Servus,
wie bereits in den vorherigen Beitraegen ausgefuehrt, geizt der Hersteller doch sehr mit konkreten Informationen bezueglich seines Produktes.
Was bisher vielleicht nicht klar geworden ist:
(1) Das Geraet fuer die Hosentasche arbeitet im Nahen Infrarot (NIR), waehrend die klassische Infrarotspektroskopie im mittleren (MIR) und ggf. fernen Infrarot (FIR) misst. Die Vergleichsspektren, wie z.B. in dem von Stefan O. angefuehrten Werk, beziehen sich aehnlich wie die Daten bei RRUFF auf Messungen im MIR-Bereich.
(2) Die IR-Spektroskopie liefert Informationen ueber Molekuelschwingungen und ist sehr hilfreich um die Anwesenheit bestimmter funktionaler Gruppen zu pruefen: z. B. OH, Carbonat, Sulfat, Nitrat etc. . Darueberhinaus ist der Informationsgehalt eines Spektrums so hoch, dass kann man davon ausgehen kann, dass zwei "deckungsgleiche" Spektren von der gleichen Substanz herruehren muessen. Somit laessen sich im Prinzip auch Minerale eindeutig identifizieren.
(3) Ein geschultes Auge kann auch aus dem IR-Spektrum eines unbekannten Minerals eine Menge Informationen herauslesen. Die Spektren vieler Minerale sind seit langem publiziert und erfordern zur Einsicht keineswegs einen meist kostspieligen Zugang zu einer Datenbank. Der Nutzen der Methode stoesst allerdings auf Grund der begrenzten Zahl an funktionellen Gruppen im Mineralreich, der oft sehr breiten Absorptionsbanden und der relativ hohen Symmetrie vieler Minerale an Grenzen (so sind z. B. die Spektren vieler Silikate sehr aehnlich, allerdings laesst sich eindeutig die An- oder Abwesenheit von OH-Gruppen oder Wasser feststellen).
Eine preiswertes, tragbares "black-box"-Geraet, das dem interessierten Sammler per Knopfdruck die zweifelsfreie Identifizierung eines Minerals ermoeglicht, wird wohl auch weiterhin eine Illusion bleiben muessen.
GA
Harald