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Autor Thema: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz  (Gelesen 6818 mal)

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Offline Ulrich

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Bei den beiden Mineralien auf der kleinen Stufe von der Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz habe ich etwas Schwierigkeiten bei der Bestimmung. Vielleicht kann jemand helfen.

Im oberen Bild ist ein schwärzlich blaues Mineral zu sehen, der Strich ist hellblau, fast weiß, es lässt sich mit einem Kupferdraht ritzen aber nicht mit dem Fingernagel, mit Salzsäure habe ich keine deutliche Reaktion festgestellt.

Im unteren Bild ist ein braunes (violett?) metallisch glänzendes Mineral zu sehen, der Strich ist nach meinem Farbempfinden nur schwarz, der Kratzer stammt von meinem Taschenmesser.

Nach der Mineralbestimmung nach Eigenschaften für diesen Fundort ist das Azurit und Chalkopyrit, ich fühle mich dabei aber nicht sicher.

Offline Harzsammler

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #1 am: 26 Sep 15, 13:31 »
Hallo,

im dort vorkommenden zersetzten Diabas treten hin und wieder solche blaugrauen manchmal auch grünlichen Partien auf wie sie auf dem oberen Bild zu sehen sind. Ich würde sagen dass das Talk oder Chlorit ist. Jedenfalls kein Azurit.

Grüße,
Michael

Offline Ulrich

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #2 am: 26 Sep 15, 18:40 »
Hallo,
Danke für die Antwort. Für Talk, Mohs Härte 1, scheint mir das Mineral zu hart. Bei Chlorit werde ich weitersuchen.
Die beiden fotografierten Minerale sind auf der kleinen gleichen Stufe dicht beieinander, vielleicht kann das helfen.

Offline giantcrystal

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #3 am: 28 Sep 15, 13:20 »
Hallo

Ich tippe mal auf Linaritkrusten, teilweise faserartig auskristallisiert

Glück Auf

Thomas

Ulrich Klaffehn

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #4 am: 28 Sep 15, 15:11 »
Hallo,

Ich habe ein kleines Stück des blauen Minerals 24 h in verdünnte Salzsäure gelegt, aber keine Reaktion festgestellt. Auch an der Farbe und Strichfarbe konnte ich keine Veränderungen feststellen.
Ich habe dann versucht das Bruchstück vor meiner Lötlampe zu schmelzen. Das ist nicht gelungen, es war glühend ist aber nicht geschmolzen. Die Strichfarbe hat sich zu grauweiß verändert.

Ich denke damit muss ich die bisherigen Vorschläge ausschließen.

Dennoch vielen Dank
Ulrich

 

Offline giantcrystal

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #5 am: 30 Sep 15, 13:48 »
Versuch es doch noch einmal (vorsichtig !) mit heißer Salzsäure, z.b. ein Stückchen in einem Reagenzglas in etwas Salzsäure eintauchen und dann das ganze mit Kerzenflamme erhitzen

Wenn es anfängt nach faulen Eiern zu riechen, ist es ein Sulfid. Könnte zum Beispiel angelaufener Bleiglanz sein.

Glück Auf

Thomas

Offline Ulrich

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #6 am: 30 Sep 15, 18:24 »
Ich habe mein Probestück jetzt in Salzsäure gekocht. Als Reagenzglas habe ich ein Glasröhrchen für Vanilleschoten verwendet. Es hat nicht nach Schwefelwasserstoff gerochen. Das Probestück sieht inzwischen mehr schwarzgrau aus und die Strichfarbe ist grauweiß, vielleicht etwas bräunlich.
Bleiglanz hätte ich wohl vor der Lötlampe auch geschmolzen.
Vielleicht entsteht die blaue Färbung durch Imprägnation mit (wenig) Azurit. Ich werde also ein neues Stück mit Salzsäure kochen und auf die Farbveränderung achten.

Ulrich


Offline cmd.powell

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #7 am: 05 Oct 15, 04:19 »
Moin

Könnte das so was wie Sodalith oder Lazulith sein? Ich weiß im Moment auch nicht, wie die sich gegenüber kochender Salzsäure verhalten und ob nicht wenigstens Sodalith vor dem Lötrohr schmilzt (als Semi-Zeolith wahrscheinlich), aber Azurit und die anderen typischen blauen Sekundärminerale (Linarit etc.) kannst Du streichen, die wären bei dermaßen drastischen Maßnahmen schon lange wech. Ich schätze, das ist irgendwas silikatisches...

Offline Ulrich

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #8 am: 06 Oct 15, 15:03 »
Ich habe jetzt ein neues Probestück des blauen Minerals kurz in Salzsäure gekocht. Die blaue Farbe und der bläulich weiße Strich sind nicht verschwunden. Die zuvor festgestellten Veränderungen sind wohl auf das Glühen zurückzuführen. Sodalith und Lazulith sind m.E. beide zu hart und reagieren beide auf (heiße) Säure.
Könnte das Anhydrit in derber massiger Form mit einem blau färbenden Mineral sein?
Grüße
Ulrich

Offline cmd.powell

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #9 am: 08 Oct 15, 03:59 »
Anhydrit in so dunkelblau? Wäre schon etwas ungewöhnlich. Wie schaut es mit Kunstprodukten aus: Irgendein Kunst- oder Baustoff vielleicht, evtl. ein Glas oder Schlacke !? Auch will ich weiterhin irgendein Silikat nicht ausschließen, es gibt da ja noch einige Kupfersilikate und sicherlich auch noch ein paar weitere, die dunkelblau sein können und die mir ad hoc nicht einfallen. Vielleicht mal die Bestimmungsseite von z.B. Mindat nutzen...

Offline Harzsammler

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #10 am: 08 Oct 15, 16:19 »
für mich ist das ein Rutschharnisch mit Chlorit (Chlorit ist aber ausgeschlossen worden  ;)) aber dann kommen ja noch die Mineralien der Serpentin- und Amphibolgruppe in Frage. Im Gabbrosteinbruch und im Steinbruch Huneberg kann man so etwas teils massenhaft finden.

Grüße,
Michael

Offline Ulrich

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #11 am: 09 Oct 15, 19:07 »
Hallo,
Rutschharnisch gefällt mir schon gut. Vor allem die Streifen auf dem braunen Mineral können gut Spuren einer solchen Rutschung sein. Auf dem blauen Teil sind sie auch zu erkennen.
Zur Chlorit Gruppe habe ich im "Lexikon der Minerale" gefunden dass sie sich vor der Lampe aufblähen und zu einer gelben Perle schmelzen. Allerdings gibt es bei den einzelnen dort aufgeführten Mitgliedern der Gruppe andere Angaben: Klinochlor und Pennin blättern auf aber schmelzen nicht, Chamosit und Thuringit schmelzen zu schwarzem magnetischen Glas, Pyrochlor färbt die Flamme grün schmilzt aber nur schwer. Allerdings sind nur für Klinochlor auch blaue Farbtöne angegeben. Damit kann ich "Chlorit" nicht mehr ausschließen. Klinochlor lässt sich mit Schwefelsäure zersetzen, das werde ich testen.
Beigefügt ist noch eine Totalaufnahme der kleinen Stufe (ca. 35 x 15 x 20 mm).

Offline Harzsammler

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #12 am: 09 Oct 15, 20:33 »
Hallo Ulrich,

hier habe ich mal ein Bild von dem blau/grauen Mineral welches ich aus blasenreichen zersetzten Diabas von der Fundstelle kenne.
Es füllt meist die Blasen im Diabas aus wobei ich mir nicht sicher bin ob es sich in den Blasen angereichert hat oder ob es sich um zersetzte Bestandteile des Diabas handelt. Bei meinem letzten Besuch habe ich viel von dem Material gesehen aber nicht mitgenommen - dieses Stück das ich wegen der Mimetesit-XX in den Blasen mitgenommen habe zeigt auf 12 Uhr und auf 9 Uhr was ich meine. Was Härte, Farbe und Strichfarbe angeht deckt es sich mit deiner Beschreibung.

Außerdem noch ein Bild von einem blau/grauen Mineral aus dem Gabbrosteinbruch. Hierbei handelt es sich um eine gealterte Zwickelfüllung eines Pegmatits die ursprünglich aus grünen Chlorit mit Asbestanteilen bestand.

Grüße,
Michael

Offline Harzsammler

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #13 am: 10 Oct 15, 19:59 »
Hallo,

hier noch einmal das Mineral von Grube Giepenbach - bergfrisch so zu sagen  :)

Das Mineral war in Blasenhohlräumen nicht mehr zu finden, dafür reichlich auf Kluftflächen und als Rissfüllung in dem zersetzten Diabas.

Grüße,
Michael

Offline Ulrich

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Re: kleine Stufe von Grube Gertrud im Giepenbachtal im Harz
« Antwort #14 am: 19 Oct 15, 12:40 »
Hallo Michael,
nach der Behandlung eines Probestücks mit heißer Schwefelsäure hat sich die Strichfarbe in grau, vielleicht etwas bräunlich geändert und das Stück ist sehr mürbe geworden. Bei der Herstellung des Strichs ist es auf der Strichtafel zerbröselt.
Nach einer Behandlung mit Salpetersäure habe ich keine Veränderungen festgestellt.
Wenn es ein Verwitterungsprodukt des Diabas ist bleiben auch noch Tonminerale, die sind allerdings meist nicht so hart.
Für eine richtige Analyse scheint mir das Stück aber nicht wertvoll genug.
Falls ich doch noch die richtige Idee habe, melde ich mich.
Danke
Ulrich

 

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