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Bestimmungssicherheit in Sammlungen
harzgeist:
Hallo alle
Mit "übernehmen" hat Martin das Stichwort geliefert. Es ist mir beim Stöbern in den Bilderdiskussionen (also den noch aktuellen) aufgefallen. Vielfach wurden Bilder von dritter Seite, sei es von Ami-Händlern oder namhaften Fotografen, in den MA importiert. Sammlungsinhaber, Fotograf und Beitragsersteller (oft der einzige mit MA-Zugang) sind dann drei verschiedene Personen. Prinzipiell ist dagegen erst mal nichts einzuwenden, solange das Copyright respektiert wird - im Gegenteil!
Allerdings kann man sich nicht blindlings auf die fremden Angaben verlassen und gerade solche Bilder sollten vom Ersteller des Beitrags kritisch hinterfragt werden, denn auch der beste Fotograf ist kein Garant für eine sichere Bestimmung. Kann man auch gar nicht erwarten. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben hier im MA liegt in diesem Fall ganz allein beim Beitragsersteller. Bilder mit einer 10,0 aber falschen (oder zweifelhaften) Angaben sind der Sache des MA nicht dienlich.
Um so mehr erstaunt es mich, dass -wenn solche Bilder zur Diskussion gestellt werden- in vielen Fällen der Autor des Beitrags keinerlei Reaktion zeigt, selbst dann nicht, wenn die Diskussion mit dem Ergebnis abgeschlossen wurde, dass das Bild zu ändern ist, geschweige denn er ändert es selbst.
Nein, ich nenne kein Beispiel und auch keinen Namen :D
Thomas
cmd.powell:
Moin
Ich melde mich auch nochmal zu dem Thema. Wie heißt es in der Bibel: Nicht sehen und doch glauben. Bei Mineralienfotos bzw. Mineralien sollte man das generell anders herum machen, sehen und doch nicht (blind) glauben (was irgendwer darunter geschrieben hat). Jeder Mensch ist fehlbar und keine Analyse ist perfekt, daher sollte man immer alles mit einer gewissen Skepsis betrachten. Das ist letztlich auch das grundlegende Prinzip des wissenschaftlichen Arbeiten, nicht einfach blind einer Annahme zu folgen. Ich habe mich z.B. lange und recht intensiv mit den Sekundärmineralen der Grube Glücksrad befasst, einiges zusammengetragen und konnte auch zahllose Analysen machen. Jetzt, nach ca. 20 Jahren fühle ich mich einigermaßen sicher, per Augenschein die Minerale von dort einigermaßen korrekt ansprechen zu können. Und damit meine ich noch nicht einmal, das ich jedes Mineral von dort sicher bestimmen kann, nein. Ich kann etliche mit gewisser Sicherheit bestimmen und viele weiter in entsprechende Gruppen packen, z.B. Langit/Posnjakit/Wroewolfeit. Die drei landen bei mir per Augenschein immer in einer Gruppe, eben der Langit/Posnjakit/Wroewolfeit-Gruppe und damit ist dann Ende. Gleiches gilt für Leadhillit/Susannit. Aber ich kann inzwischen z.B. Serpierit recht gut von Devillin oder Aurichalcit unterscheiden, das geht. Allerdings nur für die Glücksradhalde. Von einem anderen Fundort sieht das schon wieder ganz anders aus. Ich hoffe ihr versteht, worauf ich hinaus will: Mit endgültiger Sicherheit wird keine Bestimmung sein, schon gar nicht eine rein Visuelle. Und egal was wer wo wann für Bilder ins Netz gestellt hat, immer mit einem gewissen Zweifel schauen wenn man versucht, durch Vergleich selber zu Bestimmen. Daher habe ich bei mir in meiner Sammlungstabelle für jedes Mineral ein Extrafeld, wo ich die "Bestimmungssicherheit" eintrage. "Ok" heißt, besser als 95%, "?" besser als 85%, "??" schlechter als 85% aber mit begründetem Verdacht in die entsprechende Richtung. Danach kommt Unbekanntes Mineral. Natürlich ist auch diese Einstufung subjektiv, aber ich behaupte mal nach besten Wissen und Gewissen, mehr kann ich nicht machen.
Tja, und aus einigen hier genannten Gründen bin ich inzwischen auch von der "Systematiksammlerei" weg gekommen, da ich leider leider leider anhand eigener Analysen feststellen musste, das gerade auf diesem Gebiet bei vielen Händlern offenbar sehr oft der Wunsch (oder doch das eigene Bankkonto ?) der Vater des Gedanken war. Außerdem artet der Arbeitsaufwand immer mehr aus, je exotischer die Materie wird. Für mich blieb dann irgendwann der Spass an der Sache auf der Strecke. Aus gleichem Grund kaufe ich auch nur äußerst selten anderes Sammlungen komplett auf. Ich habe jetzt inzwischen zwei kleinere Sammlungen (ca. 2000 Stücke) übernommen und jedes Mal war der Arbeitsaufwand exorbitant, eben genau wegen der leidigen Bestimmungsfrage.
Inzwischen steht bei mir der Fokus mehr auf dem Eigenfund (gutes Timing, jetzt wo immer mehr Fundstellen verloren gehen) und auf "Schaustufen" bzw. Mineralen, die einfach nur schön aussehen. Da ist es - für mich - dann nicht so ärgerlich, wenn die Bestimmung nicht passt, am Aussehen ändert sich ja nichts.
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