https://edelsteintage-bremen.dehttp://vfmg.de/der-aufschluss/https://fossilsworldwide.de/

Autor Thema: Verwittertes pyrit  (Gelesen 10109 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Linda

  • ***
  • Beiträge: 53
Verwittertes pyrit
« am: 02 Jan 13, 23:29 »
Hallo zusammen,
Habe am Wochenende sehr schöne Pyritstufen im Sauerland gefunden, Würfel und Sonnen, die Kristalle sind teilweise extrem schön ausgebildet, nur leider sind sie stellenweise stark verwittert, oxidiert, sieht regelrecht verrostet aus, habe sie auf einer Baustelle gefunden, gibt es eine Möglichkeit was gegen dieses hässliche Braun zu tun? Die sahen im ersten Moment echt spannend aus, nur im Regal sehen sie jetzt eben aus wie ein Stein vom Straßenrand  :-[ wäre toll wenn jemand einen hilfreichen Tipp hat  :)
Linda

Offline prehnit100

  • ***
  • Beiträge: 480
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #1 am: 03 Jan 13, 09:36 »
Hallo Linda,

wenn es sich nur um einen dünnen Belag handelt, kannst du versuchen diesen mit Oxalsäure zu entfernen.
Wie das geht und Alternativen ? Einfach mal unter dem Stichwort hier im Forum suchen. Da kommen jede Menge Einträge.

Falls der Pyrit jedoch schon stärker umgewandelt ist bringt das nichts. Der Rost geht zwar weg, aber zurück bleibt eine mehr oder weniger löcherige Oberfläche welche erst recht "sch..." aussieht. Kannst Du mal ein Bild des Stückes einstellen ?

Offline Linda

  • ***
  • Beiträge: 53
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #2 am: 05 Jan 13, 19:52 »
hab jetzt mal ein extra hässliches Stück genommen, das hab ich auch nur mitgenommen um daran zu testen ob ich den Rost abkriege :D

Offline prehnit100

  • ***
  • Beiträge: 480
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #3 am: 08 Jan 13, 08:56 »
hallo Linda,

falls du andere stücke mit frei gewachsenen kristallen hast, könntest du bei dem angebildeten stück mal testen.
ich vermute aber, dass sich der aufwand nicht lohnt :-(

Offline Linda

  • ***
  • Beiträge: 53
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #4 am: 08 Jan 13, 16:16 »
Ja ich werd's mal probieren, um einige Kristalle wäre es schade, aber der Rost ist eben überall und so sieht's auch blöd aus :)

Offline Jochen1Knochen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.137
  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #5 am: 09 Jan 13, 22:06 »
Hallo!
Ich hatte da auch so was.Hab das mal schnell gemacht.2min in Salzsäure und dann im Wasser kräftig abgebürstet.Mehr will ich da nicht tun,da ich keine lange Einwirkzeit der Säure möchte.

Offline Jochen1Knochen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.137
  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #6 am: 09 Jan 13, 22:07 »
und jetzt einigermaßen sauber:

Offline Jochen1Knochen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.137
  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #7 am: 09 Jan 13, 22:10 »
Erwarte aber nicht zuviel.Kristalle mit Überzügen haben selten Glanz.Man sieht dann schon den Unterschied zu hochglänzendem Pyrit.
Gruß Jens

Offline Wegschmeißit

  • inaktiver User
  • *****
  • Beiträge: 565
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #8 am: 09 Jan 13, 22:32 »

2min in Salzsäure und dann im Wasser kräftig abgebürstet. Mehr will ich da nicht tun,da ich keine lange Einwirkzeit der Säure möchte.

Länger wäre da auch suboptimal! Wie hoch ist die Konz. deiner HCl?

Gruß Dirk

Offline Jochen1Knochen

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 2.137
  • In meinem Brunnen ist ein Quarzgang
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #9 am: 10 Jan 13, 20:35 »
Hallo Dirk!
mit etwas Verdünnung Pi mal Daumen 25% ;)
Natürlich geht auch eine längere Einwirkzeit,allerdings war ich mir nicht sicher,ob ich den Rost überhaupt wegmachen will.Mit etwas Rost sieht das natürlicher aus denke ich.
Gruß Jens

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #10 am: 13 Jan 13, 16:16 »
Hi

Man kann solche Pyrite auch problemlos in konz. Salzsäure "vergessen", die werden oberflächlich nur wenig angegriffen. Primär geht der Rost ab. Allerdings sollte man den Pyriten, die (lange) in Salzsäure gelegen haben ein unverhältnissmäßig längeres Bad in verd. Ammoniaklösung gönnen. Ich habe z.B. aus Kalkstein freigeätzte Pyrite mindestens zwei Wochen in Ammoniaklösung neutralisiert. Wichtig hier ist es, den Ammoniak mit deionisiertem Wasser zu verdünnen. Bei Leitungswasser kann es, je nach Härtegrad, zur ausfällung von Calcit kommen und dann muß der Pyrit wieder in die Salzsäure, dann wieder in den Ammoniak etc. ....

Offline Linda

  • ***
  • Beiträge: 53
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #11 am: 14 Jan 13, 20:58 »
Salzsäure klingt immer so gruselig, ich denke ich versuch es erst mal mit oxalsäure... An die Salzsäure kann ich mich ja mal wagen wenn ich es damit nicht hin gekriegt habe, aber trotzdem danke für die Tipps  :) ich denke an einigen Stücken kann ich es auch so lassen, gehört ja auch dazu, nur bei einigen sieht man gar nicht,dass es pyrit ist

Offline Krizu

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.123
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #12 am: 14 Jan 13, 22:24 »
lol - ich denke bei Oxalsäure immer an giftig :-) und ätzend, Salzsäure ist nur ätzend.
Nur weil eine Säure rogansich ist muss die nicht gut oderharmlos sein.

MfG

Frank

Offline Linda

  • ***
  • Beiträge: 53
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #13 am: 14 Jan 13, 23:10 »
Ja das stimmt natürlich auch  ;) 

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Verwittertes pyrit
« Antwort #14 am: 19 Jan 13, 15:51 »
Hi

Tja, ich glaube ich habe mir inzwischen fast jede anorganische Säure mindestens mal kurz über die Hände gegossen (natürlich nicht beabsichtigt  :o ) und am "gruseligsten" war die konz. Schwefelsäure, weil es in doch recht kurzer Zeit (t < 5s) wirklich unangenehm heiß wird - und man viel Wasser braucht um die runter zu bekommen. Im Vergleich dazu würde ich in Salzsäure schon fast baden. Salpetersäure ist auch immer recht unangenehm, vor allem, weil die Finger danauch so hässlich braun werden. Laugen finde ich persönlich noch viel schlimmer als die Säuren, da man durch die glipschigen Finger praktisch nichts mehr fassen kann und u.U. auch den Wasserhahn nicht mehr aufgekommt. Zudem dauert es ewig, den Schmiereffekt wieder runter zu bekommen. Tip: 30% Schwefelsäure !
Wenn ich mit starken Säuren oder Laugen arbeite, dann immer mit laufendem Wasser in der Nähe. Dann muß man im Fall der Fälle nicht erst umständlich den Hahn aufdrehen und hat die Grütze flott von den Pfoten. Die klobigen Säureschutzhandschuhe nerven eigentlich immer nur: Man hat praktisch kein Gefühl mehr in den Fingern und wer garantiert einem, das die auch wirklich dicht sind. In der Uni hatte jeder zweite Löcher und dann merkt man die Verätzungen erst, wenn sie weh tun - was irgendwie etwas arg spät ist; dann hat man nämlich wirklich lange "Spass" dran. Mein Motto: Respekt ja - Angst nein !

@Frank: Oxalsäure wird doch erst dann wirklich giftig, wenn man das feste Pulver in konz. Schwefelsäure kippt...

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge