Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals
Pyritkrankheit - Rettung durch Antibiotika ?
Collector:
Hallo
ich habe über einen mindat-Thread mitverfolgt, dass es (ich weiß nicht wo) Überlegungen geben soll, die berühmt-berüchtigte Pyritkrankeit mittels Antibiotika zu heilen, resp. zu verhindern.
Die Überlegung ist nicht uninteressant. Pyrit wird u.a. durch Beteiligung von Bakterien gebildet, d.h. organisch. Der gefürchtete Pyritzerfall kann auf der Aktivität von Bakterien beruhen, auch im Zusammenspiel mit dem Schwefel des Eisensulfids.
Ohne weiter in Details der Pyritgenese einzusteigen: Tatsache ist, dass nicht wenige Pyritkristalle oft schon in allerkürzester Zeit komplett auseinanderfallen. Dazu gehören (zumindest in meiner Sammlung) die schönen grünen, mit Pyritrasen bedeckten Fluoritkristalle von El Hammam, die Pyrit-Dollars aus den USA, die Pyritzapfen und komplexen Würfelkombinationen von Ambasaguas sowie diverse Pyrite aus Norwegen und selbst Pyrit-Hämatitkombinationen von Rio Marina in Elba.
Nicht uninteressant ist die Tatsache, dass viele Pyrite, solange sie in langer Zeit gebildet wurden, Zeit und Raum hatten, um ihre Schönheit zu entwickeln; aber dass sie, sobald sie ans Tageslicht gelangten, zum Tod verurteilt sind.
Das Thema wird schon seit langem diskutiert, ohne dass bisher eine brauchbare (Rettungs-)-lösung in Sicht ist.
Könnten bestimmte Antibiotika die Pyrite retten ? Ist das abwegig ? Wer weiß mehr darüber ?
Gruß
collector
cmd.powell:
Hallo Peter
Interessanter Ansatz. Ich Muss zugeben das ich zu den Personen gehöre (gehörte), die eine biologische Beteiligung am Pyritzerfall für eher unwahrscheinlich gehalten haben, habe mich inzwischen aber eines Besseren belehren lassen. Bisher hatte ich immer recht guten Erfolg, wenn ich meine Markasite aus den umliegenden Mergelgruben nach dem Ätzen mit Ammoniak gut ausneutralisiert habe. Gut, das sind zum einen Markasite und zum Anderen eine ganz andere Bearbeitungsform.
Ich habe aber inzwischen von einem anderen Sammler erfahren, das er seine Pyrit und Markasitfunde von der Düne (Helgoland) mit Wasserstoffperoxid stabilisiert/sterilisiert hat - was nach seiner Aussage ebenfalls zu einer dauerhaften Konservierung geführt hat. Das würde sicher nicht funktionieren, wenn nicht irgendwas organisches im Spiel wäre, da Wasserstoffperoxid eher weniger neutralisierend wirkt. Antibiotika könnten da durchaus Erfolgsversprechend sein - allerdings weiß ich nicht, ob deren Einsatz so klug wäre. Ok, antibiotikaresistente Pyritbakterien dürften für Mensch und Tier zwar eher ungefährlich sein, was aber passiert mit den Abwässern der Stufenbehandlung ? Insbesondere, wenn diese von Laien Zuhause durchgeführt wird ? Antibiotika werden in unserer Gesellschaft eh schon zu viel eingesetzt und sollten doch eher vermieden werden - wenn möglich. Daher sollten wir als Mineraliensammler vielleicht eher bei chemischen Methoden bleiben, immerhin müssen wir nicht auf die evtl. Schädigung eines Organismus Rücksicht nehmen (außer vielleicht unseren eigenen). Ich werde also davon Abstand halten und weiterhin mit der chemischen Keule vorgehen.
helgesteen:
--- Zitat von: Collector am 01 Nov 13, 15:00 ---...Überlegungen geben soll, die berühmt-berüchtigte Pyritkrankeit mittels Antibiotika zu heilen, resp. zu verhindern.
--- Ende Zitat ---
Unter Antibiotika versteht man üblicherweise Medikamente zur Therapie bakterieller Infektionskrankheiten. Sollten Bakterien am Pyritzerfall beteiligt sein, so genügt eigentlich eine Behandlung mit desinfizierenden Substanzen, es braucht keine Antibiotika im üblichen Sinne. Im Grunde sollte es also ausreichen, die Stufe einige Zeit z.B. in 70% Ethanol oder eines der handelsüblichen bakteriziden Reinigungsmittel einzulegen. Damit ist dann auch die angesprochene Problematik von Resistenzen weitgehend vom Tisch. Ich hatte übrigens schon länger den vagen Verdacht, dass ein Großteil der Wirkung von Pyritkonservierern darauf beruht, dass er normalerweise in Ethanol angesetzt wird... ;)
Viele Grüße,
Helge
Klinoklas:
Um Himmelswillen gebt dem Pyrit bloß kein Antibiotikum!
Ich sehe schon die ersten Antibiotikumresistenten Pyrite umherwandeln,
bei denen das Zeug nicht mehr wirkt.
;D
pseudonym:
Also im weitesten Sinne Mikroorganismen - die sollte man doch auch mit 60 - 70 ° killen können , nat. über ne gewisse Haltezeit .
(Allerdings nicht wenn das Vertreter dieser unglaublichen Bakterien sind die da in irgendwelchen schwarzen Rauchern und Schwefelquellen existieren )
Was für Organismen sind das denn genau ?
Hat mal jemand nen Link dazu ?
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
Zur normalen Ansicht wechseln