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Leadhillit/Susannit - Grube Glücksrad
Münchener Micromounter:
HALLO;
Ich werde mir die Ausgabe des Aufschliuß besorgen. Es handelt sich da um einen Aufsatz von Wittern mit dem Thema: "Sekundärmineralien durch Feuersetzen.....". In diesem Titel könnte auch schon die Antwort auf die Frage begründet sein. Ein mineralogischer Dogmatiker würde Mineralien, die erst durch Feuersetzen (also durch Menschenhand) enstehen, nicht als wirkliches Mineral anerkennen und damit aus der Liste streichen. Aber wie gesagt: ich erhalte den Artikel. Und selbst wenn meine Vermutung stimmt, müßte man bei Mindat.Org nachfragen, ob dies wirklich der Grund für die Streichung war.
Grüße
Manfred Seitz
smoeller:
Hallo,
Wittern nennt meines Wissens nur Leadhillit. Susannit wurde in Deutschland erst später in weiterem Umfange genannt. Das liegt v.a. auch an der recht schwierigen Untersuchung. Man benötigt für die Unterscheidung gute Röntgendiffraktogramme, in denen sich die beiden Minerale nur in wenigen Reflexen unterscheiden.
Aus dem Schwarzwald wurde auch vieles zunächst als Leadhillit bezeichnet, das meiste erwies sich später allerdings als Susannit, der dort viel häufiger ist als der Leadhillit. Nur von der Clara und von Badenweiler existieren meines Wissens beide Modifikationen nebeneinander.
Als Literatur wäre zu nennen: Walenta, Kurt Kolitsch, Uwe Gulden, Th.(1997)Über Leadhillit und Susannit unter bes. Berücksichtigung von Vorkommen im Schwarzwald. Der Aufschluss (1-2/1997)
Glück Auf!
Sebastian
Uwe Kolitsch:
Leadhillit wurde bereits 2003 von einem deutschsprachigen Manager von der Liste entfernt.
"Man benötigt für die Unterscheidung gute Röntgen[pulver]diffraktogramme, in denen sich die beiden Minerale nur in wenigen Reflexen unterscheiden."
Es geht auch gut mit Einkristallmethoden (Orientierung des Röntgenstrahls // der (pseudo)hexagonalen c-Achse - im Fall des Leadhillits sieht man deutlich die Verdrillingung). Polarisationsoptisch kann eine Verdrillingung ebenfalls gut nachgewiesen werden.
cmd.powell:
Hi
Also wenn ich jetzt die Aussage von Uwe Kolitsch richtig verstehe, dann wurde der Leadhillit gestrichen, weil er schwierig nachzuweisen ist und Susannit häufiger oder wahrscheinlicher ist ? Klingt irgendwie haarsträubend und nicht sehr wissenschaftlich.
@Münchener Micromounter: Das Thema "Feuersetzen" und Grube Glücksrad füllt inzwischen auch schon so einige Seiten hier im Forum, ich persönlich zweifele das auch weiterhin an und gehe von einem Grubenbrand aus. Nichts desto trotz findet man Leadhillit/Susannit (ich schreibe das mal so als die neutrale Form, da ich auch nicht sicher weiß, welcher von beiden vorliegt) auch außerhalb der "Feuerparagenese" in ganz "normalen" verwitterten Erzbrocken, ebenso wie Caledonit und Chenit. Erst letztes Jahr habe ich Caledonit + Leadhillit/Susannit auf der äußeren Verwitterungskruste um einen definitiv nicht durch Hitze beeinflussten Erzbrocken gefunden.
Laut den Steckbriefen bei mindat.org wandelt sich Leadhillit beim Erhitzen reversibel in Susannit um und umgekehrt. Ich kann mir daher gut vorstellen, das es auch auf der Glücksradhalde beide Minerale nebeneinander gibt - wenn auch nicht unbedingt im selben Hohlraum.
Ok, wie dem auch sei, ich werde noch mal bei mindat nackhaken. Auf irgendwas muss sich ja die von Uwe benannte Person berufen und das ist hoffentlich mehr als der wiedergegebene Satz.
Auf jeden Fall schonmal danke für die Anregungen und Hinweise !
Glück Auf
Markus
carsten slotta:
Zitat: Also wenn ich jetzt die Aussage von Uwe Kolitsch richtig verstehe, dann wurde der Leadhillit gestrichen, weil er schwierig nachzuweisen ist und Susannit häufiger oder wahrscheinlicher ist ? Klingt irgendwie haarsträubend und nicht sehr wissenschaftlich.
Hallo Markus,
nein, denke es ist als Ergänzung, zu dem was Sebastian geschrieben hat, zu verstehen. :-)
Wenn ich mich recht erinnere, hab ich mal Fotos von zonierten Kristallen gesehen, bei denen beide Phasen in einem Kristall vorliegen.
Zum konkreten Fall an der Glücksrad kann ich nichts sagen, kann mir jedoch vorstellen, dass es sich so wie im Schwarzwald verhält.
Grüße
Carsten
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