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Autor Thema: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?  (Gelesen 5088 mal)

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Offline wolfi

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139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« am: 10 Sep 13, 20:48 »
Servus,
vor 2 Wochen fand ja an der Halde 139 ein kleines Atlas-Treffen statt. Conny, Micha und ich. Ich hab von meiner Holdesten den Auftrag erhalten, ein paar gelbe Fluorit-Brocken für Dekozwecke mitzunehmen. Das habe ich logischerweise gemacht und die Stücke nach dem Waschen spaßhalber unter dem Bino angeschaut. Jetzt sind da in einigen Brocken tatsächlich grauschwarze Nadeln eingewachsen, in kleinen Drusen auch freistehend aus dem Fluorit herausragend. Meistens sehr dünn, ab und zu, vor allem wenn freistehend auch etwas dickere Nadeln. Meine Frage ist nun: Emplektit oder Bismuthinit? Wie kann man die überhaupt generell im Erzgebirge unterscheiden? Fotos kann ich leider nicht einstellen wie üblich.
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline uwe

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #1 am: 10 Sep 13, 21:21 »
Wir hatten diese Diskussion bereits mal mit dem user "Stollentroll". Seiner Meinung nach sind diese Nadeln meistens Bismuthinit. Der user "Cordes" führt in seinem Buch "Kristallwelten Marienberg" aber auch Emplektit von dort an. Er weist aber auch darauf hin, daß beide Minerale leicht verwechselt werden können. Ich habe solche Nadeln mit sekundären Malachitkügelchen und schließe daraus, daß es sich durchaus um Emplektit handeln kann. Auf meinem entsprechenden Label steht "Emplektit" mit Fragezeichen.

Uwe

Offline smoeller

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #2 am: 11 Sep 13, 08:08 »
Hallo,


Ich war vor ca. 3 Jahren mal dort. Da war reichlich von dem Material zu finden. Darin war beides.

Meine Erfahrung, v.a. auch aus dem Schwarzwald:

- Emplektit bildet eher breitere langprismatische Kristalle, die im frischen Bruch eher einen grünlichen Stich in einer silberhellen Farbe haben, angelaufen ist er eher gelblich- oder grünlichgrau

- Bismuthinit bildet eher feinnadelige xx, die in Lauta gern in Fluorit schwimmen. Diese sind eher bleigrau (wie Antimonit) und laufen bläulich, violett bis schwarz an.

Demnach würde ich die hier genannten Stücke eher für Bismuthinit halten.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Sebastian

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #3 am: 26 Oct 14, 15:55 »
Hallo, ich reaktiviere das Thema hier weil ich gesehen habe das doch einige Bilder mit
der Bezeichnung Emplektit/Bismuthinit in letzter Zeit eingestellt wurden. Gibt es dazu
Analysen oder wie wurde bestimmt? Angeführt die Bilder:
Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Marienberg, Revier/Marienberg/Lauta/Schacht 139 (Abrahamhalde)
139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?

Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Marienberg, Revier/Marienberg/Lauta/Schacht 139 (Abrahamhalde)
139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?

Deutschland/Sachsen/Erzgebirgskreis/Marienberg, Revier/Marienberg/Lauta/Schacht 139 (Abrahamhalde)
139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?

Gruß Sebastian

Offline seisteff

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #4 am: 26 Oct 14, 19:41 »
Glück auf

Möchte mal meinen Senf hier einbringen!

Das Thema finde ich hoch interessant, weil ich mich mit diesem Problem schon ca. 1,5 Jahre in Pechtelsgrün
auseinander setze.
Ich bin gespannt, rein von den Bildern her ist das für mich Bismuthinit.

Grüße seisteff

Offline felsenmammut

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #5 am: 27 Oct 14, 10:04 »
Glück Auf!

auch bei mir ergab sich einige Male die Frage.: Bismuthinit oder Emplektit? Die fraglichen Kristallausbildungen habe ich diversen Sammlern gezeigt. Die Kristalle, die mehrheitlich als Emplektit angesprochen wurden, habe ich dann analysieren lassen. Es waren immer Bismuthinite. Es war zwar stets ein Kupfergehalt messbar, dieser blieb aber im unteren einstelligen Masseprozentbereich. Emplektit wird also entsprechend selten sein. Eine rein visuelle Ansprache ist sehr wage, vor allem bei den sehr häufigen, dünnen Kristallen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Günter Blaß

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #6 am: 27 Oct 14, 11:12 »
Hallo

ein Hinweis:

ich habe vor einiger Zeit mal einige Dutzend ein- und freigewachsene Emplektit/Bismuthinit-Nadeln von Clara per EDX untersucht um evtl. über den Kristalhabitus eine Zuordnung zum einen oder anderen zu finden. Ist mir nicht gelungen, heißt, über die Ausbildung dünn-, dick- oder flach-nadelig ist nicht zu machen. Es war sogar so, dass beide Minerale auf ein und derselben Stufe nachgewiesen werden konnten.
Ein evtl. Hinweis auf Emplektit sind Malachitkügelchen direkt auf den Nadeln.
Ob obiges generell gilt oder nur auf Clara zutrifft kann ich aber nicht mit Sicherheit behaupten.

Aber zumindest eine EDX ist meines Erachtens zur sicheren Bestimmung nötig.

MfG und GA
Günter Blaß

Offline Sebastian

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #7 am: 27 Oct 14, 13:16 »
Danke für die Rückmeldung. Mir kam es auch so vor das die Unterscheidung optisch nicht zu treffen ist.
Deshalb wunderte es mich, das so viele Emplektitstufen eingestellt sind. Vielleicht kann ein Bildeinsteller sich zur Bestimmungsmethode äußern. Ansonsten sollte man die Zuordnung löschen, da es einfach nicht sicher ist ob das Mineral vorliegt und ein Fragezeichen in die Bildunterschrift hinzufügen.
Gruß Sebastian

Offline smoeller

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #8 am: 27 Oct 14, 18:47 »
Hallo,

Die abgebildeten Stücke würde ich bei aller Vorsicht (letztlich ohne Analyse keine zweifelsfreie Zuordnung) eher als Bismuthinit ansprechen. Die von mir weiter oben gegebene Diagnose konnte ich an hunderten von Stücken aus dem Schwarzwald (Wittichen) erarbeiten. Auch Stücke von erzgebirgischen Fundorten habe ich schon des öfteren unter dem Bino gehabt. Die Emplektite, die ich damals gefunden hatte, lagen direkt auf Quarzklüftchen auf und wiesen eine eher gelbliche Anlauffarbe auf. Anders die Stücke in der Fluoritmatrix. Diese sind eher blau angelaufen und viel feinnadeliger. Das ist eher Bismuthinit.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Bergbaumaulwurf

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #9 am: 27 Oct 14, 20:49 »
Glück Auf!
Es ist halt trotz Bino schwer beide Minerale von einander zu Unterscheiden!
Ich habe sehr viel Material vom Abraham/ 139 Lauta und bin eigentlich immer davon ausgegangen das der Emplektit sich mehr in den Fluoritkristallen befindet, die er ja voll duchdringt und zum Teil wieder herrausragt.
Werde mir wohl einige Stufen etwas noch genauer anschauen.
Bergbaumaulwurf

Offline Starburst

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #10 am: 27 Oct 14, 21:03 »
Dachte, dass man beide Minerale durch Längsfurchen gut auseinander halten kann?

Gruß. Carsten

Offline waldi

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #11 am: 28 Oct 14, 19:05 »
Hallo
Würde mich auch interessieren, (mit und ohne Längsfurchen?). Kann Bismuthinit oder Emplektit  auch gebogene Kristalle ausbilden?
mfg waldi

Offline Günter Blaß

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #12 am: 28 Oct 14, 20:00 »
Ja!
Günter Blaß

Offline waldi

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Re: 139 Marienberg: Bismuthinit oder Emplektit?
« Antwort #13 am: 28 Oct 14, 20:17 »
Hallo
Das schränkt die Unterscheidung beider Mineralarten noch weniger ein. Würden die Begleitmineralien Kupferkies und Kupferglanz in enger Nachbarschaft mehr auf Emplektit sprechen? (Kristalle von anderer Fundstelle!!)
MFG waldi
« Letzte Änderung: 28 Oct 14, 20:28 von waldi »

 

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