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Silberhaltiger Bleiglanz
wilbi:
Hallo,
läßt sich dann irgendwie erklären, warum die Bleiglanze um Clausthal und Bad Grund mehr Silber enthalten, als die Bleiglanze im Silberreichen Revier von St.Andreasberg.?
Glückauf willi
smoeller:
Hallo,
Hängt unter Umständen mit Fahlerzen zusammen. Auch in der Grube Wenzel im Schwarzwald (gleiche Gangformation wie St. Andreasberg) ist Fahlerz neben Silber und Silberantimoniden das Hauptsilbermineral, während der Galenit fast silberfrei ist.
Dazu kommt noch die Frage der Bildungstemperatur. Bei höheren Temperaturen wird Silber, wie weiter oben geschrieben, gut in den Galenit eingebaut. Anders bei tiefer temperierten Gängen (wie in St. Andreasberg), wo Hochtemperatur-Mischkristalle AgBiS2-PbS nicht mehr stabil sind, dann wird Fahlerz neben ged. Silber und Silberantimoniden (Dyskrasit, Allargentum) offenbar bedeutender als Silberträger.
Fahlerz gehört in den Blei-Zink-Formationen meist einer recht jungen Generation an oder erscheint nur in mikroskopischer Form eingesprengt, während es in tiefer temperierten Formationen bereits mit der Hauptmineralisation gebildet wird. Dabei entzieht es offenbar der Lösung das Silber.
Glück Auf!
Sebastian
Emil Box:
Doelter (1926):
5% Ag2S zeigten u. d. M. eine deutliche Differenzierung im Gefüge. (J2 in KJ Ätzung)
Bei 2 % Ag2S war dieser Nachweis nicht zu erbringen.
Oder gibt es neuere Erkenntnisse?
Gruß
Milo
Conny3:
Hallo,
zum Auftakt des Pfingstwochenendes waren wir (mit Sascha) heute noch einmal kurz am Silberrangen. Dort wurde eine Ralleystrecke an verschiedenen Stellen mit Haldenmaterial und Baumstämmen zugeschüttet. Das war neu gegenüber unserem Osterbesuch, wo ja sogar noch Werkzeug für die Herstellung der Strecken vor Ort war. In diesen frischen kleinen Schürfen und Haldenresten konnten innerhalb kurzer Zeit bemerkenswerte Funde gemacht werden. Neben Pyromorphit, Cerussit wurden in einer Druse perfekte Wulfenitkristalle zusammen mit Pyromorphit/Cerussit entdeckt. Sie sind identisch mit dem im Atlas von B. Weber abgebildeten:
https://www.mineralienatlas.de/?l=290
In so kurzer Zeit hatte ich mit einem solchen Fund nicht gerechnet. Schön war auch ein sofortiger Vergleich vor Ort mit dem Wulfenitkristall aus dem Atlas, dank Saschas Handy. Er fand auch einen drusigen Quarzbrocken, der voll mit Blei- und Zinksekundärmineralien (?) war. Braune Kugeln könnten sogar Smithsonit sein.
Die Stücke müssen nun noch gesäubert werden und Bilder folgen später. Am Marienstollen (Steinbruch) unweit der Rohrmühle gab es ein paar nette Belege mit Aktinolith. Siehe Beitrag beim Marienstollen.
Ein interessanter Link zum Bergbau bei Erbendorf:
http://www.vfmg-weiden.de/tagesbruch.htm
Gruß Conny
Conny3:
Hallo,
noch etwas vom Bergbau:
Wenn ein Bauer in Erbendorf mit einem Stein nach seiner Kuh wirft machen), so sollte er sich den Stein genau ansehen, es könnte nämlich sein, dass der Stein wertvoller ist als die Kuh!.
Seit dem frühen 13. Jahrhundert ist der Bergbau in Erbendorf nachweisbar. Erst hatte man nur Gold aus den Bächen gewaschen, bald aber fand man Blei, Silber, Kupfer und Zink. 1850 fand man auch noch Steinkohle. 1927 wurde der Bergbau wegen Unrentabilität eingestellt. (Aus dem Prospekt des Heimat- und Bergbaumuseums Erbendorf).
Nicht gewollte Ralleystrecken haben also auch ihren Vorteil. Der Wald beim Silberrangen scheint auch Privatwald zu sein (Grenzsteine).
Jedenfalls für MM ein Eldorado. Leider gibt es wohl keine Feldfunde dort oder (Wolfi) ?
Gruß Conny
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