Hallo,
Es gibt, wie ich schon mehrfach geschrieben hatte, mehrere Möglichkeiten:
- tatsächlicher Einbau von Ag in Galenit (wie weiter oben von Geomartin geschrieben), aber das ist nur zu einem kleinen Teil möglich, natürlicher
Galenit führt dadurch selten mehr als 0,3 % Silber (meist liegt der Gehalt weit weit drunter)
- mechanische Mischung bzw. Einschlüsse von Silber in gediegener Form oder als Fahlerz, Pyrargyrit oder Silbersulfid. Die Galenite vom Schindler-
Gangzug im Münstertal (Schwarzwald) haben Silberbleche eingeschlossen, daher liegt der Silbergehalt über 2 % !!
- Hochtemperatur-Mischkristalle mit Schapbachit (HT-AgBiS2), bei der Abkühlung zerfällt der Mischkristall in 2 PbS + AgBiS2. Dabei gibt es orientierte Entmischungen von Schapbachit in Galenit. Solche Galenite von Schapbach können durchaus 2-3 % Silber enthalten.
Silber geht bei der Verwitterung meist in Lösung, wird z.T. auch in Sekundärminerale eingebaut (v.a. Pyromorphit kann durchaus auch Silber in geringer Menge enthalten, die allerdings manchmal sogar den Gehalt im primären Galenit überschreiten), in der Regel reichert sich Ag aber im Bereich der Zementationszone im Bereich des Grundwasserspiegels an. Als Element mit extrem positivem Potential in der elektrochem. Spannungsreihe (Edelmetall) kann Silber dort wie Kupfer am Kontakt mit unedleren Metallen bzw. Ionen (Zink, Eisen u.a.) ausfallen, und zwar gern in elementarer Form. Treffen Silberionen auf Chlorid-Ionen, etwa durch salzhaltige Quellen oder salinare Wässer, so Fällt Chlorargyrit als schwerlösliche Verbindung aus. Mit sulfidhaltigen, reduzierenden Lösungen kann sich Akanthit bilden.
Glück Auf!
Sebastian