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Autor Thema: Cadmoxit - Grube Lengenbach  (Gelesen 3130 mal)

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Offline openpit

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Cadmoxit - Grube Lengenbach
« am: 23 Nov 13, 12:28 »
Werte Forengemeinde,

ich habe ein recht spezielles Anliegen:
Cadmoxit (CdO) wurde vergangenes Jahr von der IMA/CNMNC als neues Minerral anerkannt, jedoch schnell wieder diskreditiert, da es sich herausstellte, dass es sich vielmehr um Uraninit handelt.
Jetzt stellt sich mir die Frage, wie es zu einer solch gravierenden Fehlbestimmung kommen konnte. Röntgenspektroskopische Untersuchungen sind vielleicht schwierig, da die L-alpha Energien des Cadmiums nahe der M-alpha Energien des Urans liegen (3,133 vs. 3,171 keV).
Jedoch sollten Strukturuntersuchungen ein klares Ergebniss liefern, zumal die Raumgruppen von Uraninit und "Cadmoxit" verschieden sind. Vielmehr sind die Gitter von Uraninit und Monteponit sehr ähnlich (Fluorit bzw. Halit-Gitter), für "Cadmoxit" wurde jedoch eine Zinkblendestruktur bestimmt.
Hat jemand eine Idee was dort schief gelaufen ist oder weiß sogar genaueres?

Wo ist der vermeintliche Cadmoxit gefunden wurden? Ich nahm eine sekundäre Bildung, ähnlich der Lengenbacher Greenockite, auf Quadratit oder Sphalerit an. Uraninit ist, nach meinen Aufzeichnungen, jedoch nur aus den (syngenetischen?) Magnetitlagern bekannt, also nicht aus den bekannten Sulfosalz-Paragenesen.

Danke und Glück Auf!
Micha

Offline openpit

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Re: Cadmoxit - Grube Lengenbach
« Antwort #1 am: 23 Dec 13, 05:25 »
Hallo,

ich wollte das Thema nur nochmals nach vorne bringen.

Glück Auf! und ein frohes Fest.
Micha

Online Axinit

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Re: Cadmoxit - Grube Lengenbach
« Antwort #2 am: 23 Dec 13, 18:00 »
Servus,

wichtige Fakten, wie Fundumstaende, vorhandene bzw. verfuegbare Probenmasse, Analysemethode(n) sind (mir) leider nicht bekannt.

CNMMN-Proposals fuer die Anerkennung neuer Minerale beinhalten i. A. die Abarbeitung und schluessige Beantwortung einer umfangreichen Checkliste, daher ist die Verwechslung eines Uranoxids mit Cadmiumoxid nur schwer nachvollziehbar.

In der Analytik, d.h. der Identifizierung neuer Substanzen, gilt allgemein die eiserne Regel: Eine einzige Analysenmethode reicht in der Regel nicht aus, um die Struktur und Zusammensetzung einer (neuen) chemischen Verbindung eindeutig zu bestimmen. Dies gilt allgemein, voellig unahaengig von der naturwissenschaftlichen Disziplin, ob in der Mineralogie, Pharmazie, Materialwissenschaften oder Chemie.

Es ist m. E. daher bei sorgfaeltigem Arbeiten ausgeschlossen, die beiden Minerale zu verwechseln. Wenn EDX wegen ueberlappender Emissionslinien als Methode tatsaechlich ungeeignet sein sollte, haette die Elementzusammensetzung anderweitig geklaert werden muessen. Auch eine sorgfaeltige Auswertung von Beugungsdaten (P-XRD oder S-XRD) haette schnell Klarheit schaffen muessen - aber auch hierfuer ist die Kenntnis der anwesenden Elemente zwingend notwendig.

GA

Harald
« Letzte Änderung: 24 Dec 13, 18:03 von Axinit »

Offline jürgen lange

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Re: Cadmoxit - Grube Lengenbach
« Antwort #3 am: 24 Dec 13, 17:06 »
Liebe Leute,

meinem Bauchgefühl nach wäre die Bildung eines Cadmiumoxid in dem Reaktor "Lengenbach" etwas abstrus. Habe ja mal ein bisschen Chemie zur Kenntnis genommen.

Glück Auf und Schönes Fest jürgen

Offline openpit

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Re: Cadmoxit - Grube Lengenbach
« Antwort #4 am: 25 Dec 13, 19:29 »
Hallo,

@ Harald:
Die von Dir genannten Punkte sorgen eben auch bei mir für Unverständnis. Selbst mit der EDX (als alleinige Methode) würden sich CdO und UO2 unterscheiden lassen, allemal wenn man etwas die Beschleunigungsspannung variiert.

@ Jürgen:
Da ich eben auch eher Greenockit erwarten würde (welcher bereits nachgewiesen wurde) interessieren mich die Fundumstände des Materials.

Ich bin auf weitere Antworten gespannt.

Danke und Glück Auf!
Micha