verblassen.
Um möglichst lange Freude daran zu haben, empfiehlt es sich, sie im Dunkeln aufzubewahren  ;)  :-\

Gruß Philip

Offline Tobi

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #5 am: 08 Sep 12, 09:48 »
Hi Philip,

und ist dir selber mal einer ausgeblichen? Ist ja ein Unterschied, ob so eine Stufe innerhalb weniger Monate komplett die Farbe verliert oder eben über viele Jahre hinweg leicht ausbleicht ... Hm, einen blauen aus Halsbrücke such ich auch noch, vielleicht denk ich noch mal drüber nach. Im Dunkeln aufbewahren schont die Stufen, ist mir auch klar ... das mag einem Seltene-Erden-Spezialsammler ja nicht wehtun, aber als Fluoritliebhaber wär das blöd, dann verzichte ich lieber auf entsprechende Stufen :'(

Gruß
Tobi

Offline Mineralroli

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #6 am: 08 Sep 12, 20:52 »
Hallo Philip
Zitat
viele blaue Fluorite verblassen im Licht. Das gilt für die Blanchard Mine-Fluorite sowie die Halsbrücke-Fluorite z.B. Auch rosa Fluorite können verblassen. Um möglichst lange Freude daran zu haben, empfiehlt es sich, sie im Dunkeln aufzubewahren
Meiner Meinung nach bezieht es sich hauptsächlich auf direkter Sonneneinstrahlung. Bei nur Kunstlicht dürfte dieser Effekt nicht in Erscheinung treten da hierfür die Stahlung und die Intensität eine andere ist.
Beste Grüße
Roland

Offline Tobi

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #7 am: 09 Sep 12, 09:19 »
Bei der Aufbewahrung meiner Sammlung trifft aber leider nicht der ideale Zustand zu, dass NUR Kunstlich da ist. Die Vitrinen sind wie erwähnt im Flur, der keine Fenster hat, es gibt also zu keiner Zeit direktes Sonnenlicht auf die Stufen. Es gibt allerdings Übergänge zu den anderen Räumen, die teilweise recht hell sind. Kurzum, es sind Fenster mind. 4 Meter von den Vitrinen entfernt und durch Wände, Möbel etc. so abgeschirmt, dass der Flur eher "dämmrig" ist, wenn nicht das Kunstlich eingeschaltet ist. Muss ich dann auch damit rechnen, in paar Jahren einen weißen Topas aus Utah und einen weißen Fluorit aus der Blanchard Mine zu haben? :-\

Offline Alcest

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #8 am: 09 Sep 12, 09:45 »
Ich habe selbst mal einen komplett farblosen Topas von der Thomas Range bekommen.

Als ich das einem Mineralogiedozenten gegenüber angesprochen habe, meinte dieser, dass das Ausbleichen typisch für diese Stücke und eine sonnenfreie Lagerung empfehlenswert sei.

Wenn die Stufe nicht gerade dreistellig war, würde ich die Flurlagerung riskieren.

Du kannst ja auch den Vorbesitzer fragen, wie die Stufe vorher gelagert wurde.

Offline Stänlsucher

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #9 am: 09 Sep 12, 10:08 »
Glück Auf,
mich würde nun mal interessieren,geht die Farbe nur bei Sonneneinstrahlung verloren oder auch über einen längeren Zeitraum bei Kunstlicht  ???Was für "Strahlung" im Sonnenlicht verursacht den Farbverlust?Man müsste die Ursache finden und könnte ja mit "Filter"? genau diese "Strahlung" abhalten!??
Sind einfach so meine Gedanken dazu!Denke ich muss mich damit mal näher beschäftigen ::),ist ein interessantes Thema!

Glück Auf
Lutz

Offline Philip Blümner

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #10 am: 09 Sep 12, 12:57 »
Hallo Mineralroli,
das habe ich jetzt nicht bedacht. Das ist sicher korrekt.

Ich selber sammle ja keine Fluorite. Die Blanchard-Fluorite von Christian (Chris18) lagern im Dunkeln, nachdem uns Jürgen Tron berichtet hat, dass Blanchard-Fluoritspaltoktaeder binnen weniger Tage deutlich verblasst waren.
In der Wohnung werden die Vitrinen nicht von direkter Sonneneinstrahlung beleuchtet, aber es ist halt, ja, tageslichthell.
Die rosa Fluorite aus Boldut, Rumänien sind in der Vitrine in zwei Jahren fast farblos geworden.

Gruß Philip

Offline Tobi

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #11 am: 09 Sep 12, 16:12 »
... nachdem uns Jürgen Tron berichtet hat, dass Blanchard-Fluoritspaltoktaeder binnen weniger Tage deutlich verblasst waren.
Gut, das ist auch nach ein paar Wochen bei meiner Blanchard-Stufe kein bisschen der Fall. Kann es denn sein, dass die unterschiedlich empfindlich sind, was das angeht? Recht bange registriere ich, dass hier keine wirklichen Gegenbeispiele zum Ausbleichen kommen :-[

Offline Mineralroli

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #12 am: 09 Sep 12, 16:46 »
Hallo
Bei den Fluoriten von denen hier die Rede ist und die in sehr kurzer Zeit ihre Farbe verlieren, bzw. deutlich verblassen, würde ich sagen das es weniger die Sonneneinstrahlung ist. Ich denke das der trockene Raum und der damit verbundene Feuchtigkeitsverlußt auch sein Beitrag dazu leistet. Die Sonneneinstrahlung trocknet auch in den ersten Wochen. Es wäre der selbe Effekt.
Beste Grüße
Roland

Offline Emil Box

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #13 am: 10 Sep 12, 00:02 »
Doelter (1931) schreibt das UV-Licht Fluorit schneller entfärbt als Tageslicht. Röntgenstrahlen (Radiumchlorid) verstärken die Farbe, auch bei Topas.

Gruß
Milo

Offline Collector

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Re: Topas aus Utah / Blanchard-Fluorit - Farbverlust?
« Antwort #14 am: 10 Sep 12, 01:32 »
Hallo

ich glaube, man kann das nicht so verallgemeinern.  Es gibt farbige Fluorite, welche schon in wenigen Jahren verblassen, bzw. ihre Farbe komplett verlieren und es gibt Fluorite, die auch nach mehr als 100 Jahren Lagerung in einer hellen Vitrine (Kunstlicht) nach wie vor bergfrisch ihre Farbe behalten.

Ich hatte in meiner Sammlung wunderschöne himmelblaue Fluorite von Montroc und Le Burc in Frankreich, gefördert um 1970, welche bis heute keinen Farbverlust aufweisen. Ganz extrem auch grünlichblaue Fluorite von Peyrebrune, ebenfalls Frankreich, geborgen um 1880, die wie frisch geboren aussehen.
Ein Freund von mir hat eine Spezialsammlung südfranzösischer Fluorite, so an die 2.000 Stufen, die meisten sind blau; alle stammen aus dem aktiven Bergbau von 1960-2000. Nicht ein einziger Kristall ist blasser als bei seiner Bergung. Und alle liegen in Vitrinen bei ganz normalem Tageslicht.

Im Gegensatz dazu grüne Fluorite aus Hunan in China, die schon 2 Jahre nach Bergung verblassten und nach ca. 5 Jahren farblos wurden. Besonders schlimm empfand ich einen totalen Farbverlust eines bei Bergung tief echt rosaroten (also keine violette Variante) 4 cm großen Dodekaeders (auf Matrix) aus Pakistan; dem man beim verlieren seiner Farbe innerhalb von 3-4 Jahren zusehen konnte.

Überhaupt keine farbliche Veränderung, auch nach jahrelanger Zurschaustellung in Vitrinen, haben violette Fluorita aus Berbes, blaue Fluorite aus La Collada, gelbe Fluorite aus Aouli, grüne aus El Hammam und nicht ein einziger aus der Schweiz, England, Illinois, Tennessee, Mexiko und Peru.

Mein Verdacht geht in eine andere Richtung:  Tatsache ist, dass chinesische Fluorite röntgenbestrahlt werden, um farbintensiver zu werden.  Ausschließen möchte ich nicht, dass dieses Verfahren der Farbverstärkung auch bei Blanchard- und bei gewissen pakistanischen Rosafluoriten praktiziert wird ??

Frage an die Fachleute: Kann es sein, dass dieser röntgenstrahl-farbverstärkende Effekt nur kurzfristig ist und nur kurze Zeit anhält ?  Die bestrahlten Kristalle waren ja ehemals so gut wie farblos oder sehr blassblau. (ich hatte mal in Ste Marie ein Lot super-wasser-hellblauer Blanchard-Fluorite in der Hand, daneben kistenweise Blanchard-Fluorite von der tiefsten tintenblauen Farbe. Ich schätze mal, dass die wasserhellen original waren und die tiefblauen bestrahlt. Wer weiß ??).

Vielleicht hilft es, dass, sollte man Farbverluste bei seinen Fluoriten feststellen, man einen Zahnarzt oder einen Röntgenfacharzt zum Freund hat - ein paar Minuten bestrahlt, und schon wirds wieder schön blau oder dunkelgrün Oder ? ???gruß
collector




 

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