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Autor Thema: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?  (Gelesen 4995 mal)

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Offline giantcrystal

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Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« am: 06 Jan 15, 18:42 »
Ein frohes Neues Jahr aus Mittelfranken !

Habe da gerade eine kleine Kuriosität :

Vor ein paar Wochen habe ich Dawsonit - Realgar - Auripigment führende Kalksteingeoden aus Albanien bekommen, die beim Aufschlagen sehr schöne Realgar xx bis 5 mm sowie herrliche schneeweisse Dawsonitgarben erkennen lassen. Optisch schönes Material.

Einziges Problem : Beim Aufschlagen entweicht dem Gestein offensichtlich ein merkwürdig riechendes Gas (keinem bekannten Geruch zuordbar) was bald wieder verfliegt. Beim nächsten Hammerschlag wieder das gleiche usw.

Was kann das wohl sein ? Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht ? Bekannt ist das Auftreten von Gerüchen ja beim Anschlagen von Arsen / Arsenkies, dem Stinkspat aus Wölsendorf sowie bei H2S führenden Kalksteinen, was ja gar nicht so selten ist.

Freue mich auf Antworten

Danke und Glück Auf

Thomas
« Letzte Änderung: 06 Jan 15, 22:04 von giantcrystal »

Offline Kluftknacker

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #1 am: 06 Jan 15, 19:36 »
Realgar, Auripigment --> Arsen --> roch es nach Knofi?  ::)

GA

Offline giantcrystal

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #2 am: 06 Jan 15, 22:03 »
Nein, siehe oben...

Glück Auf

Thomas

Offline smoeller

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #3 am: 06 Jan 15, 22:59 »
Hallo Thomas,

Interessant. Damit wären die üblichen Verdächtigen schon eliminiert.

Roch es Richtung gärender Rettich/Kohl? Selenverbindungen riechen tw. nach Rettich. Ansonsten kommen eher nur noch organische Stoffe in Betracht. Aber wie die in die Drusen gekommen sind??

Hatte mal bei einigen Eisenschlacken, dass beim öffnen Flüssigkeit und Gas herausströmte. Da war allerdings kein Geruch bei. Das dürfte Wasser und CO/CO2 gewesen sein, als Dampf während der Schmelze eingeschlossen.

Glück Auf!
Sebastian

Offline Harzsammler

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #4 am: 06 Jan 15, 23:45 »
Hallo,

Trochitenkalk aus der Trias hat beim Anschlagen auch immer einen sehr typischen Geruch, den ich nicht als bituminös und auch nicht nach faulen Eiern bezeichnen würde.

Vielleicht ist es ja auch elementares Fluor? : http://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-chemie/mineralologie-elementares-fluor-in-stinkspat-11816170.html

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 06 Jan 15, 23:47 von slugslayer »

Offline robodoc

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #5 am: 08 Jan 15, 11:37 »
Hallo,

beim Öffnen der Drusen in Selvino (Bergamo, Lombardei), die Bergkristalle, Dolomit und häufig auch Bitumen enthalten, meint man schon, dass irgendein Teufel sich soeben daneben benommen hat.

Gruß, Robert

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #6 am: 08 Jan 15, 16:56 »
"merkwürdig riechendes Gas (keinem bekannten Geruch zuordbar)"
Unangenehm, neutral oder eher angenehm riechend?

Offline pseudonym

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #7 am: 08 Jan 15, 17:16 »
Sowas kommt vor extrem dunkler Flourit von diversen Wismuthalden stinkt auch nach Flour .

Offline Roadrunner

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #8 am: 08 Jan 15, 18:14 »
Sowas kommt vor extrem dunkler Flourit von diversen Wismuthalden stinkt auch nach Flour .
--------
Stimmt das riecht im entferntesten Sinne wie in einer Schwimmhalle mit Chlorbleiche. Das war auf der 139 bei Lauta/Marienberg genauso. Ich hab mich ca. 2 Stunden über den komischen Halogenartigen Geruch (kaum zuordbar) gewundert bis es mir wieder eingefallen ist das bei sehr dunklem Fluorit (Stinkspat) das Fluor beim Anschlagen frei wird und so komisch riecht. Ich hab das dann bei einem Stück dieses "Stinkspates" getestet und fand die Vermutung bestätigt. Ansonsten riechen manche Kalzite eigentümlich nach Kalk, Quarzite, Pyrite u.ä. beim Anschlagen nach SO² und halt wie oben beschrieben Arsenverbindungen nach Knoblauch und Selen nach Rettich, Kupferschiefer manchmal auch nach Bitumen.
Das sind bisher meine Erfahrungen in Verbindung Steine und Nase ;D
Bis dann
Roadrunner

Offline Conny3

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #9 am: 08 Jan 15, 18:58 »
Hallo,

bei uns kann der Schaumkalk aus dem unteren Muschelkalk und ein Kalkstein aus dem Zechstein auch etwas bituminös riechen. Auch bei den Stinkquarzen aus der Umgebung von Pforzheim soll das bemerkt wurden sein. Deshalb heißen sie ja auch so ;D.

https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,89.msg155966.html#msg155966 (Das war übrigens einer meiner ersten Beiträge vom August 2002 im Forum  ;))

Gruß Conny

Offline giantcrystal

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #10 am: 09 Jan 15, 12:15 »
Hallo aus Mittelfranken

Erst einmal danke für die zahlreichen Antworten

So richtig weitergekommen bin ich aber dadurch leider noch nicht

Auffällig ist, das bereits bei leichten Anschlagen die Dawsonithaltigen Kalksteine intensiv riechen, wobei sich der Geruch auch in der Umgebung des Stückes (bis etwa 2 - 3 Meter) verbreitet. Es muß sich also schon um recht beträchtliche Mengen der "Geruchssubstanz" handeln.

Was den durchaus unangenehmen Geruch selbst anbelangt, so kann ich den leider immer noch nicht einordnen, wobei ich ehrlich gesagt nicht so recht weiss, wie gärender Rettich riecht  ;D

Glück Auf

Thomas
« Letzte Änderung: 09 Jan 15, 18:18 von giantcrystal »

Offline Stefan

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #11 am: 09 Jan 15, 14:38 »
Hallo Thomas, beachte doch bitte die Frage von Uwe. In welche Richtung geht der Geruch.
Gruß Stefan

Offline Collector

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Re: Gasaustritt beim Mineralienspalten ?
« Antwort #12 am: 09 Jan 15, 17:08 »
Hi Thomas

mal etwas ganz quer gedachtes - kein Jux, keine Verarsche:  Könnte es sein, dass jemand(Menschen) - oder Tiere - auf Deine Steine uriniert haben ?  Da Du schreibst, dass sich der Geruch bis 3 m verbreitet, könnte es ja sein, dass Deine Gesteinsproben im Bruch oder in der Grube oder auf Halde gerade da lagen, wo sie zum Wasserlassen einluden ?
Könnte es sein, dass es sich um eine Neubildung von Urea handelt (IMA anerkanntes Mineral). ?

Vor zwei Jahren wurden hier auf einer bekannten Mineralienbörse fantastische Kalkplatten mit reichlich aufsitzenden hellbraunen bis grauen sehr scharfen Tetraedern bis 2-3 cm angeboten.  Keiner wusste, was das war - dennoch wurde das recht große Lot innerhalb weniger Stunden verkauft. Die Kristalle auf Stufen um die 12-15 cm sind wunderschön -aber sie stinken zum Himmel nach Urin !
Urea ! wer weiß ? Bis heute ist das Material nicht genau bestimmt worden; der Finder jedoch gab preis, dass es vom Boden eines uralten, zum Abriss freigegebenen Schweinestalls stammte.  D..h., die Kristalle sind eine Transformation von Schweinescheiße.

Ich glaube auch, wie Uwe anregt, dass Du den Geruch mal genauer definierst.
Meine Zeilen dienen einzig und allein der Anregung. Auch Alfred Wegener wurde 5o Jahre lang nicht ernst genommen.
Gruß
Peter