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Autor Thema: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?  (Gelesen 10681 mal)

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Offline guefz

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #15 am: 14 Oct 13, 22:05 »
die Bande bei 450cm-1 scheint mir polarisations-/richtungsabhängig zu sein.

Das kann schon sein, ich habe bei der schwarz geplotteten Messung auf eine Gruppe ineinander verwachsener Kristalle gezielt und daher sicher nicht rechtwinklig getroffen. bei den anderen Messungen habe ich einzelne lose Kristalle gemessen oder in einen Haufen dünnster Nädelchen gezielt.

Edit: bei 450 cm-1 liegt wohl noch eine weitere kleine Bande von Phillipsit, die sich dann auf den Thaumasit aufaddiert.

bis denn

Günter
« Letzte Änderung: 14 Oct 13, 22:18 von guefz »

Offline openpit

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #16 am: 14 Oct 13, 22:24 »
Hallo

@ Frank
Sowohl die Hydratgruppen als auch die Anionengruppen (zumindest Teile dieser, also in diesem Fall CO2, SO2 und SO3) sollten abgegeben werden. Aufgrund der unterschiedlichen Masse dieser und eben der variablen Anzahl der Hydratgruppen sollte eine Unterscheidung möglich sein.

@ Günter
Die TG ist wirklich nicht zerstörungsfrei. Aufgrund der beschriebenen Ramanuntersuchungen (isolierte xx?) hatte ich angenommen, dass das Probenmaterial geopfert werden kann. Eine gewisse Masse ist aber erforderlich, schwankt aber von Gerät zu Gerät; mg-Massen genügen jedoch. Je mehr Material (im sinnvollen Rahmen) eingesetzt wird, desto günstiger ist es, da unter anderem Auftriebskräfte und ungleichmäßige Tiegelfüllungen geringere Einflüsse zeigen. Es sind auch Zugaben von Mischungen (z.b. mit Korund) möglich um die zugegebene (analytisch relevante) Masse zu reduzieren.

Nur was hat es mit den Mischungsreihen auf sich?

Glück Auf!
Micha

Offline guefz

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #17 am: 14 Oct 13, 22:47 »
Nur was hat es mit den Mischungsreihen auf sich?

Thaumasit und Hielscherit bilden nach meinen Kenntnissen eine Mischungsreihe. Das Carbonat beim Thaumasit wird gegen Sulfit beim Hielscherit ausgetauscht. Ob die Reihe lückenlos ist, weiß ich nicht, aber es gibt jedenfalls Zwischenwerte wo sowohl Carbonat als auch Sulfit enthalten sind.

Wenn es auch ein Spektrum eines anderweitig eindeutig identifizierten Hielscherits gäbe, könnte man eine Messung mit beiden Referenzen vergleichen und zumindest bei den Endgliedern nahestehenden Kristallen eine Zuordnung machen. Ohne Carbonat müsste eigentlich die Bande bei knapp 1100 cm-1 verschwinden und dafür eine Bande für Sulfit auftauchen. Ob die aber an der gleichen Stelle liegt wie beim Hannebachit, weiß ich halt bisher nicht.

Günter

Offline openpit

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #18 am: 14 Oct 13, 23:19 »
Hallo Günter,

die Erstbeschreibung von Hielscherit (Pekov et al. [2012]) gibt einige Auskünfte:
Zitat
We have identified a continuous natural solid-solution series from endmember thaumasite, Ca3Si(OH)6(SO4)(CO3)·12H2O, to a composition with at least 77 mol.% endmember hielscherite. In this series, the SO3:CO3 ratio is variable, whereas the SO4 content remains constant.
Ich werde morgen mal genauer nachlesen, da mich hier vor allem die Hydratgruppen interessieren.

Raman-Untersuchungen sind mir seit einem Unipraktikum etwas suspekt. Zu meinen Lieblingsverfahren wird diese Methode sicher nicht zählen... In wie weit kann man Raman-Untersuchungen trauen, bei denen die Orientierung nicht bekannt ist? (Die Frage ist ernst gemeint).

Danke und Glück Auf!
Micha

Offline Krizu

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #19 am: 15 Oct 13, 13:15 »
Hallo,

ja in der Regel sind die "kleinen" Raman-Systeme nicht polarisiert. Auch ist die Lage/Aufspaltung der Banden fast wichtiger als die Höhe. Wenige Banden sind massiv richtungsabhängig. Aber die gesamte Optik ist richtungsabhängig ;-) Fluoreszenzen stören mehr - sind aber auch ein Vorteil zum Vergleich von Generationen und Fundstellen.

MfG

Frank




Offline guefz

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Re: Graulai, Eifel: ist das Apatit-oder was?
« Antwort #20 am: 15 Oct 13, 20:17 »
Hallo,

meine eigene praktische Erfahrung mit dem Raman-Verfahren ist erst knapp 3 Monate alt, von daher verweise ich erst mal auf die Ausführungen von Krizu  ;)

Der große Vorteil des Verfahrens ist m. E., dass es annähernd Zerstörungsfrei arbeitet (Ausnahme: man vergisst bei wärmeempfindlichen Mineralen die Laserleistung herunter zu regeln). Außerdem kann man in Verbindung mit einem Mikroskop auch sehr kleine Proben messen. Bei meinem 50x Objektiv fokussiert der Laser lt. Datenblatt auf 21 µm Durchmesser, d. h. Objekte auf Matrix von 40 µm sollten sich damit noch anvisieren lassen. Das 20x Objektiv fokussiert auf ca 90 µm, nutze ich aber nur, wenn ich den größeren Arbeitsabstand brauche. Da die Mikroskopsäule und der Kreuztisch recht viel Platz in z-Richtung bieten, kann ich also recht viele Messungen direkt an den Sammlungsstücken machen.

bis denn

Günter

 

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