Ich hatte da noch eine ganz schräge Idee gehabt, die eine plausible (!) Erklärung für alle von Dir beschriebenen Erscheinungen am 1. Stein einschließlich der Stäbchen, die unten hart und an den Enden weich und ausgefranst sind. Aber jetzt, wo Du den Nachtrag mit dem schwarzen Stein gebracht hast, bin ich mir fast sicher: In beiden Fällen dürfte es sich leider nur um Bauschutt handeln (sei deswegen aber nicht enttäuscht, auch der kann gut sein, um was zu lernen). Es gibt immer wieder Leute, die sowas in den Wald kippen! Andererseits wird aber auch Bauschutt -vor allem Beton- industriell zerkleinert und als sogenanntes "Recycling" im Wege- und Straßenbau für leicht befahrene Straßen (z.B. in Wohngebieten) an Stelle von Schotter zur Befestigung eingesetzt.
Nun zu Deinen Fundstücken: Der schwarze Stein ist ziemlich eindeutig nach Bild und Deiner Beschreibung sogenannter Bitumenbeton (im Fachjargon), landläufig als "Asphalt" bezeichnet. Im Gegensatz zu normalem Beton werden hier die Kies-/Sandkörner nicht durch Zement sondern durch Bitumen (die schwarze Masse, fällt als Nebenprodukt bei der Erdölverarbeitung an) zusammengehalten. Als "Schwarzdecke" (mit grober Körnung) im Straßenbau kennt das jeder, gibt es aber auch mit feiner und ganz feiner Körnung für gewerbliche Bauten und war meines Wissens sogar in den 60er und 70er Jahren als (billiger) Estrich im Wohnungsbau eingesetzt worden.
Bitumen löst sich in den meisten organischen Lösungsmitteln (mehr oder weniger schnell). Zum Test den "Stein" auf ein mit Benzin (oder Fleckenwasser oder Heizöl) gut getränktes und mehrlagig zusammengefaltetes Stück Küchenpapier legen, beschweren (für guten Kontakt zum Lösungsmittel), abdecken (damit nichts verdunsten kann) und einige Zeit warten. Spätestens wenn man jetzt mit dem Papier am Stein reibt, sollte es braun werden.
Der 1. Stein ist wahrscheinlich ein Stück Putz (sandig und ziemlich weich, wie Du schreibst) mit eingearbeitetem Armierungsgewebe. Das wird verwendet um Rissbildung im Putz zu verhindern. Bei der Fassadendämmung wird diese Gaze mit einem speziellen breiartigen Kleber ganzflächig direkt auf die Dämmung (z.B. Styropor) geklebt und bildet den Untergrund für den eigentlichen Putz. In speziellen, kritischen Fällen, etwa wenn der Putz auf Fachwerk aufgebracht werden soll, kann die Gaze auch zwischen die einzelnen Lagen des Putzes eingebracht werden. Solche Gaze ist ein Geflecht aus Fäden, so wie Fliegengaze, nur eben mit viel größerer Maschenweite. Die Fäden bestehen, ähnlich wie bei textilem Gewebe, aus einzelnen Fasern. Alles ist mit einem Kleber fest verleimt, so dass die Gaze fest wird und nun fast wie ein Drahtgeflecht wirkt. Das kannst Du Dir in jedem Baumarkt ansehen, gibt es als Meterware auf Rollen ... und in verschiedenen Farben, auch himmelBLAU. Die "Stäbchen", die Du siehst, sind die Enden der Fäden von der Gaze (die zerreißt natürlich, wenn der Putz zerbrochen wird). Wenn das nun länger der Witterung ausgesetzt ist und erst recht, wenn Du das Teil mit der Bürste bearbeitest, wird der Kleber zerstört. Dadurch spleißen sich die Fäden in ihre einzelnen Fasern auf. In der Nähe des Steins ist das weniger der Fall und die Fäden behalten weitgehend ihre ursprüngliche Härte. Durch längere Zeit einwirkende Feuchtigkeit kann der blaue Farbstoff in das umgebende Material wandern und zusammen mit gelblichen Verunreinigungen auch auch grün erscheinen.
Du kannst ja mal den Stein vorsichtig von der Seite her mit der Zange zerbröseln und sehen, wo und wie sich die Stäbchen nach innen fortsetzen. Oder Du zeigst Deine Fundstücke mal jemandem, der sich im Baugewerbe auskennt (Maler, Maurer).
Woraus genau die Fasern solcher Gaze bestehen, weiß ich auch nicht, denke aber dass es ein Gemisch aus Kunststoff (Polypropylen, schmilzt und brennt) und künstlich hergestellter Mineralfaser ("Steinwolle", unbrennbar) sein wird. Auf alle Fälle kein Asbest, der ist als Baustoff seit langem verboten, weil krebserregend!
Thomas