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Autor Thema: Elektrolytische Präparation  (Gelesen 2275 mal)

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Offline Nathan

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Elektrolytische Präparation
« am: 22 Oct 15, 23:19 »
Hallo,

da ich einige Erzstufen aus Schlema/Schneeberg bekommen habe und ich mich gerade mit der Reinigung und Präparation beschäftige, habe ich mal im Duthaler nachgelesen und folgendes zur Präparation von Erzstufen gefunden:

"Auf ähnliche Weise und durch geschickte Wahl der Reaktionsbedingungen lassen sich auch die weniger beständigen Mineralphasen einer Kobalt-Nickel-Arsen Paragenese selektiv oxidieren und damit auflösen. Die Oxidationsempfindlichkeit nimmt dabei mit dem Arsengehalt zu und ist sekundär auch vom Kobalt-, Nickel, Eisen- und Schwefelgehalt abhängig. Demzufolge ist Nickelin (NiAs) stabiler als Safflorit (CoAs2), Rammelsbergit (NiAs2) und Löllingit (FeAs2). Am leichtesten werden Skutterudit (CoAs3) und Chloanthit (NiAs3) oxidiert. In diesem Fall wird elektrolytisch oxidiert. Die Stufe wird als Anode (+) geschaltet und der neutralen Lösung, die leitfähig sein muß (Elektrolyt) werden Komplexbildner und Inhibitoren zugesetzt. So können Nickelin-Stufen von Pöhla (Sächsisches Erzgebirge) bei einer Stromdichte von 0.5 A/dm2 selektiv von Skutterudit, Chloanthit und Rammelsbergit befreit werden. Zuvor muß eine ZnS-Phase (Zinkblende/Wurtzit) in konzentrierter Salzsäure aufgelöst werden, ein risikoreiches Unterfangen, bei dem Arsenwasserstoff (?!) entweichen könnte. Auf analoge Weise konnten auch Wismutkristalle von Pöhla/Sachsen freigelegt werden (KOLESAR 1996a)."
(Mineralien reinigen, präparieren und aufbewahren; Rudolf Duthaler/ Stefan Weiß; Christian Weise Verlag; München; 2008)

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit dieser mir bisher unbekannten und interessanten Methodik? Was sollte man beachten?

Gruß
Philipp
« Letzte Änderung: 22 Oct 15, 23:42 von Nathan »

Offline carsten slotta

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Re: Elektrolytische Präparation
« Antwort #1 am: 23 Oct 15, 01:14 »
Hallo Philipp,

diese Präp-Methode sollte wohl den absoluten Experten vorbehalten bleiben, wegen der möglichen Gefahren, die damit einhergehen können.

Man kann z.B. damit sehr schön selektiv ged. Wismut, oder auch Nickelin aus Kobaltelarseniden herauslösen. Ein Meister dieser Technik ist

Dr. Peter Kolesar aus Pribram, der solche Arbeiten für Sammler relativ kostengünstig durchführt. Ah sorry, ich sehe grade, dass er auch im

Literaturzitat steht. Am besten du wendest dich mal an ihn, er ist auch Aussteller auf den Münchner Mineralientagen.

Viele Grüße

Carsten



Offline ger steinn

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Re: Elektrolytische Präparation
« Antwort #2 am: 23 Oct 15, 12:15 »
Ich schließe mich Carsten an. Das gehört in die Hände von Profis mit der notwendigen Fachkenntnis und ins Chemielabor. Mit Arsenverbindungen ist nicht zu spaßen. Ich kenne Geschichten, da wurden ganze Kuhherden ausradiert, weil die Arsenabwässer nach Pöhla-Silber-Präparation 5km weiter flußaufwärts in den Bach gekippt worden. ("The Solution of pollution is dillution"  geht halt bei starken Giften nicht immer auf.)
Ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet Präpartion ist Tilo Pönitz/Freiberg, der das seit Jahren professionell + zu fairen Preisen betreibt. Ist dir auf Börsen im Erzgebirge hinterm Stand sicher auch schon übern Weg gelaufen. http://www.mineralienwerkstatt.de/

Offline cmd.powell

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Re: Elektrolytische Präparation
« Antwort #3 am: 26 Oct 15, 21:07 »
Moin

Klingt ja echt spannend, diese Beschreibung. Obwohl ich das Buch auch habe, kenne ich diese Reinigungsmethode nicht (ich lese allerdings auch nur die Bereiche, die von aktuellem Interesse sind). Leider kann ich daher auch nichts weiter zu der Methode sage, allerdings - sofern Du über die nötige Ausrüstung verfügst - würde ich Dir eher Mut zusprechen und sagen: Probiere es einfach mal an einem weniger guten Stück aus. Die meisten Anleitungen aus dem Buch sind ja recht ausführlich und auf mögliche Gefahren wird auch ausreichend hingewiesen. Die anfallenden Lösungen sollen aber aufgefangen und fachgerecht Entsorgt werden, da sie wegen dem As-Gehalt sicher nicht ganz unbedenklich sind.
Solltest Du aber nur in der heimischen Küche mit "Töpfen und Pfannen" hantieren, solltest Du es besser lassen oder alternativ zunächst in eine adäquate Ausrüstung investieren!

P.S.: Profi oder Experte wird man nur, wenn man auch etwas macht bzw. probiert! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen...