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Autor Thema: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale  (Gelesen 5745 mal)

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Offline Roadrunner

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Hallo,

ich hab hier ein paar Stufen, welche ich nicht so recht bestimmen kann.
Es handelt sich um Kupferschlacke von der Eckhardthütte bei Leimbach (Sachsen Anhalt)
Im ersten Bild sind sehr kleine blaue kugelförmige Aggregate in einer kleinen Druse zu sehen. Da die Aggregate so winzig sind, erst bei 40 facher Vergrößerung zu erkennen, ist die Bestimmung nicht gerade einfach.

Auf den weiteren Bildern ist ein metallisches Mineral zu sehen mit folgenden Eigenschaften:
- sehr weich (mit Nadel ritzbar), aber die Nadel bleibt nicht stecken!
- mit Sekundärmineralen von Kupfer vergesellschaftet
- Silberlocken in unmittelbarer Nähe gefunden
- Spröde
- Metallglanz teilweise mit rötlichem Stich
- recht hohe Dichte
- opak

Vielleicht hat jemand eine Vermutung was das sein könnte.

Roadrunner

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« Letzte Änderung: 27 Oct 12, 11:50 von Roadrunner »

Offline smoeller

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #1 am: 27 Oct 12, 09:22 »
Hallo,

Das erste könnte Connellit sein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Roadrunner

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #2 am: 27 Oct 12, 11:54 »
Danke für den Tipp. An Connellit dachte ich auch, bin mir aber nicht sicher. Bei den anderen Stufen hab ich aber keinen blassen Schimmer was das sein könnte.
Ach ja magnetisch ist die Schlacke wo das Zeug drin ist auch.
Nur die sehr geringe Härte macht mich stutzig.
« Letzte Änderung: 28 Oct 12, 17:47 von Roadrunner »

Offline Kupperdroll

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #3 am: 28 Oct 12, 11:32 »
Hallo,Mark!

Connellit würde ich erstmal mit "?"benennen.Darunter  wäre Fayalith? und das letzte ist eine met. Phase bei der Kupferschmelze.Schicke dir mal 'ne PN!

MfG

Offline smoeller

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #4 am: 29 Oct 12, 11:07 »
Hallo,

Die letzten drei Fotos würde ich für oxidische Eisenminerale halten, tw. als Pseudomorphosen. Solche Minerale sind schwer zu bestimmen, da braucht man zumindest immer eine gute Röntgen-Pulveraufnahme (XRD) zur Phasenbestimmung. Häufig ist es (meist schlecht kristalliner) Goethit, oder amorphes Siderogel (Eisenhydroxid), in selteneren Fällen sind auch noch Lepidokrokit oder Akaganeit mit von der Partie. Die Kristalle könnten durchaus mal u.a. Jarosit gewesen sein, oder eine dieser Phasen, die man kaum mal frisch sieht, wie Ferrihydrit, Feroxyhit oder "Green Rust". Auch Delafossit ist nicht auszuschließen, ein Kupfer-Eisen-Oxid.

Glück Auf!
Smoeller

Offline Roadrunner

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #5 am: 29 Oct 12, 19:59 »
Hallo Smoeller,

Danke für die Hinweise. Auf die Idee einer Pseudomorphose bin ich noch gar nicht gekommen. Das würde denke ich auch die geringe Härte einer Pseudomorphose nach Jarosit erklären oder sehe ich das falsch?



Offline Uwe Kolitsch

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #6 am: 30 Oct 12, 17:58 »
Alle vier sind ohne genauere Untersuchung nicht zu bestimmen.
Nr. 1 könnte zwar Connellit sein, wäre dann aber ein ungewöhnlich blasses Exemplar (stimmt die Farbe auf dem Foto?).

Offline Roadrunner

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #7 am: 01 Nov 12, 18:32 »
Hallo,
leider hat man bei den teilweise doch sehr winzigen Schlackemineralien keine wirkliche Handhabung für die Bestimmung. Zumindest nicht ohne teures Equipment. Die kleinen Kugeln hab ich so gut es ging fotografiert. Mit bloßem Auge sind sie so gut wie nicht zu erkennen, Einzelheiten schon garnicht. Wie gesagt erst unter 40facher Vergrößerung kann man etwas erahnen (mein Bino hat leider nur 40fach). Die Farbe ist wirklich blaßblau, so ziemlich genau wie auf dem Foto.

Offline Schlacke

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #8 am: 01 Nov 12, 20:12 »

Hi,

die Nr. 2-4 sind keine sekundären Mineralbildungen, sie sind Schlackenbestandteile. Die Eckardtshütte war eine sog. Rohhütte, d. h. der angelieferte Kupferschiefer wurde geröstet und dann auf Rohstein verarbeitet. Wir kennen den Schacht nicht, von dem die Schiefer kamen, kennen den anteiligen Hüttenprozess nicht, ergo lässt sich keine Aussage ohne Analyse machen.
Teilweise wurde auch der Rohstein in Leimbach nochmals geröstet.  Daran ändert auch die Fundstelle nichts, ob an der Straße nach Vatterode oder die Schlackenreste im Ortskern, im Bereich der grossen Strassenkreuzung, das Material ist identisch und ohne Analyse nicht zu bestimmen.

Glückauf!

Schlacke

Offline Roadrunner

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Re: Schlackeminerale Kupferschlacke Unbekannte Minerale
« Antwort #9 am: 01 Nov 12, 21:37 »
Hallo Schlacke,

oje, das hatte ich bereits vermutet und auch befürchtet, mal sehen ob ich es irgendwann mal analysieren lassen kann.
Bis dahin werde ich die Stufen halt als Schlackeminerale deklarieren.
Kann es sein, das Du zu der Münchener Truppe gehörst, welche in Sachen Micromounts tätig sind?
Ich komm grad nicht auf den Namen, aber bei den Schlackehalden taucht die Truppe immer auf. Ist 'ne echt tolle Sache was Die machen.
Glück auf!
Roadrunner

 

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