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Dendriten oder Pseudos oder ???
cmd.powell:
Hallo
Man muß hier etwas vorsichtig sein, da es zwei Definitionen für den Begriff "Dendrit" in den Geowissenschaften gibt (fachübergreifend sogar noch mehr). Zu einen die bereits besagten Eisen- und/oder Manganoxidablagerungen in dünnen Gesteinsspalten und zum Anderen die bevorzugte Wachstumsrichtung von Kristallen in übersättigen Gasphasen oder Schmelzen ! Dabei werden die Gitterbausteine in bestimmten, vom Mineral (!) abhängigen Vorzugsrichtungen an das bestehende Gitter angelagert, wärend andere Gitterrichtungen erheblich langsamer "wachsen". Normalerweise bestimmern die langsam wachsenden Gitterebenen die äußere Gestalt eines Kristalls, bei den Dendriten ist es aber andersherum und das funzt eben nur aus übersättigen Medien.
Man darf jetzt nicht den Fehler machen, und z.B. grobe makroskopische Strukturen einfach als (krist.) Dendrit bezeichnen, nur weil es bäumchenförmig ausschaut (auch wenn das dem Ursprung des Wortes entspricht). Es muss schon ein Einkristall vorliegen, bei dem entsprechende Vorzugsrichtungen im Wachstum begünstigt wurden. Parallel dazu spricht man hier auch oft von Skelettwachstum. Das es sich bei den gezeigten Mixiten wirklich um Dendriten im kristallographischen Sinne handelt wage ich zu bezweifeln, da Mixit nunmal in stark prismatischem Habitus kristallisiert (Nadeln) und diese sich in büschelförmigen Aggregaten anordnen. Auf einigen Nadeln der Büschel sind widerum willkürlich weitere Büschel von Nadel aufgewachsen. Das ist kein Dendrit im kristallographischen Sinne. Ein Dendrit im kristallographischen Sinne ist z.B. eine Schneeflocke oder die skelettförmigen Perowskite aus der Eifel etc.. Wichtig ist, das auch an diesen dendriten das Gesetz der Winkelkonstanz erhalten bleibt, was man auch leicht beobachten kann.
Gut, klaro, man kann natürlich auch alles, was irgendwie bäumchen- oder ästchenförmig gewachsen ist als Dendrit bezeichnen, jedoch muss man diese Gebilde von den kristallographischen Dendriten klar trennen (und vielleicht auch erwähnen, wovon man grade redet).
Jochen1Knochen:
Hallo!
Und wenn büschelförmiges Wachstum zum dentritischen Wachstum neigt?
Sozusagen Dentritenbüschel entstehen?
Gruß Jens
cmd.powell:
--- Zitat von: Jochen1Knochen am 13 Jan 13, 18:58 ---Hallo!
Und wenn büschelförmiges Wachstum zum dentritischen Wachstum neigt?
Sozusagen Dentritenbüschel entstehen?
Gruß Jens
--- Ende Zitat ---
Wenn es ich um kristallographische Dendriten handel soll, würden die "Dendriten" als "Auswüchse" an bevorzugten Gitterebenen der einzelnen Kristalle (in dem Falle einzelner Nadeln) auftreten und somit für das blosse Auge wahrscheinlich gar nicht sichtbar sein. Vielleicht könnte es durch innere Verspannungen des Kristallgitter (z.B. durch Stufenversetzungen) auch zu Aufspaltungen oder rundlichen Formen kommen, da müsste ich mich aber auch nochmal schlau machen...
Stänlsucher:
Glück Auf,
jetzt bin erst mal etwas überfordert ??? Ich gehe jetzt mal davon aus,bei dem Mixit handelt es sich nicht um Dendriten.Habe auch mal verschiedene Literatur zu Rate gezogen und bin auf Grund des Wachstums von "Büschel",auf "Büschel",zwar eine besondere Ausbildung für Mixit(hexakonal) ist,aber keine Dendriten im kristallographischen Sinne sind.
Denke aber schon, es gibt Gründe für die speziele verästelte(Bäumchen) Wuchsform,zu mal diese, bei mir, nur in diesen Auslaugungsholräumen vorkommen!Gehe mal davon aus,das schon eine Übersättigung bei der Überprägung des Gesteins vorlag!???
Werde mich mal weiter etwas einlesen und noch die Eine oder Andere Meinung einholen!
Ist ganz schön interessant,wenn man versucht in so etwas rein zu steigen um die Entstehung zu "verstehen"!
Glück Auf
Lutz
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