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Autor Thema: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?  (Gelesen 8676 mal)

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Offline titanomagnetit

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Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« am: 27 Sep 13, 11:48 »
Guten Tag,
ich habe ein Schlacken-Fundstück vom Acker, Harzvorland 4 x 3 x 3 cm groß, 70 gr. schwer. Diesen habe ich bearbeitet. Er hat einige Auffälligkeiten. Hohlräume (charakteristisch für Schlacken) aber auch gefüllte Hohlräume. Gibt es kugelligen Fayalit in Eisenschlacke?

Oder:

         - Was sind diese Einschlüsse (rot umrandet),                           
Ich habe dann die etwas raus stehenden Füllungen abgeschliffen um zu sehen was passiert (ich bin sehr neugierig).  Ich habe also eine große Seite geschliffen und noch zwei Seiten angeschliffen.  Jetzt erkennt man unterschiedliche Abschnitte.
Erst dachte ich es wäre Bitumen hab es ins Feuer gehalten es ist nichts passiert. Auch ist es beim Schleifen nicht abgefallen.  Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen. Die Bilder sind nicht in korrekter Reihenfolge.
Vielen Dank fürs lesen
titanomagnetit

Offline titanomagnetit

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #1 am: 27 Sep 13, 21:08 »
Entschuldigung Fotos vergessen. Ich hoffe ihr könnt erkennen was ich meine.

Offline Schlacke

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #2 am: 03 Oct 13, 11:20 »
Hallo,

zur Beurteilung von Schlacken-Stücken unbekannter Herkunft sollten vor weiteren Diskussionen u. a. folgende Punkte geklärt werden:

Georgr. Herkunft bzw. ehem. Hüttenstandort oder hist. Rennfeuerstelle

Welche Erze wurden verhüttet ?

Welcher Hüttenprozess kam zum Einsatz ?

Wurden die Erze aufbereitet/geröstet/evtl. chlorierende Röstung

Zuschlage bei der Verhüttung

Alle Faktoren wirken sich auf eine spätere Sekundärbildung an Mineralien aus

Im Harzvorland sind Hüttenplätze bekannt, die aufgrund Holzkohlenmangel in waldreichere Regionen verlagert worden sind.

Glückauf!

Schlacke


Offline Kupperdroll

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #3 am: 03 Oct 13, 17:45 »
Hallo!

Im Prinzip möchte ich Schlacke recht geben.Nenn doch mal bitte den Fundort,so genau wie möglich.Dann könnte man schonmal Rückschlüsse auf das verwendete bzw. zu gewonnene Material schliessen.
Kannst Du vielleicht noch die Härte der Einschlüsse feststellen?Ob Magnetismus vorhanden ist,wäre auch interessant.
Die silbrige Farbe von diesem Einschluss(DSCN1112.JPG)könnte auch auf eine Kupfererzeugung(Rohstein mit Cu<30%) hinweisen,wobei jeder im ersten Moment sicher an Eisen denkt.
Sicher kann Fayalit in runden Aggregaten sich bilden,wenn zuviel Material für den kleinen Hohlraum vorhanden ist.Denn Kristalle brauchen ja Raum zu wachsen.
Versuch es mal mit mehr Info's oder eben eine prof. Analyse.

Offline titanomagnetit

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #4 am: 06 Oct 13, 12:13 »
Guten Tag,
ich habe gar nicht mehr mit Antworten gerechnet. Also das Stück habe ich auf einem Acker im Erzabbau und Verhüttungsbereich Goslar/Salzgitter gefunden. Es ist sehr magnetisch beim Abschleifen habe ich schwarzen Staub, auch magnetisch. Habe versucht etwas herauszufinden und bin auf Roheisen mit Kohlenstoff/Graphit gestossen. Kann sowohl natürlich bzw. Hüttenprodukt sein. Beim Bearbeiten ist mir der typische Metallgeruch aufgefallen wie in einer metallverarbeitenden Fabrik. Beide Materialien kann ich mit einem Messer ritzen.
Vielen dank für eure Antworten
titanomagnetit


Der Fundort liegt aber von beiden Gebieten ca 10 bis 15 km weg und ist reines Ackerland (zumindest jetzt). Erzabbau wurde Ende 1960 beendet.

Offline Schlacke

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #5 am: 08 Oct 13, 12:28 »

Hallo,

die geographische Abgabe lässt auf den Bereich der Salzgitter-Erze schliessen. Die Eisengewinnung reicht von der Frühzeit bis ca. in die Gegenwart, eine genaue Datierung ist fast nicht möglich. Sollten Holzkohleneinschlüsse vorhanden sein, kann man auf eine frühere Hüttenperiode schließen.
Der ehemalige Werksgeologe der Salzgitter AG, Heinz Kolbe,  hat den ganzen Lagerstättenbezirk und die Eisengewinnung umfangreich im Salzgitter-Jahrbuch dargestellt. (Stadtarchiv und Stadtbibliothek Salzgitter).

Ebenso liegt eine umfassende Geschichte von R. Slotta im Bd. 5/1 'Technische Denkmäler der Bundesrepublik Deutschland, Eisensteibergbau' Bochum: 1986, S. 33-250, vor.

Glückauf!

Schlacke

Offline titanomagnetit

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #6 am: 08 Oct 13, 17:24 »
Hallo Schlacke,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe da noch eine Frage/Problem. Wenn man hier Steine suchen möchte, müsste man Röntgenaugen haben. Sie sehen alle gleich aus (braun, dreckig, unspektakulär). Deshalb gehe ich jetzt mit einem Magneten, wie ich ja beschrieben habe (Schlacke).
Ich hab da was gefunden. Zuerst dachte ich Gabbro mit Eisenkugeln innen und aussen, sehr magnetisch. Dann hab ich es gewaschen und die Eisenteile vom Rost befreit, wieder hieß es Schlacke. Ich hab das Stück vor Wut auseinandergekloppt (ich kann das Wort Schlacke nicht mehr hören), die Eisenanteile geschliffen (mit einem Messerschleifer geschliffen ( -Mann sauer,  Schleifer hin).
Dann hab ich aus Langeweile die Eisenteile geätzt.  Jetzt bin ich überfordert. Doch keine Schlacke? Was ist das (es sieht aus wie Damaszener).
Vorher- nachher Bilder. Du kennst dich mit Schlacken aus (I am hopeful).
Gruß
Titanomagnetit

Offline titanomagnetit

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Re: Wer kennt sich aus mit Eisen-Schlacken?
« Antwort #7 am: 09 Oct 13, 06:42 »
Guten Morgen,
ich weiss jetzt was es ist. Guss, sichtbar sind die Tannenbaumförmigen Dendriten (es hat mich jemand aufgeklärt, der sich auskennt).
Gruß
Titanomagnetit

 

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