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Frage zu Pechblende
Embarak:
Hallo,
--- Zitat von: Gamma am 04 Sep 14, 05:34 ---Ich habe die 3 Strahlungsarten getrennt erfasst. Wollte euch die Details ersparen ....
....Das Graetz x 5 c plus besitzt die Messgröße H*(10).
Es bedeutet es zeigt die Umgebungsdosisleistung gegen ein Phantom gemessen 10 mm im Gewebe. Beta oder gar Alpha Teilchen werden also nicht erfasst da sie nicht so tief eindringen können.
...Die Beta und Alpha Teilchen habe ich mit einem Berthold LB und dem Herfurth minicont ermittelt...
--- Ende Zitat ---
Ha, da wird's doch erst interessant ! ;D
Musste allerdings erstmal über die »neuen« Äquivalentdosis-Messgrößen und die Umgebungs-Äquivalentdosis H*(10)
und die als Phantom bezeichnete ICRU-Kugel nachlesen,
die berechnet, nicht gemessen ist und real nicht existiert. (Näheres für Interessierte hier.)
Hatte mich gefragt, wie Du mit nur einem Gerät zu Deinen Ergebnissen gekommen warst.
Mit den beiden anderen Geräten gibt es einen Sinn.
Vielen Dank für die Infos. Wieder was gelernt. :)
Bin schon gespannt auf's Bild.
Norbert
Geomartin:
Hallo,
ich koennte mir zwei Dinge vorstellen:
Geometrie: Pechblende ist, so absurd es klingt, nicht nur ein Strahler, sondern auch Abschirmer. Durch die hohe Dichte schirmt es sehr effektiv Alpha und Betastrahlung ab. Jene Alpha Strahlung, die man messen kann, wird nur von den obersten Schichten der Stufe emmitiert, wahrscheinlich weniger als ein mm. Die Strahlung von tieferen Lagen wird von der Pechblende selbst abgefangen. Damit ist es eine Frage von Oberflaeche zu Volumen, wie gross das Verhaeltnis von Alpha zu Gammastrahlung ist. Bei einem duennen, aber grossflaechigen Kluftbelag ist das messbare Verhaeltnis A/G Strahlung groesser als bei einem gleich schweren, kompakten Stueck, bzw umgekehrt.
Zweite Moeglichkeit: Ungleichgewicht in der Zerfallsreihe. Stuecke aus Oxidationszonen bzw aus noch aktiven Vererzungssystemen koennen im Ungleichgewicht sein, das heisst die Zerfallsprodukte von Uran koennen an bzw abgreichert sein, je nach geochemischen Milieu. In einer alten, stabilen Lagerstaette befindet sich das Uran in einem festen Verhaeltnis zu seinen Zerfallsprodukten. Das kann man sich zu Nutze machen, und ueber die Messung der Gammastrahlung der Zerfallsprodukte nach entsprechender Kalibrierung den Urangehalt im Gestein bestimmen. Macht man oft bei sedimentaeren Uranlagerstaetten, das wird dann meist als U3O8e angegeben (e - equivalent). In Lagerstaetten, welche sehr jung bzw noch aktiv in der Bildung sind, ist das nicht gegeben, da sich Uran geochemisch anders verhaelt als viele seiner Zerfallsprodukte. Diese koennen auf diese Weise getrennt werden, und so kann es Bereiche mit sehr starker Gammastrahlung mit nur wenig Uran geben und umgekehrt, je nachdem. Eine Firma aus Sued-Australien hat In den USA wurde daher vor einigen Jahren ein neues Bohrlochtool entwickelt, welche den Uran-235 Gehalt direkt messen kann. Dieses Tool sendet Neutronen aus, welche (wenn vorhanden) U-235 Kerne spalten. Dann werden die zurueckkommenden Spaltneutronen gemessen und darueber der Gesamturangehalt bestimmt (nennt sich PFN - Prompt Fission Neutron)
Glueck Auf!
Martin
Fabian99:
Hallo,
die Alphastrahlung sollte nach wenigen 10µm komplett abeschirmt sein, siehe die Diskussion um Strahlungshöfe in CaF2.
Dem ersten Teil deiner Ausführungen, Geomartin, stimme ich voll zu.
Ja, die Betastrahlung kann einiges an Bremsstrahlung, gerade in schweren Medien erzeugen.
Der Prozeß sollte aber nicht sehr effektiv sein (wiki sagt weniger als 1%), sonst würden Röntgenröhren nicht wassergekühlt.
Ja, mit exakten Methoden kann ein Ungleichgewicht an Lagerstätten festgestellt werden.
ABER nehme einmal diesen Rechner http://www.wise-uranium.org/rccb.html
und schau dir die Entwicklung der Aktivitäten an. nach 10 Mio Jahren ist fast alles im Gleichgewicht, oder? Da muss dann wirklich eine Auslaugung oder ähnliches stattfinden. Ob das diese Messung wirklich hergibt?!
LG
Gamma:
@Geomartin, die Variante das die Blende selbst die Teilchenstrahlung schirmt und die kurzwellige Gamma-Strahlung vom gesammten Block zu Buche schlägt erscheint mir einfach aber genial. Da hätte ich selbst drauf kommen müssen :o :o
@Fabian99 es handelt sich nicht um Bremsstrahlung, das dachte ich auch zunächst. Wäre es welche hätte sie eine nur geringe Energie, ich denke zwischen 20 und 40 keV. Ein Geigermüller Zählrohr kann das je nach Model prinzipiel nicht erfassen.
Anbei noch ein paar Fotos
Gamma:
Und noch zwei
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