Hi Linda
Naja, im Vergleich zur Flusssäure ist Salzsäure wirklich eher harmlos...
Zu den Stücken: Fängt es den stark an zu sprudeln oder schäumen, wenn Du die Stücke in die Salzsäure legst ? Falls ja, hast Du irgendein Carbonat (meist Calcit oder Aragonit) in der Matrix. Das ist suboptimal, da die sich natürlich in der Salzsäure auflösen. Der Pyrit wird wohl heile bleiben, wenn Du Pech hast, liegen die Pyritkristalle aber irgendwann lose unten in der Schale. In dem Falle wäre aber auch Oxalsäure nicht so der Hit, da sich mit Oxalsäure sehr schwerlösliche Calciumoxalate bilden und die sind nicht grade besonders schön anzuschaun.
Zwei Möglichkeiten falls tatsächlich Carbonat in der Matrix ist: Entweder mit Dithionit beigehen, das greift die Carbonate nicht an, löst Eisenoxide aber nur äußerst langsam und ist bei dicken Schichten praktisch wirkungslos. Oder aber etwas Matrix opfern und die Stufe nur relativ kurz, dafür aber in konz. Salzsäure tauchen. Die konz. Salzsäure löst dabei dünne bis mittlere Eisenoxidschichten relativ schnell auf und in der kurzen Zeit (max. 5 Minuten !) löst sich auch nicht so viel Calcit aus der Matrix, das diese sich völlig auflöst (außer bei sehr kleinen Stufen !). Die Matrix sieht danach allerdings etwas abgelutscht aus, was nicht jeder unbedingt schön findet. Das habe ich oft bei Markasiten aus den Mergelgruben um Hannover gemacht. Ok, die habe ich eh aus dem Mergel herausgeätzt (mit Salzsäure), aber in der verdünnten HCl löst sich nicht immer die Eisenoxidschicht mit auf. Schlimmer noch, die sieht je nach dicke dann irgendwie löchrig und unregelmäßig aus, wirklich hässlich. Dann lieber nochmal für ein paar Sekunden in die konz. Salzsäure (30-33%) und danach sind die Markasite (und Pyrite) schön blank - oder, in sehr seltenen Fällen, Schrott. Die typische goldgelbe Farbe kommt nach ein paar Wochen oder Monaten von alleine zurück (Markasit wird in der konz HCl fast weiß und sieht erstmal eher nach Arsenopyrit aus). Pyrit wird auch merklich helle, behällt aber einen deutlichen gelbstich, der mit der Zeit auch wieder intensiver wird. Wichtig ist auf jeden Fall gut wässern und mit verd. Ammoniak gut neutralisieren (ruhig mehrere Wochen in verd. NH3 liegenlassen).