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Autor Thema: Unbekannte Kristalle aus der Eifel  (Gelesen 7890 mal)

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Online guefz

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Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« am: 05 May 14, 22:34 »
Hallo,

ich habe hier ein Stück vom Eselsberg bei Dockweiler in der Vulkaneifel, gefunden letzten Sommer dort im Basalt. Die Paragenese ist recht umfangreich: Apatit, Biotit, Leucit, Magnetit, Pyroxen, Sodalith und Titanit. Auf anderen Stücken dieser Kluft findet sich auch Perowskit und teilweise auch Nephelin.

Die fraglichen Kristalle bilden kleine Bündel aus gelben, lattigen Kristallen, alles kleiner als 0,5mm. Bei dem Versuch Raman-Spektren aufzunehmen habe ich eine Kristallgruppe ein wenig mit dem Laser angesengt, mit halber Laserleistung ließen sich dann aber Spektren aufnehmen. In der Rruff-Datenbank habe ich dann allerdings nichts passendes gefunden.

Das Foto ist nicht gut geworden, da es auf den benachbarten Kristallen zu viele Reflexionen gibt, aber zur Dokumentation der Messpunkte reicht es. Hat jemand Ideen, um was es sich hier handeln könnte?

bis denn

Günter

Offline Günter Blaß

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #1 am: 05 May 14, 23:00 »
Hallo Herr Frenz,

müsste ich sehen. Aufgrund des Bildes kann ich keine Aussage treffen.
Vielleicht kann ich bald wieder ans REM.

Melde mich dann.

Gruß
Günter Blaß

PS:. Bin immer noch nicht dazugekommen die Frams Flörkeit/Phillipsit genauer anzusehen.

Online guefz

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #2 am: 06 May 14, 18:32 »
Hallo,

ich hab mal zwei weitere Bilder versucht, stoße dabei aber an die Grenzen meiner Optik. Beides sind Ausschnittvergrößerungen, 3225-2 ist die angesengte Kristallgruppe und 3225-3 ist die Gruppe, von der das Spektrum stammt.

bis denn

Günter

Online guefz

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #3 am: 07 May 14, 18:05 »
Hallo,

ich habe die Fundstelle jetzt auch im Lexikon mit den bisher bestimmten Mineralen eingetragen: http://www.mineralienatlas.de/?l=34324

Günter

Offline oliverOliver

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #4 am: 15 Aug 16, 21:30 »
hallo Günter,
gabs da schon ein Ergebnis ?

Online guefz

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #5 am: 15 Aug 16, 22:11 »
Nein, ist bei mir in der todo-Liste hinten runter gefallen. Ich habe die drei Stüfchen mit diesem Material jetzt mal raus gestellt, damit ich sie beim nächsten Mal mit zum anderen Günter nehme.

Günter

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #6 am: 21 Sep 16, 20:03 »
Hallo,

ich habe jetzt zwar ein EDX-Ergebnis, aber so richtig weiterhelfen tut das auch nicht: EDX 1: 1,9% Na, 6% Al, 13,7% Si, 0,7% S, 3,7% K, 25% Ca, 38,6% Ti, 10,4% Fe (Angabe in Atom-%). Bleibt also erst mal weiter als Fragezeichen in der Sammlung.

bis denn

Günter

Offline Maibolte

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #7 am: 21 Sep 16, 23:49 »
Hallo Günter

Vielleicht ja sogar ein ganz neues Mineral?  ???
Spannend, spannend.

Glück Auf

Dirk

Offline Fabian99

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #8 am: 22 Sep 16, 08:45 »
Ich rate mal mit
Na+K = 6% (Naja - ganz wohl ist mir nicht)
Al=6%
Si = 12% ;-)
Ca =24%
Ti 36%
Fe 12%

(Na,K)  Fe2 Ca4 Ti6 Al Si2 Ox passt so zu nichts, oder?
(Fe,Ca) TiO3 mit (Na,K) Al Si2Ox also ein Perowskit mit einem Feldpat vergesellschaftet, sollte aber im REM als Phasenkontrast zu sehen sein.

LG

Offline Sebastian

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #9 am: 22 Sep 16, 08:53 »
Da das gute Stück ja "angesengt" wurde könnte man noch h2O oder OH-Gruppen zudichten. Wie haben die die EDX überstanden?
Gruß Sebastian

Online guefz

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #10 am: 22 Sep 16, 18:57 »
Es wurde wohl an der Oberfläche gemessen, nicht an einer Bruchfläche, da kann also auch noch Verunreinigung dabei sein. Das Ganze wird wohl nochmal gemessen werden müssen, dann aber an einer Bruchfläche. Das mit dem Wassergehalt ist m. E. auch recht wahrscheinlich. Das Ramanspektrum sieht mir jedenfalls nicht nach einem komplett amorphen Material aus, evtl. ist es im Übergang begriffen. Ich werde weiter berichten...

Günter

Offline smoeller

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #11 am: 22 Sep 16, 20:35 »
Hallo,

Offenbar ist Ca:(Ti+Fe) 1:2, dann könnte es sich um ein Mineral mit der Formel Ca(Ti,Fe)2(O,OH)6 handeln, evtl. mit Feldspat als Verunreinigung. K und Na könnten auch für Ca substituieren, Al für Fe, Si für Ti.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Fabian99

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #12 am: 22 Sep 16, 21:08 »
Al für Fe? Si für Ti? Halte ich von den Ionenradien und den daraus resultierenden Koordinationen für gewagt.

LG

Online guefz

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #13 am: 22 Sep 16, 21:58 »
Tausch von Al gegen Fe ist zumindest bei Andradit und Grossular möglich. Für das andere fällt mir zur Zeit auch kein Beispiel ein.

Bei Feldspat in nennenswerten Mengen würde ich im Raman aber eine Bande zwischen 505 und 515 Wellenzahlen erwarten, je nach Zusammensetzung.

Wie gesagt, erst mal die Kontrollmessung abwarten.

Günter

Offline smoeller

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Re: Unbekannte Kristalle aus der Eifel
« Antwort #14 am: 23 Sep 16, 23:00 »
Hallo,

Der Austausch von Fe3+ und Al3+ ist in der Natur recht verbreitet. Neben Granat v.a. bei Epidot-Klinozoisit und auch bei Hydroxiden (Goethit/Limonit), was durchaus in der Bodenkunde von Interesse ist.

Den Austausch von Si und Ti findet man u.a. in begrenztem Umfange bei vielen Silikaten basaltischer Gesteine, gerade bei Amphibolen oder beim Melanit (Granat-Gruppe).

Glück Auf!
Sebastian

 

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