Hallo,
ich habe derzeit wieder so einen Fall, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob mir da ein Osterei untergeschoben wurde.
In
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,10940.msg259189.html#msg259189 finden sich zwei Bilder einer kleinen Argentitstufe mit altem Etikett. Nach Erhalt der Stufe sind in mir jetzt doch einige Zweifel aufgekommen, ob beides zusammen gehört.
Das Etikett sagt "Silberglanz auf Quarz" - allerdings befindet sich auf der Stufe kein Quarz, sondern wenig Calcit und ein Kern aus Pyrargyrit (oder Proustit). Weiterhin habe ich den Eindruck (nach intensiver Bildersuche), dass im Freiberger Revier gut ausgebildete oktaedrische Argentitkristalle sehr selten waren. Die Bilder, die ich kenne, zeigen die Oktaeder entweder stark verformt oder stapelartig angeordnet und nicht schön freistehend.
Dann habe ich im Forum von mindat.org auch festgestellt, dass der Verkäufer durchaus schon mal Etiketten und Stufe neu kombiniert hat.
Vom Aussehen würde ich das Teil Marokko zuordnen. Bei einem ähnlich gelagerten Fall vor einigen Monaten konnte ich das eindeutig nachweisen, da eine EDX klar Quecksilber nachwies, welcher typisch für Imiter wäre. Die jetzige Stufe zeigt allerdings kein Quecksilber.
Ich bin mir nun ehrlich gesagt unsicher. Ein Geschmäckle ist da doch.
Die Fragen, die ich hier nur gern den Freiberg-Kennern stellen möchte: Sind solche Stufen mit gut ausgebildeten Oktaedern auch von Freiberg (wenn auch selten) bekannt? Und kam Argentit mit Kernen von Pyrargyrit (oder Proustit) vor?
GA, Maik