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Dithionit-Zubereitungen: anwendungsbereit und preiswert aus dem Drogeriemarkt !
harzgeist:
--- Zitat von: peryperypery am 17 Nov 16, 18:22 ---Sind das etwa typische Beläge die entstehen, wenn Bleiglanz mit Dithionit+Zitronensäure Kontakt hatte ???
--- Ende Zitat ---
Nein, Bleiglanz (den seh ich auch :D) und auch andere Sulfide bleiben weitgehend unbeeinflusst und behalten i.d.R. auch ihren Glanz. Chalkopyrit läuft allerdings bunt an und etwaige Anglesitkrusten auf Bleiglanz werden dunkel.
Meiner Ansicht nach sind das keine Ablagerungen durch die Behandlung sondern waren schon vorher vorhanden und wurden nur übersehen, weil eben alles braun war. Besonders die rechte Stelle auf dem ersten Bild sieht so aus, als wenn sich zwischen dem Belag und dem Quarz sich gerade ein Spalt auftun wollte - das wäre bei einem frisch entstandenen Belag nicht der Fall.
Ich vermute ein Tonmineral, bzw. ein Gemisch aus solchen. Irgendwie erinnert mich die Farbe auch entfernt an Nontronit, wie ich ihn von Andreasberg her kenne (damit wiil ich aber nicht sagen dass es auch solcher ist). Tonminerale werden zwar nicht wie der "Rost" völlig aufgelöst, aber so weit aufgeweicht, dass sie problemlos mechanisch entfernt werden können - mit Ultraschall auch aus kleinsten Zwischenräumen.
@Silvio
HCL geht auch bei Cerussit schlecht (Bleichlorid ist nur heiß einigermaßen löslich). Mit Natron(oder Kali-)lauge lässt sich sowohl Anglesit als auch Cerussit lösen. In diesem Fall, denke ich, haben die Beläge nichts mit Blei zu tun.
Thomas
pery:
--- Zitat von: Sebastian am 17 Nov 16, 18:25 --- :D ich seh Bleiglanz auf der Stufe ::)
Oben links
Gruß Sebastian
--- Ende Zitat ---
Hallo Sebastian ;) der x oben links ist ein stinkspat-hexaeder.
Könnte man aber zugegeben auf dem Bild leicht verwechseln.
Und die silbrigen Schlieren auf dem zweiten Bild im oberen rechten Drittel sind ebenfalls kein Galenit.
Dabei handelt es sich um die selben Ablagerungen, wie im Kreis markiert. Jedoch in feuchtem Zustand und als dünne Schicht auf schwarzen Fluoritkriställchen. Die Farbe täuscht also.
--- Zitat von: Schatten am 17 Nov 16, 18:42 ---...
Darum kann ich nicht sagen, wie Du das los wirst...evtl. HCL falls es sich um ein Cerussit-Schmutz-Gemenge handelt? Bei Anglesit-Schmutz-Gemenge wirds mit Säuren etwas mühsamer (glaube ich mich zu erinnern).
--- Ende Zitat ---
Das Entfernen ist kein Problem, lässt sich mit der Zahnbürste relativ mühelos entfernen.
Ich habe das Bild nur gepostet, weil in einem früheren Beitrag von Belägen nach der Behandlung die Rede war.
Da mir ähnliches bei meinen Versuchen aufgefallen ist, wollte ich nur exemplarisch ein Bild nachreichen.
Trotzdem Vielen Dank für die ausführlichen Infos :)
--- Zitat von: harzgeist am 17 Nov 16, 19:06 ---...
Meiner Ansicht nach sind das keine Ablagerungen durch die Behandlung sondern waren schon vorher vorhanden und wurden nur übersehen, weil eben alles braun war. Besonders die rechte Stelle auf dem ersten Bild sieht so aus, als wenn sich zwischen dem Belag und dem Quarz sich gerade ein Spalt auftun wollte - das wäre bei einem frisch entstandenen Belag nicht der Fall.
Ich vermute ein Tonmineral, bzw. ein Gemisch aus solchen. Irgendwie erinnert mich die Farbe auch entfernt an Nontronit, wie ich ihn von Andreasberg her kenne (damit wiil ich aber nicht sagen dass es auch solcher ist). Tonminerale werden zwar nicht wie der "Rost" völlig aufgelöst, aber so weit aufgeweicht, dass sie problemlos mechanisch entfernt werden können ...
--- Ende Zitat ---
Danke Thomas, das klingt sehr plausibel.
An Nontronit musste ich auch schon denken, zumal dieser sehr häufig an besagtem FO auftritt.
Kann sich der braun färben??
edit:
Nontronit vom FO
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=306,2775,1
harzgeist:
Hallo Felix,
wenn Nontronit am FO verbreitet ist, gehe ich mal davon aus, dass der auch für die Farbe verantwortlich war. Eventuell im Gemisch mit anderen Tonmineralen. Man weiß ja nie genau, woraus solche Krusten exakt bestehen. Meistens sind ja mehrere Minerale am Aufbau beteiligt. Ich denke nicht, dass sich der Nontronit selbst (und andere Tonminerale) durch Eisenverbindungen braun färben lassen, kann mich aber auch irren. Beispielsweise scheint Illit bestimmte synthetische Farbstoffe förmlich anzuziehen, während andere Minerale unverändert bleiben, siehe den Eingangsbeitrag zu diesem Thema.
Ich denke eher, dass das Eisenhydroxid die Tonpartikel miteinander verkittet und deren Eigenfarbe überdeckt, diese selbst aber nicht beeinflusst. Die lockernde Wirkung von Dithionit durch Lösung des Eisens ist leicht einzusehen. Erstaunlicherweise werden anderseits auch helle Tonkrusten, die offensichtlich kein Eisen enthalten, gelockert. Da die reduzierende Wirkung von Dithionit auf Tonminerale eigentlich keinen Einfluss haben sollte, führe ich das auf das Citrat (oder was auch immer als Komplexbildner in den Pulvern enthalten ist) zurück. Wahrscheinlich tritt hier ein ähnlicher Effekt ein, wie durch Natriumhexametaphosphat, der die Tonminerale zum Quellen bringt. Das geht übrigens auch mit Oxalsäure recht gut. Allerdings würde ich in solchem Fall von Oxalsäure abraten, weil man bei dieserart Krusten vorher nie genau weiß, mit welchen Mineralen man es zu tun hat. Es kann gut sein, dass Calcit, Gips oder dergleichen enthalten sind. Mit Oxalsäure bekommt man dann ein dickes Problem, da nützt es auch nichts wenn man für den Ansatz destilliertes Wasser verwendet hat. Hatte ich vor Jahren mal mit einer Charge MM's (Granat, Vesuvian, Epidot etc.) erlebt. Statt der partiell vorhandenen dunklen Lehmkruste waren alle Stufen komplett mit einer weißen Schicht Calciumoxalat überzogen.
Thomas
pery:
--- Zitat von: harzgeist am 28 Nov 16, 15:14 ---... waren alle Stufen komplett mit einer weißen Schicht Calciumoxalat überzogen.
Thomas
--- Ende Zitat ---
;D Ich hab da ähnliche Erfahrungen!
Diese schönen X habe ich kürzlich "gezüchtet"
Darunter verbirgt sich eine Quarz-Perimorphose nach Fluorit (Hohlformen)
Das war wohl ein wenig zu viel Oxalsäure 8)
Ich hoffe, man erkennt was auf den Bildern
pery:
Nachtrag:
Die blauen Ablagerungen haben sich inzwischen aufgeklärt.
Es handelt sich um weißen Kaolin(lehm) der mit der Lösung reagiert und sich intensiv türkis bläulich verfärbt
Glück auf
Felix
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