https://www.lithomania.dehttps://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.mineralbox.biz

Autor Thema: Blutgefäße aus einem 70 Millionen Jahre alten Dinosaurier  (Gelesen 6963 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline mkannenberg

  • ***
  • Beiträge: 476
vor einiger zeit kreisten nachrichten herum, indem amerikanische wisenschaftler von blutgefäßen und sogar intakte zellen von dinosauriern gefunden haben. jetzt hoffen sie, die dna herauszuextrahieren.

HÄH ??? ???

hab ich da was nicht verstanden? wie sollen denn 70millionen jahre alte zellen noch intakt sein? ganz zu schweigen von enthaltener dna. ich hatte mal in einem breicht gesehen, dass man versucht hat, in etwa 5000 jahre alten knochen zellen mit dna zu finden, und dass dieses experiment gescheitert ist, weil sich die dna schon zersetzt hatte.

wollten sich einige amerikaner wieder wichtig machen oder haben es die journalisten nur falsch verstanden?


marco

Offline roger

  • inaktiver User
  • ***
  • Beiträge: 81
  • Tolles Forum!
schau mal aufs heutige datum ! evtl erlaubt sich jemand ein april scherz ? ich kanns mir auch nicht vorstellen !!

Offline Saccharomyces

  • ***
  • Beiträge: 261
  • Wer suchet der findet....ab und zu zumindest ;-)
Hi Marco

Also ich denke man kann es guten Gewissens ausschließen das bei einem Dinosaurier der 70Mio Jahre tot ist noch "intakte" Zellen existieren. Intakte zellen die wirklich noch leben findet man doch schon nach 1 Monat nach dem Tod schon nichtmehr. DNA ist ebefalls nicht egrade ein sehr stabiles Molekül. Hitze und Strahlung sorgen schnell für die zerstörung. Ich denke das ist mal wieder ein Hirngespinst. Das mit den Blutgefäßen ist da schon wahrscheinlicher, obwohl ich mir das auch nicht so recht vorstellen kann.

Gruß Björn

Offline mkannenberg

  • ***
  • Beiträge: 476
aprilscherz ist es nicht, da es schon vor einigen wochen (2 oder 3) schon bekannt gemacht wurde und vor allem von einigen universitäten bestätigt wurde. ich kanns mir nicht richtig vorstellen: blutgefäße mit intakten zellen.

mal schauen, was bei den ergebnissen herauskommt. wenns negativ ausfällt, wirds eh nicht an die öffentlichkeit gebracht. also wenn wir in einem jahr noch nix gehört haben, ist es wahrscheinlich eh nix gewesen.


marco

Offline geomueller

  • Sponsor 2024
  • *
  • Beiträge: 2.700
  • Seit 2003 im Mineralienatlas angemeldet.
Das DNA von 70 Mio Jahre alten "toten Tieren" ;D zu gewinnen ist glaube ich auch nicht. Aber ich weis das bei einer geologischen Konferenz in den 80er Jahren in Rußland Fleisch eines Mammuts welches einige Tausend Jahre im Dauerfrostboden der Tundra konserviert war verkostet wurde. Außerdem laufen in Rußland und Kanada angeblich Versuche ein Mammut zu klonen, und angeblich scheitert der Versuch nur daran das kein ausreichend großes Muttertier existiert welches das Mammut austrägt, selbst afrikanische Elefanten sind zu klein.

Achtung, es handelt sich hier nicht um einen Aprilscherz ;D

Gruß Geomueller, der sich mal zu den Totetieresammlern verirrt hat :D

Offline Saccharomyces

  • ***
  • Beiträge: 261
  • Wer suchet der findet....ab und zu zumindest ;-)
Ja das mit dem Mammut hab ich auch schonmal gelesen. Das waren ja auch ganz andere Bedingungen. Das war ja eingefrohren und auch keine Mio jahre alt.  Aber mit dem Klonen werden die wenig erfolg haben. Selbst wenn sie das komplette Genom eines Mammut haben können sie, mal agesehen von dem Problem der Austragung, kein Mammut erzeugen so wie es ursprünglich mal war. Das hat man ja an Dolly gesehen. Das Schaf hat nicht sehr lange gelebt weil die DNA schon "alt" war, sprich die DNA Enden verkürzt, was an sich ein natürlicher Vorgang ist. Wenn man nun DNA eines Erwachsenen Mammuts nimmt um ein neues zu Klonen steht man vor den selben Problemen.
Ich halte diesen diesen ganzen Klonkram sowieso für total überflüßig. Was bringts uns wenn wir wieder nen Mammut haben oder wenn wir Schafe klonen? Manche Wissenschaftler haben anscheinend zuviel Zeit  :P

BJ

Offline der Sauerländer

  • ******
  • Beiträge: 1.411
  • no risk....no fun
Hi

Einfach abhaken, die Information :-X

Bis vor wenigen Wochen hat ein reicher Aussie versucht, mit allen Mitteln den Tasmanischen Tiger (Tasmanian Wolf) wieder hinzuklonen.
Und obwohl der DNA-Lieferant erst 60 Jahre tot ist und in Allohol (hicks...) eingelegt war, haben die Spezialisten aufgegeben.

Vielleicht sollte ich an einigen Tagen weniger trinken, dann klappt das wenigsten in 160 Jahren mit meiner DNA :D ;D ;D ;D ::)

hicks...

Offline mkannenberg

  • ***
  • Beiträge: 476
wieso abhaken?

woran ist es denn beim tasmanischen teufel gescheitert? hat der alkohol die dna zerstört?
und dolly hat glaub ich auch einige jahre gelebt und heute kannste sogar deine katze für 50000 USD klonen.

marco

Offline Saccharomyces

  • ***
  • Beiträge: 261
  • Wer suchet der findet....ab und zu zumindest ;-)
Also mit dem Alkohol ist das so ne Sache. Da DNA in Alkohol unlöslich ist fällt sie aus. Und Strahlung und Hitze erledigen den Rest. Im lebenden Organismus wird die DNA ebefalls täglich angegriffen, aber durch die körpereigenen Reparaturenzyme wieder gleich geflickt. Man muss halt Glück haben, dass man intakte DNA findet. Und die zu erkennen ist auch nicht leicht, weil optisch sieht man nicht unbedingt kleine aber durchaus gravierende Schäden. Das merkt man dann erst wenn bei Klonexperimenten kein Embryo wächst oder dieser aufgrund von Mutationen nach einigen Tagen abstirbt.
Zu Dolly sei gesagt das das Schaf nur halb so alt wurde wie es eigentlich hätte werden können. Man hat frühzeitig festgestellt, dass Dollys Zellen schon in ihrem 2. Lebensjahr so alt aussahen wie die eines weitaus älteren schafes. Ich weiß nicht in wiefern diese Tatsache auch noch die Fruchtbarkeit beeinträchtigt, sprich ob sich Dolly hätte vermehren können. Ich tippe ehr darauf das sie steril war. Das ganze Klonerei in diese Richtung ist für mich ein Weg in eine Sackgasse. Wer will denn schon das irgendwann mal ne Kopie von einem selbst rumläuft  ;D

Offline Godot

  • ***
  • Beiträge: 153
  • stoned
Hallo,

zunächst: Die Sache mit dem Thylacinen, also dem Beutelwolf ist nicht am Alter gescheitert, sondern daran, daß der Embryo, dem sie die DNA entnommen haben, vermutlich doch mit Formalin behandelt wurde oder irgendwann einmal in fomalinkontaminiertem Alkohol gelegen hat.

Ich selbst habe schon DNA aus wesentlich älteren Belegexemplaren aus Museen extrahieren und zumindest abschnittsweise sequenzieren können. Hier lag das Alter bis etwa 100 Jahre, aus einem 190 Jahre alten Tier haben wir immerhin noch Basensequenzen von bis zu 34 Basen heraus bekommen.
Das führt zwar nicht dazu, daß man so ein Tier klonen kann, auch nicht dazu, daß man etwas über spezifische Physiologie aussagen kann. Aber es führt dazu, daß man anhand einer bestimmten Sequenz möglicherweise verwandtschaftliche Beziehungen erkennen und zumindest graduell einordnen kann.

Generell ist so etwas für eventuelle Dino DNA wesentlich wahrscheinlicher als das Klonen eines ganzen Organismus.

Zum Alter von Klontieren:
Durch die Enden der Chromosomen, die "Telomere" ist das Alter einer Zelle bestimmt. Embryonale Zellen haben sehr lange Telomere, bei jeder Zellteilung verkürzen sie sich durch methodische Fehler der DNA-Verdoppelungsenzyme um ein kleines Stückchen. Dieses Verkürzen bzw. die Länge der Telomere bestimmt das genetische Alter einer Zelle und offensichtlich auch das des Organismusses.
Wenn ich nun eine Zelle von einem 5 Jahre alten Tier nehme und daraus nach der "Dolly-Methode" einen Embryo herstelle, diesen "ausbrüte" und daraus ein Tier heranwachsen lasse, bekomme ich folgendes:
- ein heranwachsendes Jungtier, das aus Zellen eines erwachsenen Tieres besteht
- später ein erwachsenes Tier, dessen organismisches Alter (also die Zahl der Lebensjahre) mit dem zellulären Alter nicht übereinstimmt und das schneller alt wird.
- letztendlich wird ein Klon eines Tieres theoretisch genau so alt wie das Spendertier, wenn man unterschiedliche Umwelteinflüsse und letztendlich auch den Faktor Zufall außer Acht lässt.

schöne Grüße

Tobias

der der Dinge harrt, die da veröffentlicht werden mögen

Offline der Sauerländer

  • ******
  • Beiträge: 1.411
  • no risk....no fun
Hi Tobias

Danke für die Richtigstellung meines leicht humorvollen Beitrages. Sorry, Marco.

Unter dem Strich verstehe ich das so, dass der Dino-Wunsch Kinderlos bleiben wird....oder?

Wilhelm

Offline Saccharomyces

  • ***
  • Beiträge: 261
  • Wer suchet der findet....ab und zu zumindest ;-)
So um der vollständigkeit halber sei noch hinzgefügt, das es ein wunderbares Enzym namens Telomerase gibt welche die verkürzen Enden der Chromosomen (Telomere) wieder verlängert. Dieses Enzym ist in z.B in Stammzellen aktiv. Weil wenn wir diesen Gedanken weiter spinnen wäre es ja am Ende so, das unsere Chromosomen, nachdem wir sie an unsere Kinder weiter gegeben haben und die an deren Kinder, bis auf ein Minimum schrumpfen nach 1000x Zellteilung. Telomere und Telomerase sind ein sehr interessantes Thema im Bezug auf Altern und "das unendliche Leben", finde ich zumindest  ;D.

@Tobias
Wie habt ihr das denn gemacht das ihr anhand von 34bp Sequenzen phylogenetische Verwandschaftsverhältnisse bestimmt habt. In meinen Augen sind 34 Nukleotiude nicht gerade sehr viel, vielleicht machts die Masse ja auch. Wenn du mir mehr dazu berichten könntest, es würde mich interessieren. Genetik ist ein Gebiet mit dem ich mich schon recht viel in meinem Studium befasst habe und was mich sehr interessiert  ;D

BJ
« Letzte Änderung: 01 Apr 05, 21:04 von Saccharomyces »

Offline Godot

  • ***
  • Beiträge: 153
  • stoned
Hallo BJ,

wir haben bei Fischen einer Gattung einen Mikrosatelittenflanker sequenziert und damit dann versucht, Verwandtschaftsbeziehungen herauszufinden. Wir hatten (bis auf das uralt-Exemplar) eine gemeinsame Länge von 474 bp erreicht, also ein klein wenig mehr als oben angegeben.

Die Arbeit ist noch nicht veröffentlicht, deswegen kann ich dazu noch nicht viel sagen.

schöne Grüße

Tobias

Offline Profipräp

  • ***
  • Beiträge: 80
Hallo ihr alle,
da lob ich mir meinen natürlichen Klon: ich habe eine eineiige Zwillingsschwester. Wer meint, durch Klonen genau dasselbe Tier/Mensch zu kriegen liegt falsch. Eineiige Zwillinge sind zwar bei genau identischen Erbanlagen sehr ähnlich (aber eben nur sehr ähnlich, nicht genau gleich!), können auch unabhängig voneinander die gleichen Marotten entwickeln und haben den gleichen Geschmack, der gleiche Mensch ist das aber noch lange nicht. Außerdem wäre die Umwelt, in der ein Klon aufwächst um einiges anders, als die Bedingungen bei der eigenen Kindheit. Meine Schwester und ich waren bis 23 Jahre immer zusammen, dann haben sich unsere Wege wegen dem Beruf getrennt und wir wohnen jetzt 400 km entfernt, sehen uns also selten. Bis dahin sahen wir uns auch sehr ähnlich. Heute sehen wir uns immer noch ähnlich, aber nicht mehr so sehr zum Verwechseln wie früher. Auch charakterlich können sich Unterschiede entwickeln. Die unterschiedliche Umwelt spielt eben auch eine Rolle. Wer also seine Katze klonen läßt, hat nicht genau das gleiche Tier, weder äußerlich noch sonst wie. Wen das Thema interessiert: schaut mal in die vergleichende Zwillingsforschung rein.
Gruß
Birgit

Offline Zuercherella

  • ***
  • Beiträge: 175
Hallo zusammen,

soweit ich weiß, geht es bei den gut erhaltenen Zellen um Mumifizierung, da ist einiges denkbar. Ausschließen würde ich das ganze nicht, dafür entwickelt die Wissenschaft einfach zu schnell neue Methoden. Vom Klonen halte ich desbezüglich allerdings gar nichts. Was tot ist, sollte auch tot bleiben. Zitat von Herrn Schwarzenegger zu einem toten Klon: "An Deiner Stelle würde ich tot bleiben!"

Michael

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge