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Autor Thema: Wachstumsphänomene an Kristallen  (Gelesen 32408 mal)

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Offline Josef 84,55

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Wachstumsphänomene an Kristallen
« am: 22 Sep 12, 20:31 »
Hallo,

nach den Wunsch nach einen neuen Thread für dieses interessante Thema unter Mineralienbilder:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/msg,236202
ist hier der erste Beitrag:

Deutschland/Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Oberwolfach/Grube Clara
Wachstumsphänomene an Kristallen


Bariopharmakosiderit in ähnlicher Ausbildung wie Nadelpyrit oder Chalkotrichit. Eigenfund 1998 auf der Werkshalde. Die Bestimmung ist nur visuell, es sind aber am selben Stück Übergänge von einfachen Würfeln über leicht verzerrte orthorhombisch aussehende Kombinationen aus Würfel und Tetraeder, bis zu dünnen Nadeln.

Grüße Josef

Offline Rockhounder

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #1 am: 23 Sep 12, 00:53 »
Hallo Josef,

ein sehr interessantes Stück.Das müsste dann eine Art Skelettwachstum sein.

Gruß Norbert

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #2 am: 23 Sep 12, 09:57 »
Dieses Stück ist für mich immer wieder interessant.
Namibia/Erongo, Region/Omaruru, Kreis/Erongogebirge
Wachstumsphänomene an Kristallen

beste Grüße
Roland

Offline Tobi

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #3 am: 23 Sep 12, 13:42 »
Josef und Roland,

vielen Dank, dass ihr mit solch beeindruckenden Beispielen dieses neue Thema gestartet habt - in beiden Fällen tolle Fotos von sehr interessanten Stücken!

Gruß
Tobi

Offline Hg

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #4 am: 24 Sep 12, 16:16 »
Hallo,

bei dem bereits unter "Mineralienbilder" gezeigten Pyritbild würde mich interessieren, wie so etwas wächst.
Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis/Freystadt, Stadt/Sulzkirchen, Ortsteil/Main-Donaukanal Baustelle
Wachstumsphänomene an Kristallen


Gruß,
Andreas

P.S:
Hoffentlich kommen hier auch Erkärungen zusammen und nicht nur Bilder  ;)

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #5 am: 24 Sep 12, 16:37 »
Hallo
Zitat
Hoffentlich kommen hier auch Erkärungen zusammen und nicht nur Bilder
na klar, Andreas - ich versuch mich mal.
Meiner Meinung nach ist das eine Wachstumsorientierung entlang einem nadligen Mineral.
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.
Ich kenne sowas von Oßling, dort waren die Pyritwürfel wie Schaschlik aufgespießt, daher vermute ich hier ähnliches.
Beste Grüße
Roland

Offline berthold

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #6 am: 24 Sep 12, 16:51 »
Hallo,

Zitat
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.

nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.

Gruß
Berthold

Offline Wegschmeißit

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #7 am: 24 Sep 12, 17:18 »
Hallo,

Zitat
Das könnte Rutil, Allanit (rel. häufig in der Oberpfalz), Goethit oder auch ein anderes Mineral sein.

nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.

Gruß
Berthold

Egal was es ist, es sieht einfach nur geil aus!  :o

Aber dieser Thread ist ja auch dazu da zu erklären wie so etwas
wächst, also immer her mit den Erklärungen.  ;)

GA
Dirk

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #8 am: 24 Sep 12, 18:10 »
Hallo
Zitat
nein, ganz einfach Nadelpyrit - einfach die anderen Bilder ansehen. Das ist eine Homoepitaxie.
na so schnell würde ich mich nicht festlegen, evtl vermuten, denn was man nicht auf Anhieb sieht kann trotzdem da sein.
Wenn ich mir die Basis ansehe könnte schon ein stengliges bzw. nadliges Mineral der Ausangspunkt sein.
Ich sehe verwachsene Pyritoktaeder mit einer Wachstumsorientierung, wo nach auch immer.
Zitat
sieht einfach nur geil aus
in der Tat
Gruß Roland

Offline berthold

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #9 am: 24 Sep 12, 19:22 »
Hallo,

Zitat
na so schnell würde ich mich nicht festlegen, evtl vermuten, denn was man nicht auf Anhieb sieht kann trotzdem da sein.
Wenn ich mir die Basis ansehe könnte schon ein stengliges bzw. nadliges Mineral der Ausangspunkt sein.
Ich sehe verwachsene Pyritoktaeder mit einer Wachstumsorientierung, wo nach auch immer.

doch, da lege ich mich schon fest  :). Erstens muss es ein (nadeliges) Mineral sein, auf dem Pyrit epitaktisch aufwachsen kann. Als einziges Mineral von diesem Fundort kommt nur Nadelpyrit in Betracht. Und zweitens: Wenn man andere  Fotos von dort ansieht
Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis/Freystadt, Stadt/Sulzkirchen, Ortsteil/Main-Donaukanal Baustelle
Wachstumsphänomene an Kristallen

Deutschland/Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Neumarkt in der Oberpfalz, Landkreis/Freystadt, Stadt/Sulzkirchen, Ortsteil/Main-Donaukanal Baustelle
Wachstumsphänomene an Kristallen

dürfte sich weitere Diskussion erübrigen. Zudem ist Homoepitaxie von Pyrit auf Pyrit durchaus nicht so selten ( siehe z.B. auch http://www.berthold-weber.de/mugel.htm )

Gruß
Berthold
« Letzte Änderung: 24 Sep 12, 19:31 von berthold »

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #10 am: 24 Sep 12, 19:55 »
Zitat
dürfte sich weitere Diskussion erübrigen
alles klar, ich halte mich raus und freu dich das Du Recht hast

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #11 am: 24 Sep 12, 20:09 »
weitere schöne Beispiele, zwar nicht die beste Bildqualität, aber gut
Deutschland/Nordrhein-Westfalen/Arnsberg, Bezirk/Hagen/Steinbruch Donnerkuhle
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Offline berthold

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #12 am: 24 Sep 12, 20:14 »
Hallo,

schöne Beispiele, aber ein wesentlicher Unterschied: Die aufsitzenden Kristalle sind hier nicht orientiert aufgewachsen.

Gruß
Berthold

Offline Mineralroli

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #13 am: 24 Sep 12, 20:20 »
Zitat
Die aufsitzenden Kristalle sind hier nicht orientiert aufgewachsen.
davon war auch keine Rede.
Und noch ein weiteres Bild aus meiner eigenen Produktion - Eigenfund
Deutschland/Hessen/Darmstadt, Bezirk/Wetteraukreis/Nidda/Ober-Widdersheim/Steinbruch Nickel (Ober-Widdersheim)
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Offline Josef 84,55

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #14 am: 24 Sep 12, 21:26 »
Hallo Roland,

wie Berthold schon richtig bemerkte, es handelt sich ausschließlich um Pyrit. Warum nun der Pyrit in diesem Fall nadelig gewachsen ist läst sich durch einen durch Strukturfehler bedingten Prozess erklären. Ein Liniendefekt wirkte sich auf einer Fläche stark wachstums-beschleunigend aus. Diese Defekte, auch Versetzungen, engl. Dislocation, genannt, haben die Eigenschaft auf der Fläche immer freie Gitterplätze zu bieten. Die Arbeit, die das System aufwenden muss, um neue Gitterebenen zu bilden, wird dadurch stark vermindert. Zusätzlich könnte eine nicht kristalline Schicht das Wachstum der langsam wachsenden Flächen behindern, was die Verzerrung noch deutlicher machen würde.
Bei dem von Andreas eingefügten Beispiel, gab es in einer zweiten Kristallisationsphase einen Habituswechsel von Nadelpyrit mit Würfelflächen zu Oktaedern, die leicht skelettartig ausgebildet sind. Also eine Parallelverwachsung, neudeutsch Homoepitaxie.

Bei dem ersten Bild das Berthold eingefügt hat, sieht man, dass sich die zweite Generation an den energetisch günstigsten Plätzen gebildet hat, an den Innenecken.

Ein sehr guter Artikel, der deutlich mach, wie komplex sich diese Liniendefekte ausbilden, ist im American Mineralogist:
http://www.minsocam.org/msa/collectors_corner/arc/cuprite.htm
(selber Link wie in Mineralienbilder)

Zu Deinen hübschen Milleriten mit Bravoit, diese sind bis auf die Drehung im letzten Bild nicht ungewöhnlich verzerrt.

Grüße Josef