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Könne wir als Sammler objektiv sein?
uwe:
Ich wag mich wieder mal auf dünnes Eis.
Beim Betrachten der Heliodoraufnahmen von Schluchti habe ich mich gefragt, ob wir Bilder von wunderschönen Mineralen überhaupt objektiv bewerten können. Zugegeben, bei den Aufnahmen der beiden Kristalle stimmt nach meiner Meinung so ziemlich alles. Vor allem wurde die, nach meiner Meinung schwierigste Aufgabe bei der Mineralstufenfotografie - die Struktur, sehr gut abgebildet.
Keine Frage, es sind Spitzenfotografien und wenn ich Fotos bewerten wollte, gäbe ich auch eine 10. Aber lassen wir uns nicht auch von der relativen Seltenheit und Ausbildung solcher Kristalle und den harmonischen Farben beeinflussen? Wären wir nicht auch begeister, wenn die Ausleuchtung nicht optimal wäre?
Ich habe z.B. eine Stufe, bei der auf violetten Fluoritrasen blasse, grüne Parasymplesitkugeln aufgewachsen sind. Selbst wenn ich davon eine Spitzenaufnahme machen würde (wozu ich nicht in der Lage bin), würde das Bild farblich so häßlich wirken, daß man es sofort wieder schließen würde.
Ich erfreue mich an gelungenen Aufnahmen, bin aber einer Bewertung gegenüber eher skeptisch.
Uwe
Walpurgin:
Hallo Uwe,
Bin vollkommen deiner Meinung, ich kann zu den Fotos keinerlei objektive Meinung abgeben und mache dies auch nicht.
Ich wüsste nicht was ich da bewerten sollte (das eigentliche Foto oder doch die Stufe).
Stefan:
Hallo Uwe,
wir bewerten primär nicht die Qualität eines Bildes sondern die Gefälligkeit eines Bildes. Es wird immer eine Mischung aus Handwerkskunst und Schönheit sein. Allein schon weil kaum vergleichbare Betrachtungs-Ausstattung vorhanden ist, ist eine rein handwerkliche Betrachtung sinnlos. Insofern wird hier auch niemand wirklich objektiv beurteilen. Dennoch ist im Durchschnitt ein gewisser Bereich abzulesen der den Gemeingschmack widerspiegelt. Dieses Kriterium ziehen wir heran um die Anzeigeposition festzulegen. Autoren sollten sich davon lösen nur gefällige Bilder zu machen. Handwerklich sollte jeder sein Bestes geben und an sich ggf. arbeiten. Ob die Stufe dann gefällt spielt nur eine untergeordnete Rolle. Auch hässliche Mineralien helfen einen Fund einzuordnen so auf dem Bild was zu erkennen ist.
Besten Gruß
Stefan
Krizu:
Hallo Uwe,
nein, wir können nicht objektiv sein!
Es gibt in meinen Augen einen technischen Katalog:
- Schärfe
- Ausnutzung des Bildbereichs
- Kontrastumfang
- Über- und Unterbelichtung
- Farbkontraste
- Hintergrund
- Kit
- "schwebt" die Stufe
- farbige Reflexe aus der Umgebung
- Kantenschärfe (JPG-Fehler oder Überbelichtung)
Dazu kommt der subjektive Katalog:
- Bildaufbau
- Akzentuierung der Flächen durch Reflexe
- subjektive Farbtreue ohne die Stufe zu kennen (untergeordnet)
- Objekt selber (deine Kritik)
Ich habe versucht einen glaskaren Fluorit zu knipsen, der sehr schöne Flächen hat. Niederlage auf ganzer Front. Auch habe ich jahrelang am Mikroskop gesessen und 95% meiner Bilder sind langweilig mittenzentriert, ohne Goldenen Schnitt etc zu beachten.
Das ist das was Stefan sagt: Es gibt die Kalenderblatt-Fotos und die Doku-Fotos. Die zweiten müssen auch alles erkennbar zeigen mit guter Qualität, aber es wird nie den Weg in den Kalender finden, die graue Maus, wohl aber wichtig für die Dokumentation sein.
Mfg
Frank
raritätenjäger:
Hallo,
müssen wir?
Gruß
Andreas
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