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Autor Thema: Ein Smartphone als Geigerzähler...  (Gelesen 15415 mal)

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Offline cmd.powell

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #15 am: 08 Jul 12, 15:14 »
Hi,

du beschreibst gerade die EDX ;-)

MfG

Frank

Naja logisch, nichts anderes macht ein EDX auch. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob mit dem normalen Silicium aus den üblichen Kamerachips auch Röntgenstrahlung nachgewiesen werden kann, ist vielleicht einen Versuch wert.

Der Haken bei der Sache ist, und das erklärt auch die Ernüchterung von Stefan, das die richtigen Detektoren natürlich auch speziell für diesen Zweck hergestellt werden und entsprechend optimiert sind. So weisen die Halbleiterdetektoren zwar wie jede "normale" Diode einen PN-Übergang auf, jedoch ist die n-dotierte Zone überverhältnismäßig groß, da hier durch die Strahlung frei Ladungsträger gebildet werden sollen. Der PN-Übergang, welcher eine Diode darstellt, wird dann in Sperrichtung betrieben und die durch die Strahlung gebildete Ladung (Elektron-Loch-Paar) erzeugt einen auswertbaren "Energieimpuls", welcher zugleich äquivalent zur Teilchenenergie ist (ein hochenergetische Teilchen erzeugt mehr Elektron-Loch-Paare als ein niederenergetischen Teilchen).  Bei "normalen" Dioden (oder anderen Halbleiterbauelementen) kommt es aber auf den PN-Übergang an, somit haben sie nur eine kleine und sehr begrenzte Zone, in der sich diese Ladungen bilden können. Hinzu kommt noch, das die energiereichen Teilchen die PN-Übergänge zerstören können, wodurch irgendwann die Diode (oder was auch immer) ausfällt. Kurz gesagt: Wenn man seinen Kamerachip als Geigerzähler missbraucht, miss man letztlich nur Leckströme, welche durch die Teilchen erzeugt werden und die letztlich davon zeugen, das man sich seine PN-Übergänge bzw. die Oxidisolationen in den einzenen Photoelementen langsam aber sicher kaputtschiesst. Möglicherweise ist das sogar das Einzige, was diese Kamerachips in punkto Strahlung erfassen: Kurzschlüsse in den einzelnen Photoelementen ! Ok, das passiert auch durch die natürliche Umgebungsstrahlung, aber wenn man rumexperimentiert hällt man ja auch gerne mal die Pechblendestufe über den Sensor und das ist nicht so gut für Selbigen.
Naja, solange man das nicht mit seiner neuen EOS 5D Mark III macht  :P

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #16 am: 16 Sep 12, 01:14 »
Hallo,

ich bin mittlerweile dazu gekommen, den kleinen Uraninit aus dem Eingangspost auf Tuchfühlung mit einem Berthold-Laborgerät gehen zu lassen.

Dieser gab mir über einige Minuten eine Gammadosis von 20-25 uSv/h an, die App schwankt zwischen 30 und 50. Wissenschaftlich ist das nicht,
zwischen Nichtstrahler und Strahler lässt sich jedoch stets zuverlässig unterscheiden.

Bei speziell gebauten Proben (Sr-90 oder Co-60) (abgesehen von einer Seite allseitig abgeschirmt) lag das Handy interessanterweise noch näher am teuren Gerät. Da haben die Physiker nicht schlecht gestaunt.

Auch nach einigen mSv, die das Handy mittlerweile geschluckt haben muss, geht es ihm nach wie vor prächtig. Unter den Untersuchungskandidaten war auch ein 500g Uraninit-Bruchstück, das 1h lang bei mehreren hundert uSv/h Dauerfeuer auf den Sensor ausübte - mit konstanten Werten.
« Letzte Änderung: 16 Sep 12, 01:23 von Alcest »

Offline cmd.powell

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #17 am: 18 Sep 12, 13:49 »
Hi

Interessante Ergebnisse. Hast Du mal Dunkelfeldaufnahmen mit der Kamera vor und nach dem "Dauerfeuer" gemacht. Mit der Zeit sollten die "Heißen Pixel" mehr werden...

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #18 am: 18 Sep 12, 14:09 »
Hallo,

was meinst du mit Dunkelfeldaufnahmen?

Wenn ich ein komplett weißes Bild (durch starkes LED-Licht) fotografiere, habe ich keine schwarzen Punkte, bei Dunkelheit ist auch alles konstant schwarz.

Offline Krizu

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #19 am: 18 Sep 12, 15:53 »
Hallo,

Dunkelaufnahmen sind Aufnahmen mit etwa 1min Belcihtungsdauer ganz ohne Licht. Ggf muss der Kontrast erhöht werden, dann sieht man bei mehreren Aufnahmen immer die gleichen Pixel hell leuchten. Das sind Hot-Pixel.

MfG

Frank

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #20 am: 18 Sep 12, 16:52 »
Da muss ich leider passen, ein iPhone kennt nur digitalen Zoom und den Auslöser.

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #21 am: 19 Sep 12, 12:40 »
Jetzt auch mit "Beweis"-Videos.

Die Stücke sind gedost, daher erfolgte die Messung mit bereits ordentlich verringerter Dosis gegenüber der Dosis an der Oberfläche.

Video 1: Pechblende Schacht 309 / Schlema

Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Aue-Bad Schlema, Große Kreisstadt/Lagerstätte Schlema-Alberoda/Schacht 309
Ein Smartphone als Geigerzähler...


http://youtu.be/hDJ72v3DKB4

Video 2: Paragenesestufe Shinkolobwe/Kongo (Bild unten)

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=3-lR7fTg1oM


Offline cmd.powell

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #22 am: 19 Sep 12, 16:32 »
Hi

Dunkelfeldaufnahme geht so, wie es schon Frank beschrieben hat: In einem lichtlosen Raum möglichst lange belichten und sehen, wie die Rohbild ausschaut. Ok, wenn man die Belichtungszeit nicht oder nur sehr eingeschränkt verändern kann, ist das nur schwer zu bewerkstelligen. Die heißen Pixels zeigen sich im allgemeinen auch, wenn man die ISO-Zahl nach oben dreht, also die Empfindlichkeit ändert.
Die heißen Pixel "sammeln" sich mit der Zeit, auch ohne das man mit Radioaktivität rumspielt, da die Sperrschichten altern und irgendwann den Geist aufgeben. Bei meiner EOS 20d hatte ich kurz nach dem Kauf keinen einzigen heißen Pixel gefunden, inzwischen hat sie schon etliche, zwei sind sogar schon bei relativ kurzen Belichtungszeiten sichtbar und entsprechend nervig. Naja, Photoshop hilft...

Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #23 am: 28 Oct 12, 09:12 »
Jetzt habe ich auch (endlich!) die Möglichkeit gehabt, parallel zum Programm ein richtiges Dosimeter laufen zu lassen. Das Ergebnis ist doch recht erstaunlich:

http://youtu.be/uX-IusrJdmc (so gegen 10 Uhr verfügbar, habe den Beitrag zu schnell gesendet)

Ich hoffe, damit sind die letzten Zweifel bezüglich der Funktionsweise der App ausgeräumt.
Der Fokus der Kamera der Dosimeteranzeige gegenüber ist eher suboptimal, es wird aber 2x dahingefilmt.


Untersuchungsgegenstand ist folgendes Stück:

Demokratische Republik Kongo/Katanga (Shaba), Provinz/Lualaba, Distrikt/Kolwezi, Revier/Kolwezi, Stadt/Musonoi
Ein Smartphone als Geigerzähler...


Offline Alcest

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Re: Ein Smartphone als Geigerzähler...
« Antwort #24 am: 28 Oct 12, 10:29 »
Jetzt habe ich auch (endlich!) die Möglichkeit gehabt, parallel zum Programm ein richtiges Dosimeter laufen zu lassen. Das Ergebnis ist doch recht erstaunlich:

http://youtu.be/uX-IusrJdmc (so gegen 10 Uhr verfügbar, habe den Beitrag zu schnell gesendet)

Ich hoffe, damit sind die letzten Zweifel bezüglich der Funktionsweise der App ausgeräumt.
Der Fokus der Kamera der Dosimeteranzeige gegenüber ist eher suboptimal, es wird aber 2x dahingefilmt.


Untersuchungsgegenstand ist folgendes Stück:

Demokratische Republik Kongo/Katanga (Shaba), Provinz/Lualaba, Distrikt/Kolwezi, Revier/Kolwezi, Stadt/Musonoi
Ein Smartphone als Geigerzähler...


Das Video ist nun da.

 

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