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Autor Thema: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371  (Gelesen 13790 mal)

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Offline woelsendorfer

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #30 am: 03 May 15, 11:51 »
Hallo,

es liegt ein Schreiben von Freiberg vor, nachdem die Stufe dort begutachtet wurde und danach ist es Rosenquarzxx. Alle anderen Meinungen die hier vertreten werden und bezweifeln das es Rosenquarzxx ist beruhen auf Annahmen und Vermutungen ohne das Material persönlich gesehen zu haben und aufgrund dessen finde ich es schon fatal, da keine Kenntnis der Untersuchung, wie Freiberg vorgegangen ist, zu schreiben „sind "Spezialisten" ohne Geräte manchmal blind“.

Diskussionen über Mineralien ob es dieses oder jenes Mineral ist begleiten immer wieder Berichte im Mineralienatlas und selbst wenn Äußerungen von Sammlern mit entsprechenden Angaben kommen wird oft genug eine Stufe meines Erachtens zum Teil kaputt geredet.

Nicht bekannt bedeutet nicht, dass es dieses oder jenes Mineral von einem Fundort nicht gegeben hat.

Da ich im Bergbau tätig war und untertägig im Ruhrkarbon selber Mineralien gesucht habe ein Hinweis zu obiger Aussage. Die allerwenigsten Bergleute haben Mineralien gesammelt da sie dieser Materie absolut nichts abgewinnen konnten und die, die gesammelt haben, hatten ihre Informanten und wenn es die Zeit zugelassen hat wurden die Örtlichkeiten unter Tage besucht. In solchen Fällen wurden oft genug in den Klüften immer wieder Mineralien gefunden die im Allgemeinen nicht bekannt waren und es gab immer wieder Hinweise von anderen Sammlern „kann nicht sein, gibt es nicht“. Eine Diskussion war z.B. Fluorit aus dem Ruhrkarbon, himmelblauer und hellroter Baryt. Gab es, da der Bergmann, Finder bekannt war und trotzdem wurde das angezweifelt.

In vielen Gruben, wenn die mineralogischen Gegebenheiten das zulassen, werden Mineralien gefunden die dem Nichtbergmann oft genug vorenthalten werden, eine Tatsache die ich im Bergbau zur Genüge selber praktiziert habe. Stufen die angeboten werden, als Beispiel wieder das Ruhrkarbon, stammen meist immer aus den großen Klüften die untertägig, meist im Streckenvortrieb, angefahren worden sind und davon wurde meist das minderwertige und oder beschädigte Material in den Markt abgegeben. Auf Edelteile, sprich Museums- oder Topstufen, bzw. Raritäten, hat eine gewisse Klientel die Hand drüber gehalten und waren für den normalen Bergmann unerreichbar. So ist es z.B. zu erklären das aus dem Wölsendorfer Revier die Masse des angebotenen Stufenmaterials für hochwertige Stufensammler nicht zu bekommen waren, selbst über entsprechende Preise blieb ihnen das Material verwehrt. Das hochwertige Material wird oft erst nach dem Tod des Finders veräußert, wenn nicht vorher die Erben, meist die Kinder, sich die besten Stücke rausgenommen haben. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen das Stufenmaterial vor 1960 nicht bekannt ist, weil ab den 60iger Jahren das sammeln von Mineralien erst so richtig angefangen hat. Würde sich in einer Altsammlung nun ein Rosenquarzxx von Schacht 371 befinden, würden viele bzw. die meisten heutigen Sammler sagen, dass diese Stufe dazwischen gerutscht ist und legen es beiseite mit einem unbekannten Fundort.

Von daher bin ich der Meinung, so lange wie das Material nicht persönlich in Augenschein genommen wurde, sollten Äußerungen zu einem weltweit anerkannten Institut, hier Freiberg, nicht in Zweifel gestellt werden.

Netten Gruß
Micha

Offline raritätenjäger

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #31 am: 03 May 15, 14:00 »
Das ist ein gutes Statement, was man vorbehaltlos so stehen lassen kann.

Offline uwe

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #32 am: 03 May 15, 15:20 »
Das statement von woelsendorfer ist zwar vom Inhalt her gut, geht aber am Kern der Sache vorbei. Möglicherweise ist es Rosenquarz, aber dann nicht aus Schlema, Schacht 371. Außerdem sieht die Matrix (ich nehme an Baryt?) durchaus nicht nach Baryt aus Schlema aus. Dummerweise habe ich vergessen letzten Mittwoch einige Vereinsfreunde zu fragen, welche viele Jahre in Schlema unter Tage gearbeitet haben und in diser Zeit trotz hoher Gefahren gesammelt haben. Über Himmelfahrt treffen wir uns wieder, dann werde ich die Sache mal zur Sprache bringen.

Im Gegensatz zu Brigitte kann ich mir durchaus vorstellen, daß auch von Mitarbeitern der Bergakademie mal eine Fehlbeurteilung erfolgt. Wenn man einen Mineralogen eine Stufe mit der Frage: "Ist das Rosenquarz?" vorlegt und es ist welcher, dann sagt er "ja". Eine Fundortbestimmung wurde ja wohl nicht verlangt.

Erzgebirgische Stufen sind nun mal teurer als rumänische. Es wäre nicht die erste Stufe, bei der aus finanziellen Erwägungen der Fundort geschönt wurde.

Was soll es, ist doch trotz allem eine schöne ästhetische Stufe.

So, das war auch ein statement!

Gruß
Uwe

Offline woelsendorfer

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #33 am: 04 May 15, 07:33 »
Hallo Uwe,

dein Statement überzeugt mich leider nicht, weil es auf Vermutungen aufgebaut ist.

Du schreibst:

Zitat
Wenn man einen Mineralogen eine Stufe mit der Frage: "Ist das Rosenquarz?" vorlegt und es ist welcher, dann sagt er "ja". Eine Fundortbestimmung wurde ja wohl nicht verlangt.

Brigitte hat wie folgt geschrieben und darauf baut mein Statement u.a. auf:

Zitat
schickte ich Sie in meiner Verzweiflung in die Bergakademie nach Freiberg. Dort wurde mir der Fundort als auch das Mineral bestätigt

Weiterhin steht gegen deine Aussage die Tatsache, dass ich zwei weitere Stufen mit der Bezeichnung Rosenquarzxx vom Schacht 371 hatte und die Stufen u.a. von einem Bergmann aus Schlema und von einem großen deutschen Händler, die ich um 1987/88 käuflich erworben hatte, stammen. Wenn ich von dem Händler ausgehe, dann habe ich die Stufe zu einem Zeitpunkt erworben wo es mir fast unmöglich erscheint, dass Stufenmaterial von Rumänien in einem Aufkauf zwischen Freiberg und Schlema gelandet ist, zumal ich auch diesem Händler durch in Augenscheinnahme des Materials mehr traue als deiner Aussage die wie folgt lautet:
 
Zitat
Erzgebirgische Stufen sind nun mal teurer als rumänische

ohne das Material persönlich gesehen zu haben.
 
In diesem Aufkauf von dem Händler befand sich Stufenmaterial, was ich zu Zeitpunkt des Ankaufes nicht gewusst hatte, nur auserlese Topstufen aus der damaligen DDR, die wie vieles andere was einen Wert hatte, Devisenbringer waren, was mir allerdings erst nach Grenzöffnung durch Gespräche mit Bergleute und den dort lebenden Menschen bewusst geworden ist. Aufgrund dieser Vorgeschichte nenne ich auch den Namen des Händlers nicht, da nur ganz wenige Westdeutsche Händler die Möglichkeit hatten Sammlungsmaterial, nicht nur Mineralien, in der DDR kaufen zu können.

Weiterhin hatte ich mit dem Bergmann von Schlema auf der Börse im Kloster Kamp in Neukirchen-Vluyn ein längeres Gespräch geführt der mir persönlich bestätigte das er die von mir erworbene Rosenquarzxxstufe selber unter Tage gefunden hätte, wie das gesamte Material welches er damals angeboten hatte … und auch in diesem Fall glaube ich nicht das in seinem Bestand ein Stück von Rumänien dazwischen war.

… und wenn du schreibst
 
Zitat
einige Vereinsfreunde zu fragen, welche viele Jahre in Schlema unter Tage gearbeitet haben und in diser Zeit trotz hoher Gefahren gesammelt haben.

ist dessen Aussage genau so viel Wert, wie die Aussagen die hier nur auf Vermutungen basieren, denn mit meinem Statement wollte ich genau diese Problematik ansprechen, da es im untertägigen Bereich immer Fundorte gab die nur EIN Sammler ALLEIN ausgebeutet hat.
Diese Unwägbarkeiten, nämlich von anderen Sammlern zu behaupten hat es nicht gegeben, ist meines Erachtens eine Fehlbeurteilung eines Sammlungsortes, denn jene Sammler könnten lediglich die Aussage machen, kenne ich nicht, habe ich nie gesehen, bedeutet dann aber nicht das es doch derartiges Material gegeben hat.

Hier möchte ich noch mal ein Beispiel anführen. Von Grube Max aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier gab es blaue Fluorite mit Zonaraufbau, die nur ein Sammler, nämlich der Betriebsleiter im untertägigen Bereich bergen konnte. Dieser hat dann das minderwertige Material an zwei weitere Sammler weitergegeben und alle haben das Material gebunkert, so dass es unter anderen Sammlern nicht bekannt war. Das Beispiel führe ich an, weil mir in diesem Fall schon des Öfteren gesagt wurde das es Fluorite von Illinois, USA wären. Das Problem was in diesem Thema steckt ist, dass das Stufenmaterial kaputt, wie oben in einer anderen Antwort von mir schon erwähnt, geredet wird oder wie wir im Ruhrpott sagen, madig gemacht wird. Das Ergebnis ist nicht selten das Sammler und auch Händler durch dieses Gerede oft genug Schwierigkeiten haben überhaupt dann noch Stufenmaterial am Mann zu bekommen, weil der ja keine Ahnung hat. Seit Monaten lese ich mir nachts alte Threads im Mineralienatlas durch und stoße immer wieder auf Äußerungen die die Aussage von „Haubi“ von Re: 40. Mineralienbörse in Aue/ Erzgebirge « Antwort #17 am: 14 April 2015, 17:31:19 » bestätigen die da lautet:
 
Zitat
Die üblichen Sammler aus der "Szene" kennen und treffen sich, auch ohne Mineralienatlas. Erstaunlich viele kennen die Seite auch nicht oder wollen damit nichts zu tun haben

Nun gut, damit möchte ich das Thema meinerseits hiermit schließen. Es soll lediglich dazu dienen nicht vorschnell irgendwelche Schlüsse zu ziehen, mehr nicht.

Schönen Tag und netten Gruß
Micha

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #34 am: 04 May 15, 09:21 »
Hallo Michael,
Dein Kommentar ist etwas überspitzt formuliert wie Balsam für mein wundes Herz.
Ich denke er müsste auch den letzten Zweifler überzeugen.

Viele Grüße und nochmals Danke für die moralische Hilfe.

Offline uwe

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #35 am: 18 May 15, 22:29 »
Hallo Gitta-149,

ich hatte am Wochenende die Gelegenheit, mich mit einigen ehemaligen Wisumtkumpeln über Deiner Rosenquarzstufe zu unterhalten. Ja, es gab in Schlema Rosenquarz, aber sehr, sehr wenig. Solche Stufen sind außerordentlich gefragt und werden auch entsprechend teuer gehandelt, wenn überhaupt.

Also, Glückwunwsch zu Deiner Erwerbung! Hüte die Stufe wie Deinen Augapfel - es ist etwas besonderes.

Gruß
Uwe

Offline argentit

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Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #37 am: 19 May 15, 12:52 »
Hallo Uwe,

Danke Uwe.
Das war der entgültige Beweis. Rosenquarz wurde gefunden auf der 371.
Jetzt kann ich endlich wieder beruhigt schlafen.

Viele Grüße aus Franken Brigitte

Offline felsenmammut

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #38 am: 19 May 15, 16:59 »
Glück Auf!

Endgültiger Beweis? Der Link führt zu einem Bild, welches das selbe Stück zeigt, wie im ersten Beitrag, nur halt von einer anderen Perspektive aus fotografiert.

Habe hier gerade im Mineralienatlas folgendes Zitat ausgegraben:
"Rosenquarz ist eine pegmatitische Restschmelze. [...] Rosaquarz ist eine hydrothermale Bildung!"

Dazu würde auch die Aussage vom Buch "Lehrbuch der Mineralogie, Rösler" passen, wonach die Herkunft von Rosenquarz auf Pegmatite beschränkt ist. Aber möglicherweise gibt es hier auch neue Erkenntnisse, da in der mir vorliegenden Buchversion auch nur derber Rosenquarz bekannt ist.

Ob für die Bildung von Rosenquarz aber nun wirklich ausschließlich Bedingungen wie in Pegmatiten herrschen müssen, weiß ich nicht. Und ob diese Bedingungen an dem Fundort der diskutierten Stufe mal geherrscht haben, müsste Andere beantworten, die schnelleren Zugang zur passenden Literatur haben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

Offline Sebastian

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #39 am: 19 May 15, 17:37 »
Ok, jetzt wird es allmählich ärgerlich. Wie kann eine Stufe so dermaßen
zerredet werden? Die Diskussion ist schon lange einfach nur eine Farce.
Warum glaubt man nicht einfach den Experten? Dazu sind sie doch da.
Und natürlich machen die auch Fehler. Aber sicherlich weniger als jemand
der im Gegensatz dazu keine Ahnung hat und seine Argumente auf Vermutungen fußen lässt.
Man kann  seine Bedenken äußern aber bitte mit Argumenten und nicht mit bloßen "was ich nicht kenne, kanns auch nicht geben"
Gruß Sebastian
P.S.: Die Beweisführung bezog sich auf den, hoffentlich endgültigen Beweis, Kommentar von uwe.

Offline Gitta-148

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #40 am: 19 May 15, 18:06 »
Hallo Sebastian,
Danke für den Kommentar.
Hätte ich gewußt welche Lawine ich mit diesem Thema lostrete ich hätte bestimmt die Finger davon gelassen.

Viele Grüße nach Freiberg Brigitte


Offline Goldi85

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #41 am: 19 May 15, 18:45 »
Warum die Finger davon lassen? Ein Fachforum ist dazu da um auch mal sachlich zu hinterfragen. Gerade bei Farbvarietäten von Quarz kommt es doch immer wieder zu Fehlbestimmungen, wie z.b. öfters schon beim Citrin geschehen.Ich frage mich,  warum nun versucht wird, diese interessante Diskussion einfach abzuwürgen. Wie ist denn die TU Freiberg in diesem Fall zu ihrer Einschätzung gekommen?
Im besten Fall ist es halt wirklich Rosaquarz, aber da die Stufe auch im Lexikon abgebildet ist,  sind dann dort im anderen Fall fehlerhafte Angaben zu finden.

Gruß  Daniel

Offline Sebastian

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #42 am: 19 May 15, 20:08 »
Es geht nicht um die Diskussion sondern um die Argumentation.
Wenn ohne Kenntnis Meinungen in den virtuellen Raum geworfen werden, soll das zielführend sein?
felsenmammut hat wenigstens mit Quellen gearbeitet. Aber sonst war es ein "aus dem Bauch heraus".
Das kann nicht der Anspruch für ernst gemeinte Hilfe sein.
Ich möchte hier auch keinen angreifen sondern möchte nur einen Gedankenanstoß liefern um seine Argumente auch evtl. mit Fakten zu untermauern. Dies sollte eine positive Auswirkung auf die Diskussionskultur haben.
Gruß Sebastian
« Letzte Änderung: 19 May 15, 20:20 von Sebastian »

Offline kks

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Re: Rosenquarz von Schlema, Schacht 371
« Antwort #43 am: 19 May 15, 20:32 »
möchte nur einen Gedankenanstoß liefern um seine Argumente auch evtl. mit Fakten zu untermauern.

Das kann ich nur begrüßen. Ich gehe davon aus, dass man in Freiberg die fragliche Stufe auf die bekannten Eigenschaften von Rosen- bzw. Rosaquarz untersucht hat und folglich über wissenschaftlich belastbare Daten verfügt. Ich denke, es wäre an der Zeit, diese Daten endlich auch hier im Forum zur Verfügung zu stellen, damit die Vermutungen ein Ende finden können. Der Gutachter wird seine Genehmigung für eine derartige Veröffentlichung sicherlich nicht verweigern.

MfG

Klaus
(Dipl.-Min.)
 

 

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