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Autor Thema: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal  (Gelesen 4247 mal)

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Offline Harzsammler

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Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« am: 24 Jul 15, 14:24 »
Hallo,

aus dem Material eines klüftigen Gneisbrocken in der Nähe der Kampriesenalm im Obersulzbachtal kommen diese kleinen Kristalle:

Größe: max.3mm Länge; max.1mm im Durchmesser
Farbe: leicht braun bis rauchquarzfarben, stark glänzend
Kristallform: hexagonale Säulen, !!! immer !!! mit ebenen Endflächen

Begleitminerale sind Titanit (Sphen), Chlorit, Quarz und Albit (Periklin)

Für mich spricht viel für Rutil jedoch stören mich dabei die auffällig ebenen Endflächen.
Was meint ihr dazu?

Grüße,
Michael



Offline heli

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #1 am: 24 Jul 15, 14:59 »
Ich seh da nirgends Rutil.

Offline Harzsammler

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #2 am: 24 Jul 15, 15:07 »
Ich seh da nirgends Rutil.
...sondern?

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #3 am: 24 Jul 15, 16:15 »
Interessantes Stück. Evtl. prismatischer Muskovit??
Spaltbarkeit und Härte sollten auf jeden Fall geprüft werden.

Offline Brodi69

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #4 am: 24 Jul 15, 16:29 »

Phenakit oder Fluorapatit könnten in Frage kommen....  ???

Grüessli
Christian

Offline uwe

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #5 am: 24 Jul 15, 20:22 »
Ich kenne aus diesem Gebiet sowohl Epidot (aus einer benachbarten Rinne am Waschkopf) sowie Klinozoisit aus der Ochsenklamm auf der anderen Seite des Waschkopfes. Ich tippe aber in diesem Fall eher auf Klinozoisit.

Gruß
Uwe

Offline waldi

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #6 am: 24 Jul 15, 21:46 »
Hallo
Ich gebe auch einen Tipp ab!
Turmalin (Travit)??
MFG Walter

Offline Harzsammler

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #7 am: 24 Jul 15, 23:30 »
Danke für eure Antworten!

Der Bruch des Minerals ist deutlich muschelig, einem Härtetest entzieht es sich (zu klein und die 3mm XX möchte ich nicht opfern).
Muskovit ist es nicht (da habe ich Vergleichsmaterial vom Hopffeldboden).
Deutliche Kennzeichen der XX sind der gleichmäßig hexagonale Habitus und die ebenen Endflächen (wie bei Beryll oder auch Turmalin)

Anbei noch ein paar Bilder: Bild 2 zeigt einen kleinen Sphen (ungefähr Bildmitte),
Bild 3 zeigt die Gesamtparagenese. Die Mineralien sitzen unter einer Chloritschicht die man abspülen kann.

Grüße,
Michael
« Letzte Änderung: 24 Jul 15, 23:35 von Harzsammler »

Offline loismin

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #8 am: 25 Jul 15, 07:49 »
Hallo.

Also Rutil ist das ganz sicher nicht !!
Solche langgestreckten Muskovite gibts alpin schon immer mal wieder !
In dem Bereich Kampriesen wäre auch noch Vesuvian möglich, da gibts ein paar Stellen wo der gut vorkommt !


Lois

Offline Josef 84,55

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #9 am: 25 Jul 15, 21:56 »
Hallo,

ich tippe auch auf Klinozoesit, wobei die Kristallform ungewöhnlich ist. Kannst Du prüfen ob es auf den "Prismenflächen" unterschiedliche Streifungen gibt und ob die Flächen an den Kanten zur "Basisfläche" nur an zwei oder vier gegenüberliegenden Kanten vorhanden sind? Ich vermute einen nach der B-Achse gestreckten Klinozoesit. Dieser Habitus ist möglich, aber wie gesagt ungewöhnlich.
Falls die Kristalle doch nicht Monoklin sondern Hexagonal sind, kommt noch neben Apatit und Phenakit noch Milarit in Frage.

Grüße Josef

Offline gsiberger

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #10 am: 25 Jul 15, 22:08 »
Rein vom Aussehen her:
Das Stück erinnert mich schwer an die Vesuviane von Saas Fee - Loismin hat mich da erlöst. Zerbrich mir jetzt schon länger den Kopf an was es mich erinnert.

Schöne Grüße,
Johannes

Offline Harjo

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #11 am: 25 Jul 15, 22:19 »
Milarit?

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Rutil? Kampriesenalm, Obersulzbachtal
« Antwort #12 am: 26 Jul 15, 17:39 »
Der hexagonale Querschnitt und die Endflächen schliessen Vesuvian aus (tetragonal!).

Pseudohexagonaler Klinozoisit wäre theoretisch möglich, dann wären aber die Endflächen anomal bzw. nicht passend.
Turmalin könnte solche flachen Endflächen zeigen (kommen aber selten vor).
Milarit: Farbe spräche dagegen.

 

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