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Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !

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pery:
Hallo Björn,
weil du gerade Beläge angesprochen hast...

Ich hatte auch an einigen Stücken Ablagerungen/Beläge, allerdings waren die intensiv türkisgrün.
Die ließen sich aber wie bei dir ebenfalls mechanisch leicht entfernen.
Woher das kommt würde mich aber schon interessieren.  ;)

In der Hauptsache lagen bei mir Fluorit, Baryt, Quarz, Hämatit und reichlich Granitmatrix in der Lösung.
Vielleicht hat das ja was mit den verwendeten Mineralien zu tun ?!
Was sagen unsere Chemiker in der Runde dazu?   8)

harzgeist:
Hallo noch mal,

ich wollte gerade noch einen Nachtrag hinzufügen, um eine zusätzliche "normale" Erklärung für den Niederschlag zu geben, aber der ist im letzten Beitrag vom Björn schon enthalten: Die Limonitkrusten enthalten so gut wie immer auch unlösliches Material, z.B. Tonminerale oder eben einfach zusammengebackenen Dreck. Wenn dann das Eisenhydroxid weg ist, bleiben das logischerweise übrig. Ein Schwefelgeruch darf natürlich nicht auftreten. Ich denke es wird sich hier um Tonminerale gehandelt haben. Schwefel würde sich nicht auf den Stufen absetzen. Wenn sehr viel Schwefel gebildet wird (nicht im Zusammenhang mit Dithionit), klumpt der zusammen, ähnlich wie geronnene Milch. Halte ich hier für sehr unwahrscheinlich.

Felix, erst mal meinen Glückwunsch zu der super Stufe! Kann man sowas heute noch in Revier finden?
Zu den grünen Belägen kann ich nichts sagen, hab ich noch nicht gehabt, denke aber dass das an der Mineralisation auf der Stufe liegt. Waren die denn gleichmäßig auf der Stufe verteilt oder nur stellenweise?
Dass Du mit "Heitmann" annehmbare Resultate auch ohne Zitronensäurezusatz erzielen konntest, verwundert mich. Bei mir hat das nur mit sehr dünnen Belägen gut funktioniert. Dagegen hat "Dr. Beckmann" auch pur gute Ergebnisse ergeben, auch gegenüber hartnäckigem Lehm. Allerdings zeigte sich aufgrund des durch die Soda bedingten hohen pH-Wertes  eine große Aggressivität gegenüber z.B. Mimetesit und Pyromorphit. Die Kriställchen hatten verrundete Kanten und sahen wie abgelutscht aus. Das brachte mich erst auf die Idee, den pH-Wert duch vorsichtige Zugabe von Zitronensäure abzusenken. Nachden das funktioniert hatte, habe ich das dann auch mit "Heitmann" probiert und festgestellt, dass nun die Wirkung erheblich besser ist und sogar die von "Beckmann pur" noch übertrifft.

Harald, selbstverständlich hast du recht, das bei der Reaktion von Soda mit Zitronensäure CO2 gebildet wird !! Dieses führt jedoch nicht sofort zur Gasentwicklung, wenn man für eine sehr gute Durchmischung sorgt, sondern wird von weiterer Soda absorbiert und zu Natriumhydrogenkarbonat umgesetzt. Erst wenn kein Soda mehr in der Lösung vorhanden ist kommt es spontan zur Gasentwicklung durch Reaktion von Zitronensäure und Natriumhydrogenkarbonat. Dieser Punkt ist sehr gut als Indikator nutzbar, um nun keine weitere Säure mehr hinzu zu fügen. Eine (gewisse) Kontrolle der Stöchiometrie ist also gegeben, und die Resultate sind reproduzierbar, wenn auch nicht ganz optimal. Das gebildete Hydrogenkarbonat dürfte die zur Pufferung benötigte Menge weit übersteigen. Um noch näher an die Zusammensetzung der Wallerschen Lösung heran zu kommen, wäre weitere Zugabe von Zitronensäure zwar theoretisch möglich,  jedoch unpraktikabel. (Bitte nicht nachmachen ! Keiner weiß wann's genug ist  - wenn sich die Lösung zerstzt war's zuviel  ;))

Thomas

pery:
Die bläulich-grünen Beläge waren nur stellenweise und eher selten. Fallen aber aufgrund der Farbe sofort ins Auge.
Vielleicht werde ichs doch nochmal mit Zitronensäure probieren wenn der Effekt, wie du berichtest, wessentlich besser ist.
Scheinbar waren meine Limmonitbeläge sehr dünn, den das Ergebnis war für mich mehr als zufriedenstellend.

und ja, solche Stücke kann man noch im Revier finden. Das oben gezeigte ist vom September 2016. Seit geraumer Zeit sind Sicherungsarbeiten des Bergamts an 2 ehem. Schachtanlagen im Gange. Da kam und kommt immer mal wieder was interessantes zuTage. Ne ordentliche Portion Glück und der richtige Zeitpunkt gehören aber schon dazu, das Bergamt neigt dazu, die Fundsituation so unattraktiv wie möglich zu gestalten  ;D

Topas:
Ich habe nach Behandlung mit Dithionit diese wie von Harzgeist beschriebenen Tonminerale auf einigen Stufen. Hier speziell auf Quarz. Diese sind resistent gegen alle Chemie die ich zur Verfügung habe,selbst der mini Hochdruckreiniger versagt. Hat jemand vielleicht eine Idee wie man diese runter bekommt ? Für nen Tip wäre ich sehr dankbar. Es scheint sich hierbei um ein Ton/Sand Gemisch zu handeln.

GA  Topas

harzgeist:
Hallo Frank

Solche Verkrustungen müssen nicht  unbedingt durch Tonminerale verursacht sein, diese sprachen bei mir immer gut auf Chemie an, sowohl auf konz.(!) Salzsäure als auch auf Dithionit oder Oxalsäure. Sie konnten immer soweit gelockert werden, dass sie sich mechanisch (Ultraschall oder Wasserstrahl) entfernen ließen.

Wenn du von "Sand" schreibst, erinnert mich das an einige von Quarzstufen, die ich vor vielen Jahren aus einer Kluft in einem Quarzgang bergen konnte. Manche Stufen wiesen zusätzlich zu der dunklen Lehmschicht, die sich nach Vorbehandlung entfernen ließ, auch einen sandigen Belag auf, der aus kleinsten Quarzsplittern besteht und aussieht wie besandete Dachpappe. Diese "Sandschicht" konnte nicht entfern werden, nicht einmal gelockert. Das Bindemittel ist in diesem Fall Kieselsäure. Vermutlich entstanden die Quarzsplitter durch tektonische Einwirkung, lagerten sich auf den Quarzkristallen ab und wurden dann (evtl noch während der Mineralisationsphase) durch Kieselsäurehaltige Lösungen verkittet - viele verheilte Bruchflächen an den Stufen lassen das vermuten.

Nach Duthaler/Weiß, 'Minerale reinigen und aufbewahren' kann in manchen Fällen eine über viele Stunden anhaltende Behandlung mit heißer Natronlauge und anschließende mechanische Entfernung zum Erfolg führen. Dazu kann ich aber keine Aussage machen, da ich meine Stufen so belassen habe. Es sind schließlich nicht alle Stufen aus diesem Fund betroffen und irgendwie gehören die anhaftenden Splitter ja auch zur Paragenese. Blitzsauber sind sie jetzt jedenfalls ;D.

Glück Auf

Thomas

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