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Wie heißt mein Stein? / Kalkstein
Geomaxx:
Hi Luc,
Georg Bode und das felsenmammut gaben ja schon erste Hinweise auf Euer Fundstück.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei Eurem Gestein um einen
Kieselkalk, wahrscheinlich aus der Formation "Helvetischer Kieselkalk" (das Helvetikum ist eines der Deckensysteme am Nordrand der Kalkalpen, in dem überwiegend Sedimentablagerungen aus der Kreidezeit und dem Alttertiär vorkommen).
Für den Helvetischen Kieselkalk ist charakteristisch eine Bänderung kieselsäurearmer, kalkreicher Lagen (helle Lagen) mit kieselsäurereichen Lagen ("Hornstein" oder "Chert", dunklere Lagen), die demzufolge auch unterschiedlich stark verwittern. Die Hornstein-Bildung in Kalkgesteinen lässt sich durch eine Verdrängung von Kalk durch Siliziumdioxid erklären. Zudem wurde das Gestein während der Gebirgsbildung der Alpen verfaltet und von Rissen durchsetzt. Entlang dieser feinen Risse können die Verwitterungslösungen ebenfalls angreifen. So kann das gitterartige Verwitterungsmuster erklärt werden.
Diese Kieselkalke stehen auch in den Bergen westlich von Oberstdorf an und landen z.B. als Gerölle in der Breitach oder in den zahlreichen Gletscherablagerungen der Gegend.
Grüßle und Glück Auf!
GEOMAXX
noch a paar links:
http://www.strati.ch/de/tectonic/hel/helo
guckstu dann unter "Helvetischer Kieselkalk"
https://www.newikis.com/de/wiki/Kieselkalk
Luc:
Hallo, guten Abend zusammen,
jetzt schreibe ich Ihnen als Papa von Luc. Erstmal herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Erklärungen und Antworten. Auch Luc ist sehr interessiert und freut sich auf jeden neuen Kommentar. Den Essig-Test konnten wir noch nicht versuchen. Abends fehlt da etwas die Zeit, das haben wir uns fürs Wochenende vorgenommen. Werde dann berichten...
Die letzte Erklärung von Geomaxx fand ich auch sehr spannend. Kann es wirklich sein, dass auf natürliche Art und Weise die Verwitterungen derart geradlinig entstehen? Ich hatte schon überlegt, ob sich der Stein über sehr lange Zeit in einem Netz verfangen hatte.... Allerdings weiß ich nicht, ob´s vor so langer Zeit schon solche (stabilen) Netze gab...
Vielen Dank nochmals für die vielen Antworten. Werde demnächst mal mit Luc auch die empfohlenen Webseiten durchstöbern.
Viele Grüße zurück!
Papa von Luc
Luc:
Hallo,
mein Papa und ich haben den Essigtest gemacht. Zuerst haben wir einen Splitter des Steins in Wasser gelegt und danach in Essig. Im Wasser kamen ein paar wenige Luftblasen raus. Als wir den Stein dann in Essig gelegt haben, kamen ganz ganz viele kleine Bläschen. Könnte das bedeuten, dass es dann Karbonatgestein ist? Oder doch vielleicht der Feuerstein? Das ist ganz schön schwierig....
Viele Grüße, Luc
michaelh:
--- Zitat von: Luc am 22 Oct 15, 21:24 ---
Ich hatte schon überlegt, ob sich der Stein über sehr lange Zeit in einem Netz verfangen hatte.... Allerdings weiß ich nicht, ob´s vor so langer Zeit schon solche (stabilen) Netze gab...
--- Ende Zitat ---
Der Gedanke mit den Netzen ist witzig aber komplett auszuschließen.
Die Ergebnisse des Essigtestssprechen für ein Kalkgestein
Grüße Michael
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