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Autor Thema: Wachstumsphänomene an Kristallen  (Gelesen 32410 mal)

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Offline kks

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #45 am: 16 Sep 13, 16:51 »

 was spricht bei dem Baryt-Goethit von Culmitzsch gegen eine Epitaxie.

Hallo,

lass' es mich mal so sagen: Direkt dagegen spricht erst mal nichts, aber es spricht auch nichts dafür. Eine Epitaxie liegt nur dann vor, wenn die Gitter der beteiligten Phasen nach strengen kristallographischen Regeln zueinander orientiert sind. Um das zweifelsfrei festzustellen, kommt man im Allgemeinen nicht um Beugungsexperimente, vor allem Laue, herum. Das gilt hier nicht nur für den Baryt-Goethit, sondern auch für den Calcit-Markasit weiter oben..

Gruß,

Klaus
 
« Letzte Änderung: 16 Sep 13, 21:37 von kks »

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #46 am: 16 Sep 13, 21:16 »
Hallo!
Ich habe mal etwas vereinfacht die Epitaxie im Lexikon etwas abgeändert.Nicht viel,sollte aber verständlicher sein,als die vorherige Beschreibung.
Gruß Jens

Offline Josef 84,55

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #47 am: 17 Sep 13, 15:42 »
Hallo,

ich würde den Calcit und den Wulfenit auch nicht als Epitaxie beschriften.

Die Einschlüsse im Calcit sind zwar nur auf bestimmten Flächen aufgewachsen und vielleicht sogar ursprünglich orientiert, aber durch die kugeligen Aggregate läßt sich das nicht mehr nachvollziehen.

Bei den Einschlüssen im Wulfenit währe die grobe Orientierung eher durch eine geometrische Auswahl zu erklären. Nur die senkrecht zur Wachstumsfläche stehenden Nadeln aus den Goethitbüscheln wurden nicht vom gleichzeitig wachsenden Wulfenit eingeschlossen.

Trotzdem, zwei interessante Stücke und schöne Fotos.

Grüße Josef

Offline cmd.powell

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #48 am: 18 Sep 13, 03:48 »
Hi

Die beiden letzten Beispiele schauen mir auch nicht wirklich nach einer Epitaxie aus. Allerdings lautet das Thema ja "Wachstumsphänomene an Kristallen" und von daher haben die Beispiele durchaus ihre Berechtigung hier.

Offline uwe

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #49 am: 18 Sep 13, 11:05 »
In diesem thread sollten auch die sogenannten deformierten Fluorite aus Zschopau nicht fehlen (gab da vor Jahren mal einen Artikel in Lapis oder Mineralienwelt). Auf dem Bild sieht man ein solches Exemplar. Es handelt sich hier nicht um einen nachträglichen Lösungsvorgang. Die Lamellen sind hier alle Fluorit.

Gruß
Uwe

Offline Hg

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #50 am: 18 Sep 13, 11:59 »
Epitaktische Verwachsungen kann man auch öfters in der Kombination Brookit/Rutil finden.
Ich habe mal ein älteres Bild aus meiner Sammlung ausgegraben. Hier sind Rutilnadeln auf der Brookittafel aufgewachsen. Oder doch keine Epitaxie?  ;)

Grüße,
Andreas

Offline kks

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #51 am: 18 Sep 13, 16:57 »
Hier sind Rutilnadeln auf der Brookittafel aufgewachsen. Oder doch keine Epitaxie?  ;)

Ganz einfach: Welche Netzebene des Rutils ist auf welcher Netzebene des Brookits in welcher Orientierung aufgewachsen?

Wenn Du diese Frage schlüssig beantworten kannst, handelt es sich ganz sicher um eine Epitaxie.

Sorry, einfacher geht's nun mal nicht.

Gruß,
Klaus

Offline Josef 84,55

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #52 am: 27 Nov 13, 20:59 »
Hallo,

ich möchte mal wieder ein ungewöhnliches Wachstumsphänomen einstellen und zwar einen Ring.
WERNER LIEBER beschreibt diese Ringe in seinem Buch "Kristalle - Schönheit durch Fehler" mit sehr guten Fotos, zitiert einige Theorien und fügt hinzu: "Strukturell kann das nicht begründet sein."
Eine noch sehr wage Theorie von mir dazu wäre, dass sich unter einer der monoklinen Endflächen eine Struktur mit leicht abweichenden Gitterparametern bildete und dadurch der nadelige Kristall gekrümmt wuchs. Der Radius der Krümmung wäre von der Dicke der Nadel und der Größe der abweichenden Struktur abhängig. Wenn der Kristall gleichmäßig und symmetrisch weiter wächst, schließt er sich zu einem Ring. Wenn nicht gibt es nur ein Knäuel oder eine 8 oder eine Spirale....
Wie, außer über Realstrukturphänomene, soll sich das begründen lassen?

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Wachstumsphänomene an Kristallen

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Wachstumsphänomene an Kristallen


Grüße Josef

Offline Stefan

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Re: Wachstumsphänomene an Kristallen
« Antwort #53 am: 28 Nov 13, 08:13 »
Hallo Josef,
der Ring ist ja ausgesprochen cool  :o
Besten Gruß Stefan