Hallo,
wie jedes Jahr mein "Senf" dazu. Im Vorfeld der Börse fehlte mir persönlich etwas das "Feeling", was es sonst so gab (war ja auch vor Aue etc. zu beobachten). So die kleinen Geschichten, die Vorfreuden, das kam nicht so recht auf. Sollte es doch mal ein schlechtes Jahr werden? Nun, das kann man so nicht behaupten. Zwar waren ein, zwei Händler leider nicht dabei, die immer Garant für gute Einkäufe waren, aber es überwiegt bei mir doch wieder mal das Positive.
Ein wenig schien es, als ob das internationale Angebot einheimische Stücke etwas verdrängt hätte. Gerade aus dem Freiberger Raum waren die richtigen Seltenheiten überhaupt nicht zu entdecken (oder bei meinem Eintreffen eine Stunde nach Börsenbeginn restlos "ausverkauft"). Ein großes Gangstück von Beschert Glück fiel auf, blassrosa Carbonatmatrix mit einem 1,5 - 2 cm mächtigen Argentittrum, Preis war okay. Eine Handstufe Fluorit xx/Baryt xx von Himmelsfürst dürfte auch erwähnenswert sein. Selten daneben einige Pegmatitstufen aus dem Steinbruch Niederbobritzsch von 1959. Ein 10 x 7 cm Rauchquarz x, eine Platte mit Feldspat xx und eine Großstufe Rauchquarz xx mit Feldspat. Durchaus ganz nett, aber die xx ziemlich matt, etwas angeditscht und dreckig. Gerade günstig waren die Dinger auch nicht und wenn man dann nicht weiß, ob man sie vernünftig sauber bekommt...
Historische Stufen mit alten Etiketten gab´s auch nicht gar so viele. Zu vernünftigen Preisen noch weniger. Variscit von Meßbach, Prehnit von Rittersgrün, schöne Wismut- und Silbererze mit herrlichen Etiketten an einem Stand; blaugrüner farbstabiler Pharmakosiderit vom Graul, Olivenit (wood copper) aus Cornwall und ein Muschelmarmor aus Kärnten an einem anderen, das war´s was mir im Gedächtnis haften blieb. Bei einem Siegerländer Händler konnte man rabattierte alte Stücke bekommen, da mag auch mancher fündig geworden sein. Leider nicht in diese Kategorie fiel ein 8 mm seegrüner Boracit auf Matrix von Lüneburg. Top Kleinstufe, aber mir dann doch etwas zu nördlich im Preis. Ein Berliner Sammler bot einige Stücke aus dem ehem. Bestand des Naturkundemuseums Berlin an. Hier konnte ich einen schönen Calcit xx von der Grube Wenzel ergattern. Aurichalcit von der Gelben Birke war mal wieder in guter Form zu sehen ("banal", aber wann gab´s das zuletzt?), einige ganz vorzügliche Skorodite aus den 50ern von der Grube Tannenberg ebenfalls. Und wenn´s wenig regionales gibt, findet man auf der Börse eben überregionales (klasse Skorodit von der Grube Clara, Salmiak xx-HS aus dem Saarland und Freigold auf herrlichen Arsenopyrit xx und Pyrit xx von Schmiedefeld/Thür.). Bei den Kollegen der VFMG-Truppe aus der Lausitz konnte man Eigenfunde aus der Gegend bekommen. Darunter waren sehr schöne klare Gips xx von Plieskendorf, die sieht man auch nicht so häufig.
Historische Literatur und Bergbaudevotionalien waren auch nicht so vorhanden wie in den letzten Jahren. Eine Mineralien-Welt Exklusivausgabe DDR von 1990 gab es, die sieht man auch nicht alle Tage. Ist ja auch irgendwo historisch...
Viele Händler sieht man jedes Jahr und es fällt ihnen zusehends schwer, neues Material heranzubekommen. So kommt es, dass man manche Stufe schon als guten alten Bekannten einordnen kann. Aber das ist wohl auf jeder Börse so. Und wie ebenfalls auf jeder Börse laufen ja auch in Freiberg die kleinen "Nebengeschäfte" und der persönliche Kontakt. So konnte ich auch einige neue Mitglieder aus dem Atlas kennen lernen. Am Ende des Tages war die Tasche voll mit 27 Stufen (plus der erwähnten Zeitschrift...) und da kann man nur wieder sagen: nächstes Jahr in Freiberg, Ehrensache.
Gruß
Andreas