Hi
Zum Thema "Stabilität von Markasit" kann ich sagen, das nach meiner Erfahrung Markasite mit großen Kristallen stabiler sind als fein- bis mikrokristalline Aggregate. Meine Beobachtung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Markasite die in den Mergelgruben rund um Hannover recht häufig zu finden sind. Es gibt auch noch eine Fundortkomponente, so sind z.B. die höveraner Markasite am wenigsten haltbar, jedoch sind auch hier die Stücke mit den großen Kristallen stabiler als die Feinkristallinen. Jedoch gehen die feinkristallinen Hövermarkasite praktisch mit 100%iger Gewissheit kaputt (leider meist auch die Grobkristallinen), bei vergleichbaren Aggregaten aus Misburg oder Wunstorf-Kolenfeld kann man schon mal länger was von den Stücken haben. Die Aggregate mit großen Kristallen sind bei mir schon z.T. seit Jahrzehnten in der Sammlung und sind bisher stabil (also Misburger und Kolenfelder, die Höveraner sind alle im Markasithimmel - - - oder der Markasithölle

). Dafür habe ich etliche Höver-Markasite wegen der z.T. doch recht üppigen Sekundärparagenese behalten; das geht über Copiapit, Halotrichit und Voltait bis zu Rozenit und allen möglichen anderen Eisensulfaten und hin zum ged. Schwefel sowie wahren Schwefelsäurepfützen - echt ätzend

Von anderen Fundstellen bzw. weltweit scheinen die feinkristallinen Varianten bzw. fein in der Matrix verteilter Markasit ebenfalls eher vom Zerfall betroffen zu sein als massive Stücke, jedoch habe ich hier - leider

- meist nur Einzelstücke und kann somit keine qualitative Aussage machen.
Ich vermute (!) mal, das feinkristalliner Markasit recht schnell ausgefällt wurde, wodurch es zum Einen zu mehr Kristallbaufehlern kommt, die einen Kristall anfälliger gegen Verwitterung machen und zum Anderen ist natürlich schon aufgrund der Menge der einzelnen Kristallindividuen die Oberfläche viel Größer und somit gibt es auch eine potentiell größere "Angriffsfläche". Hinzu könnte noch kommen, das die feinen Gefüge ein gewisses Porenvolumen haben, in dem sich Wasser halten kann, was ebenfalls eine Verwitterung begünstigen würde. Gestützt wird diese Vermutung durch die Beobachtung, das, falls mal eine Stufe mit relativ großen Kristallen verwittert, die Verwitterung immer an den Kontaktflächen der einzelnen Kristallindividuen statt findet und dagegen nur eher selten direkt auf den einzelnen Kristallen. Häufig liegen nach der Zersetzung (von den Hövermarkasiten bleiben oft nur Häufchen auch Sekundärmineralen und Markasitresten zurück) die größeren Kristalle noch recht unzersetzt in den Sekundärmineralen und zeigen dann nach dem Abspülen kaum Anzeichen von weiterer Zersetzung.
Neben den offensichtlichen Sekundärmineralen ist der typische, hier ebenfalls beschriebene schweflige Geruch ein Merkmal für die (beginnende) Zersetzung. Nach dem Aussäuern (anders kann man die Markasite aus den Mergel kaum rauspräparieren) und Wässern mache ich immer die Geruchsprobe - riecht ein Stück verdächtig, kommt es zusätzlich noch für ca. eine Woche in ein Bad aus verd. Ammoniak (inzwischen mache ich das pauschal mit jedem ausgesäuerten Stück). Wenn es danach immernoch riecht, ist es wahrscheinlich eh verloren, meist riechen die Stücke nach dieser Behandlung jedoch nicht mehr und genau solche Stufen liegen schon seit Jahren bis Jahrzehnten in meiner Sammlung.