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Autor Thema: Gedichte vom Bergbau  (Gelesen 16500 mal)

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Offline Steini LDK

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Gedichte vom Bergbau
« am: 14 Jan 05, 23:17 »
Hallo wer Gedichte vom Bergbau ??????????????

Offline Steini LDK

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #1 am: 14 Jan 05, 23:25 »
Hier ein erstes von mir!


***GLÜCK AUF***
Glück auf! So heißt des Bergmanns Wort.
Das schallt zu allen Zeiten fort.
Er schpricht´s ,wenn er zum tiefen Schacht
hinunterfährt in schwarzer Tracht,
und wenn er steigt zu Tage auf,
so ruft sein Mund das Wort Glück auf!

Glück auf! Darum zu aller Zeit
in Trauer und in Freudigkeit,
in Gottes heller Sonnenpracht,
im rabenschwarzen Felsenschacht.
Ob´s nun hinab, ob´s nun hinauf,
des Bergmanns Wort, es heißt

 ***GLÜCK AUF***

                                           (Vogel)

Offline rheinkiesel

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #2 am: 18 Jan 05, 15:55 »

Hallo Steini LDK,

mit Gedichten kann ich zwar nicht dienen,
aber es gibt doch auch normale Texte, die geradezu poetisch sind,
z.B.:

"Was sind Minerale?

... Diese relativ seltenen Erscheinungen besitzen genug an
Schönheit, Reinheit und Perfektion des Außernatürlichen,
um sie als göttliche Gabe zu verehren.
Dennoch gehören Minerale zu unserer Welt...
In den heißen Gluten des Erdinnern,
unter der unvorstellbaren Auflast der Gebirge
und in der Stille des Tropfsteins einer dunklen Höhle
stehen ihre Wiegen."

oder:

"Kristalle...

...sind der sichtbare Ausdruck einer inneren Welt aus räumlichen Symmetrien...
Man kann an ihnen außen feststellen, nach welchen Prizipien sie innen gebaut sind.
Sie werden dadurch zu Fenstern in die Gitterwelt der Atome und Moleküle."

Beschreibt das nicht wunderschön, warum Mineraliensammeln so faszinierend ist ?

Entnommen wurden die Texte übrigend aus einer Schrift des Naturkundemuseums Reutlingen:
"Mineralien - Aufbau und Entstehung".


Viele Grüße vom
Rheinkiesel




Offline der Sauerländer

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #3 am: 18 Jan 05, 17:57 »
Hallo

Erst mal, aus einem märkischen Kirchengebet des 17.Jhdts.


Segne die löblichen Bergwerke und sprich,
daß die Steine dieses Landes Eisen werden,
laß uns Erz aus den Bergen hauen
und gib Deinen Segen zu allerhand
Eisen-und Strahlendraht-Hantierung,
damit wir durch dieses Mittel,
daß Du uns gegeben hast, auf diesen
unfruchtbaren Steinklippen
unser tägliches Brot haben können.

Offline der Sauerländer

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #4 am: 18 Jan 05, 18:18 »
     
         BERGMANNSLEBEN

In das ew`ge Dunkel nieder
Steigt der Knappe, der Gebieter
Einer unterird`schen Welt.
Er, der stillen Nacht Gefährte
athmet tief im Schooß der Erde,
den kein Himmelslicht erhellt.
Neu verjüngt mit jedem Morgen
geht die Sonne ihren Lauf,
ungestört ertönt der Berge
uralt Zauberwort...Glück Auf!

Da umschwebt uns heil`ges Schweigen,
und aus blauen Flammen steigen
Geister in die grause Nacht.
Doch ihr eignes Thun verschwindet,
fester sind sie uns verbündet
bauen uns den düstern Schacht.
Nimmer können sie uns zwingen
und sie hält ein ew`ger Bann:
Wir bekämpfen alle Mächte
mit der Mutter Talisman.

Durch der Stollen weite Länge,
durch das Labyrinth der Gänge
wandern wir den sichern Weg.
Über nie erforschte Gründe,
über dunkle Höllenschlünde,
leitet schwankend uns der Steg:
Ohne Grauen, ohne Zaudern
dringen wir ins düstre Reich,
führen auf metall`ne Wände
jauchzend den gewalt`gen Streich.

Unter unsers Fäustels Schlägen
quillt der Erde reicher Segen
aus der Felsenkluft hervor.
Was wir in dem Schacht gewonnen,
steigt zum reinen Glanz der Sonnen,
zu des Tages Licht empor.
Herrlich lohnt sich unser Streben,
bringet eine gold`ne Welt
und des Demant Pracht zu Tage,
die in finst`rer Tiefe schwellt.

In der Erde dunklem Schooße
blühen uns die schönsten Loose,
strahlet uns ein göttlich Licht.
Einst durch düstre Felsenspalten
wird es seinen Sitz entfalten,
aber wir erblinden nicht.
Wie wir treu der Mutter bleiben,
lebend in dem düstern Schacht,
hüllt uns in der Mutter Schleier
einst die ewig lange Nacht.


(von Theodor Körner, "Grubenklänge", Mühlheim a. d. Ruhr, 1838)



























Offline der Sauerländer

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #5 am: 18 Jan 05, 18:36 »
Spruch

Hier, in Hemer-Landhausen, gibt es heute noch ein Haus von 1803. Es gehörte dem Bergmann Dietrich Gahle.
Er arbeitete in der Grube "Tiefbau zu Hövel" in Iserlohn.
Im Balken über dem Eingang steht der Spruch:

WO OISEN LIRT UN EIKEN WASST
DO SIN OK LUI DUI DOBI PASST

...übersetzt ruhig mal selber ;)

der Sauerländer

P. S. der Dialekt dieses Spruches weicht etwas ab von dem Plattdeutsch, wie ich es noch sprechen kann.

Offline McSchuerf

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #6 am: 18 Jan 05, 20:35 »
Hallo Wilhelm,

gibt's auf der Volkshochschule evtl. Abendkurse für Plattdytsch? ;)..ich muss mich dann wohl da mal anmelden.. :-X

Gruß aus dem gar nicht 'platten' sondern eher bergigen Taunusland...
« Letzte Änderung: 18 Jan 05, 20:36 von McSchuerf »

Offline Steini LDK

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #7 am: 18 Jan 05, 22:58 »
Hallo!

Na da sind ja feine Sachen dabei.
Ich hoffe es kommt noch mehr.

Wilhelm ich spreche ja auch platt
(bin ein Bub vom Dorf)
aber das kann ich leider nicht übersetzen.

Gruß vom Steini LDK (DIRK ROTH)

Offline der Sauerländer

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #8 am: 19 Jan 05, 21:02 »
Hallo Peter

Zu deiner Frage.....also hier an der Volkshochschule wird Platt nicht angeboten :(
Ist ja regional verschieden. Musste mal gucken...bei euch.
Hier gibt es s. g. Mundart-Gruppen, die diesen Brauch noch pflegen. Gott-sei-Dank!

Hall Steini

Is doch ganz einfach....säu, do wiäfe mol käiken. Iak häwe mol sächt.....

WO EISEN LIEGT UND EICHEN WACHSEN
DA SIND AUCH LEUTE; DIE DAZU PASSEN

Alles Klar?

Offline Schatten

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Re: Gedichte vom Bergbau
« Antwort #9 am: 19 Jan 05, 22:07 »
Was ausm harzer Bergbau:

"Es grüne die Tanne,
es wachse das Erz,
Gott schenke uns allen
Ein fröhliches Herz!"
So tönts aus den Schluchten
Des Harzes heraus,
Vom jeglichem Berge,
Aus jeglichem Haus.

Und was man sich wünschet,
Gefunden wirds hier:
Schlank stehen die Tannen
Im grünem Revier,
Und unter den Bergen
Aus Felsengestein
Da gräbt man die Erze
In blitzigem Schein.

Der Frohsinn begleitet
Im Forste und Schacht
Hier jeden Bewohner
Bei Tag und bei Nacht,
Daheim bei den Seinen
Imtraulichen Kreis,
Beim Schießen und Singen
Um Ehre und Preis.

Drum hört man den Wahlspruch
Früh morgens und spat
Tief unten und oben,
Auf jeglichem Pfad:
"Es grüne die Tanne,
Es wachse das Erz,
Gott schenke uns allen
Ein fröhliches Herz!"


Glück Auf vom
schatten




 

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