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Autor Thema: Polyhydrit von Breitenbrunn  (Gelesen 2710 mal)

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Offline giantcrystal

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Polyhydrit von Breitenbrunn
« am: 09 Mar 15, 12:46 »
Hallo aus Mittelfranken

ich habe hier ein kleines Stüfchen Polyhydrit aus Breitenbrunn vorliegen : braune, anscheinend amorphe Krusten auf quarziger Matrix. Mindat sagt mir, das es sich um ein 1880 beschriebenes, fragliches Mineral handelt.

Weiss jemand vielleicht Näheres über den aktuellen Status dieses Minerales ?

Glück Auf

Thomas

Offline raritätenjäger

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #1 am: 09 Mar 15, 13:12 »
Hallo Thomas,

Polyhydrit oder auch Thraulit gilt heute als Hisingerit-Varietät, wenn ich nicht irre. Seltenes Geschlumsel. Wenn man der alten Literatur glauben darf, dann kam das Material aus dem Bereich des oberen Ottostollns:

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=8923,1608,1

Gruß
Andreas

Offline heli

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #2 am: 09 Mar 15, 14:39 »
Hallo Thomas,

gibt mal in Google "Breitenbrunn Hisingerit" ein.

Da kommt ein Google-Books-Link zu Breithaupts "Vollständigem Handbuch der Mineralogie ...". Wenn du dir dort die Beschreibungen durchliest, wird es dich nicht mehr wundern, wieso es zu "Polyhydrit" keine sinnvolle Definition gibt.

Grüße
Helmut

Offline uwe

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #3 am: 09 Mar 15, 15:07 »
Das Polyhydrit ist wirklich rätselhaft. Bei mindat ist es als "amorphes(?) Aluminosilikate vom Fe und wenig Mn" beschrieben. Der IMA Status wird als "fraglich/zweifelhaft" angegeben.

Auf der homepage von Dr. Witzke ist Polyhydrit unter den diskreditierten/fraglichen Mineralen als Li-haltiger Glimmer angegeben - allerdings ist dieses Mineral von ihm noch nicht bearbeitet.

Gruß
Uwe

Offline giantcrystal

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #4 am: 09 Mar 15, 16:19 »
Hallo

Besten Dank für die Antworten

Ich werde die Stufe dann mal als Hisingeritvarietät einordnen

Glück Auf

Thomas

Offline nwsachse

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #5 am: 09 Mar 15, 17:14 »
Betreff:

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/LokationMineralData?param=8923,1608,1

Die "Ottostollen" gehören zum Grubenfeld "St. Margarethe", es liegt nordwestlich von "St. Christoph" (am Eisenstübel).
Bei der Wismut führte das Grubenfeld die Bezeichnung "Schacht 23" (Margarethe). 

Der "Untere August Ottostollen" wurde 1909 begonnen, er wurde eingestellt, ohne sein Ziel erreicht zu haben, 1946 weiter vorgetrieben, erschloß er den "Johanna Flachen", auf dem dann i. W. der Abbau auf Uranerz umging.

Der "Obere August Ottostollen" wurde erst nach 1945 durch die SDAG Wismut aufgefahren.

Mineralien von vor 1945 mit der Fundortangabe "Breitenbrunn" können also von St. Christoph oder von einer anderen Breitenbrunner Grube sein, aber nicht vom "Oberen Ottostollen".

Lit.:  CD "Chronik der Wismut" 1999
        D. Leonhardt: Erl. z. geol. Karte des Freistaates Sachsen, Blatt 5542 Johanngeorgenstadt, Freiberg 2004

Jörg N.






Offline Emil Box

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #6 am: 09 Mar 15, 23:01 »
Doelter (1921):
Ob ein homogenes Material vorliegt ist zweifelhaft.
Außer Analysen und Breithaupt ...
P. Groth nimmt als angebliche Formel an: (Ca,Mn)3(Al,Fe)2Si4O14.6H2O
Gruß
Milo

Offline raritätenjäger

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #7 am: 10 Mar 15, 14:47 »
Hallo,

die Angabe habe ich aus meiner Liste genommen, sollte dann aus dem Frenzel gewesen sein. Muss ich aber noch mal nachsehen, danke für den Denkanstoß ;)

Gruß
Andreas

Offline raritätenjäger

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Re: Polyhydrit von Breitenbrunn
« Antwort #8 am: 12 Mar 15, 12:42 »
Hallo,

Frenzel schrieb zum Polyhydrit folgendes:

"Der Polyhydrit findet sich, mit Kalkspath, Arsenkies und Glanzarsenkies zusammen, auf einem Kieslager bei der Grube St. Christoph zu Breitenbrunn; nicht selten finden sich hier Exemplare, denen der Fettglanz und die dichte Beschaffenheit abgehen, welche dagegen lichtgelblich braune Farbe und körnige Structur besitzen und gewissermassen in ihrer Bildung noch nicht fertig sind oder nach Breithaupt sich in einem Verwitterungs-Zustande befinden; zuweilen lassen sich an einem Stücke beide Zustände wahrnehmen. Auch zu Marienberg, bei Vater Abraham, kommt Polyhydrit von G. 2.22 — 2.32 Br., mit Kalkspath und Braunspath vor."

Die Angabe oberer Ottostolln ist natürlich Unsinn, keine Ahnung, wie ich dazu gekommen bin...

Gruß
Andreas