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Neue Schutzhütten - Architektur vs. Tradition

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Tobi:

--- Zitat von: Brodi69 am 24 Sep 12, 15:49 ---Das Problem der Hütten liegt im ökonomischen Bereich, wie bekommt man genügend Leute zum Übernachten, um einen Neubau überhaupt zu finanzieren... [...] Oft liegt die Lösung im auffallenden Design und Luxus, damit mehr zahlende Gäste zu Besuch kommen, die so helfen die Hütte zu finanzieren...
--- Ende Zitat ---
Das ist an sich ja auch in Ordnung, aber warum muss auffällig gleichbedeutend mit hässlich und auf Gedeih und Verderb pseudo-modern sein? Es muss ja keiner so bauen wie vor 150 Jahren, aber genausowenig müssen die Dinger wie Raumschiffe aus einem schlechten Science-Fiction-Film aussehen ::) Und der angesprochene Luxus lässt sich wohl auch in einer Hütte etablieren, die eben nicht wie 'ne Raumkapsel aus einem Trash-Movie aussieht ...

Aber wie schon gesagt, das ist ja kein Problem, das nur alpine Schutzhütten betrifft ...

Anatas:
Überraschend eindeutig das Votum bisher … selber bin ich eher unentschieden in meiner Meinung.

Man fragt sich natürlich schon ob in diesen neuen Hütten und bei dem lt. Brodi69 zu erwartenden
Publikum "schmutzige Mineraliensammler" noch Ihren Platz finden.

Das sich nichts Gutes daraus ableiten wird kann ich durchaus nachvollziehen. Wir sind oft in das Reintal
(Tal östl. vor dem Beginn des Ahrntales - mineralogisch ziemlich uninteressant) zum Genusswandern
auf die Kassler Hütte - ein schöner Anstieg durch den Wald und dann stetig hoch querend einen wunderbaren
Hohlweg. Irgendwann hat man dann angefangen die Hütte über riesige Abflussrohre (die man vor Ort
Gott sei Dank nicht sieht) an die Kläranlage im Tal anzuschließen. Dann kam das "beste" - es wurden an
die Kassler-Hütte (Steinbau) hinten und vorne Flucht-Treppen aus Metall (verchromt ? ) angebracht - dass
sah vlt. aus :-(    Ein Jahr später war der Hohlweg platt gemacht, der Weg "gepflastert" damit auch die
Turnschuh- und Badelatschen-Fraktion Ihren Anteil an der Sanierung der Hütte (2.275 €) leisten konnte.
Ein trauriges Kapitel    ???

Kluftknacker:
Hallo,

meine Meinung: Lieber futuristische alpine "Unterkünfte" als platt gemachte Berghänge für Skifahrer.

Keiner wird heute eine alpine Schutzhütte traditionell als Massivbau aufbauen (wollen und können) - zu teuer. Die Vorfertigung großer Bauteile im Tal ist da allemal besser. Gegen manche Hotelklötze in etlichen Gemeinden finde ich diese "Hütten" gar nicht so schlecht. Willkommen im 21. Jahrhundert  ;)

Kluftknacker

uwe:
Also mit dem 21. Jahrhundert haben diese architektonischen Entgleisungen überhabt nicht zu tun. Anstelle des blödsinnigen rot/weißen Biwakrohres hätte man auch eine anspechende Holzhütte im Tal zusammenbauen können und diese auf einem Stahlrahmen, welcher zur Verankerung dient hochfliegen können. Solche Hütten (meist Jagdhütten) habe ich in den Tauern schon gesehen. Die tun dem Auge nicht weh.

Auch im 21. Jahrhundert kann man preiswert, modern in der Funktion und landschaftsgerecht bauen.

Persönlich werde ich solche Hütten gottlob nicht mehr sehen müssen. Ich denke im nächsten Jahr vor meinem 70. werde ich die letzte Hochgebirgstour machen.

Uwe

Goldi85:
Hallo,
also ich muss mich da Peter anschließen. Mir gefallen die neuen Alpenhütten ausgesprochen gut! Ich muss z.b. bei dem Design der Monte Rosa Hütte sofort denken, das ist typisch schweizerisch!
Ich denke mal, auch den meisten Hüttenwirten wird es zusagen. Zumindest die, mit denen ich mich schon unterhalten habe. Zu mancher "traditionellen" Hütte (die ohnehin meistens schon den Komfort und die Annehmlichkeiten von 3-Sterne-Hotels bieten) kamen dann ob der rustikalen Anmutung so Sprüche wie "ah ja, die und die Hütte.. da hat man im Speisesaal schon beim Frühstück das Gefühl, dass gleich Adolf und Eva zur Tür hereinkommen!"
Und für die Touris dann am besten noch Heidi samt dem Ziegenpeter in den Vorgarten gesetzt, Retro ist ja so Chic.
Macht euch doch auch mal Gedanken, warum es so gemacht wird und nicht anders. Eine Stahlbaukonstruktion kann man fest und stabil gestalten, auch was den Angriff durch Wind und Wetter angeht und sie bleibt trotzdem mit dem Hubschrauber transportfähig. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, der sich Anforderungsliste nennt. Energieversorgung und Abfall- und Abwasserwirtschaft, das ganze mit Null Impakt für die Umwelt sind dann so weitere Punkte. Massivbau hat dagegen schon in "harmlosen" Regionen 70cm dicke Mauern, da brauchts dann extra eine Seilbahn oder einen Fahrweg für. Um das ganze mal mit der Biwakröhre zu vergleichen, wie dick müssten bei einer Holzkonstruktion die Wände sein um überhaupt den Hubschraubertransport zu überstehen und wieviel würde das wiegen? Mal zum Vergleich, die meisten Biwakschachteln sehen eher so aus:
http://alpi-ticinesi.ch/ticino/bilder/ledu.jpg
Nun, DAS tut meinen Augen weh.

Gruß  Daniel

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