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Frage an die Experten der "Baryt-Coelestin-Gruppe"
cmd.powell:
--- Zitat von: uwe am 31 Dec 13, 12:51 ---Diese reinen Baryte haben ja (wie im Lexikon zu sehen) eine tafelige Form und sind wasserklar. Wäre nun auch interessant, ob das an dem "sauberen" Kristallgitter liegt oder nichts damit zu tun hat.
--- Ende Zitat ---
Hi Uwe
Das liegt mit Sicherheit an dem "sauberen" Kristallgitter, jedoch im anderen Sinne als Du wohl meinst. Das Kristallgitter ist (Bau-)Fehlerarm, daher die klaren Kristalle. In der Diadochie können sich Ionen oder Anionen ersetzen, ohne dabei das Kristallgitter nachhaltig zu Stören. Das heißt, Du kannst auch durchaus Sr-haltige Baryte (oder Ba-haltige Coelestine) haben, die ebenfalls perfekte, transparente Kristalle ausbilden. Durch den Einbau von Fremdionen wird allerdings immer auch die Ausbildung von Gitterfehler gefördert, d.h. entsprechende Mischkristalle sind wahrscheinlicher häufiger trübe o.ä. Letztlich dürfte beim Baryt jedoch die Kristallisationsgeschwindigkeit einen größeren Einfluss auf die "Perfektheit" der Kristalle haben als der Sr-Gehalt. Bei den helgoländer Baryten kommt noch hinzu, das sie selten größer als 5mm werden. Solch kleine Kristalle sind auch häufiger "perfekt" als große Kristalle. Reine Statistik: Je größer ein Kristall desto mehr Platz für Fehler...
Ach ja, frohes Neues Jahr an alle. Ich hoffe ihr seit gut gerutscht :)
Roadrunner:
Hallo,
interressantes Thema, ich werfe mal den Begriff Pseudomorphose herein. Ist vielleicht nicht ganz passend, aber wenn ein Ionenaustausch im Anfangsstadium stattgefunden haben sollte, ich meine Ba gegen Sr oder umgekehrt, kann da nicht auch solch eine Bildung entstehen?
Klaus ich denke mit Barytocölestin als Bezeichnung machst Du sicher nix falsch. Man kann es aber sicher auch Cölestinobaryt ::) oder (Ba,Sr)SO4 nennen ;D.
Wie auch immer es ist mit Sicherheit mal wieder ein sehr interressantes Beispiel zur Vielfalt von Mineralbildungen!
Bis dann
Roadrunner
harzgeist:
Existiert hier wirklich eine lückenlose Mischungsreihe, wie das bei Ferberit/Hübnerit oder Mimetesit/Pyromorphit der Fall ist ??
Ich konnte weder hier noch bei Mindat einen Hinweis darauf finden. Klar, es gibt Ba- haltigen Coelestin und Sr- haltigen Baryt, aber übergangslos in jedem beliebigen Verhältnis???
Wäre schön, wenn mich da mal jemand aufklären könnte :)
Thomas
Fabian99:
scheinbar ja
https://www.researchgate.net/publication/248432354_A_thermodynamic_and_mineralogical_study_of_the_BaSrSO_4_solid_solution_Application_to_the_calculation_of_the_saturation_state_of_the_world%27s_ocean_with_respect_to_substituted_barites?_sg=nc6ACbEp7TIG2xYi4R8Z_bdP3CcS-ES4HGQPZSLFw9lLorQx0UK2tF0d4zp97QX7oIh88VBY8Q
dort findest du noch einige weitere Arbeiten.
LG
harzgeist:
Danke Fabian!
Hab inzwischen auch was gefunden. In Handbook Of Mineralogy ist (für Baryt) zu lesen: "forms a series with celestite" -- also eindeutig ja
Sollte dann hier und bei mindat auch so eingetragen werden!
Thomas
... der wieder was gelernt hat ;D
Edit
Mindat hat's auch drin. Muss ich wohl vorhin übersehen haben
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