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Für den Erhalt des privaten Sammelns! - Faktensammlung
woelsendorfer:
Hallo,
zur Info. Im
Radiosender Bayern 1 - Bayernmagazin - zwischen 17:05 Uhr und 19 Uhr
kommt das Thema heute zur Sprache. Es geht u.a. um die Versteinerung "Drama der Urzeit" (es handelt sich um eine Steinplatte auf der ein Raubfisch zu sehen ist, der gerade einen Flugsaurier erlegt hat und dann selbst zu Tode kam) aus dem Solnhofener Museum, welches vom Eigentümer für eine Ausstellung in die Vereinigten Staaten ausgeliehen wurde und wegen des geplanten Gesetzes dann nicht mehr zurückkommen wird.
Netten Gruß
Micha
Soenke:
Hi,
zum von Micha angesprochenen Thema gibt es jetzt in der Mediathek der BR einen zirka zweiminütigen neuen Bericht vom 22.1.2016 unter dem Titel "Kulturgüter auf der Flucht - Bayerns Museen verlieren":
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/abendschau/kulturgueter-museen-solnhofen-100.html#&time=
Viele Grüße
Sönke
Soenke:
Hallo zusammen,
das Kulturgutschutzgesetz liegt jetzt dem Deutschen Bundestag zur Beratung vor. Die Bundesregierung hat zur Stellungnahme des Bundesrats noch eine Gegenäußerung verfasst, siehe hier unten: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/074/1807456.pdf
Daraus ergibt sich:
Es gibt keine Einigung in der Finanzierungsfrage, keine abschließende Einigung im Kompetenzkonflikt. Zu § 30: die Bundesregierung hält die von den Ländern vorgeschlagene Datenbank zur Überprüfung von Einfuhren für unnötig, schließlich gebe es ein Infoportal zum Kulturgutschutz online. Ein Vermittlungsausschuss erscheint damit immer wahrscheinlicher zu werden.
Es kann sich lohnen, nun die regionalen Abgeordneten nochmals zum Gespräch zu bitten, denn jetzt haben sie das Gesetz "auf dem Tisch".
Viele Grüße
Sönke
dorypterus:
Hallo Freunde,
habe letzte Woche von meinem Bundestagsabgeordneten, Post zum Thema bekommen und in kürze ein persönliches Gespräch mit ihm.
Habe ihn vor etwa 5 Wochen in der Öffentlichkeit darauf angesprochen und klar dargestellt das es mit dem Gesetzentwurf riesige Probleme geben wird und ihn damit auf dem kalten Fuss erwischt, nun hat er reagiert und meint, das es mich nicht betreffen würde. hier gehts aber nicht um mich, sondern um das Ganze ! Hier gehts darum, das dem Bürger, bzw. Sammler in seinen freiheitlichen bürgerlichen Rechten extrem eingeengt werden soll und viele bürgerliche Rechte verlieren wird.
Leider werden Fakten erst hinterher geprüft, was bedeutet, es weiss noch niemand ob er enteignet wird oder nicht.
Für mich ist das keine Demokratie !!!
Also Freunde, weiter für unser Recht kämpfen !!
Den Teil aus dem "Hintergrundpapier zur Paläontologie " solltet ihr mal lesen.
Meines erachtens, trifft das auf fast alle Fundorte in Deutschland zu. Bedeutet, ein Stein vom Fundort ist egal, eine Sammlung wäre im Zusammenhang der Komplettheit von der Fundstelle eine wissenschaftlich bedeutende Seltenheit, könnte somit als wichtig erachtet werden und zum Kulturgut werden. Also Vater Staat meldet sein Vorrecht an und alles ist weg.
Zu DDR Zeiten ging das auch so und das war ja wohl nicht richtig!!!
Grüsse Matze
agatefreak:
Hallo Sammlergemeinde,
schauen wir dochmal in die Zukunft. Sollte dieses Gesetz in seiner jetzigen schriftlichen Form von unseren Volksvertretern (MdB`s) abgenickt werden wären nicht nur private Sammlungen durch Beschlagnahmung und Enteignung bedroht. Es wird wohl nicht nur einzelne Stücke betreffen. Es muss natürlich ein gewaltiger Verwaltungsapperat aufgebaut werden. Allein beim Zoll müssen wohl hunderte Mitarbeiter eingestellt werden. Die müssen natürlich auch fachlich über mehrere Jahre ausgebildet werden. Dies ist nur ein kleines Puzzlesteinchen von dem was dann sich noch entwickeln wird. Eins ist aber schon jetzt sicher - es kostet Geld um solch ein System zu betreiben. Wer es in Zukunft bezahlen muss ist auch schon klar - der Steuerzahler. Berechnungen hierfür sind im Kultusministerium schon in Arbeit.
Aber es betrifft nicht nur die Sammler auch Händler von Mineralien, Fossilien und Edelsteinen die mit diesen und anderen "Kulturgütern" handeln fallen erstmal unter Generalverdacht und müssen alles was sie verkaufen mit Dokumenten belegen. Diesen Aufwand kann kein Händler und auch kein Sammler bewältigen auch wenn er dafür einen riesigen Stab an Mitarbeitern dafür beschäftigen müsste. Wenn man dieses Szenario weiter denkt, fallen dann natürlich auch alle Börsen und Messen weg. Keine Händler bedeutet automatisch auch keine Grundlage für eine Messe. Auch das Angebot im Internet würde einbrechen. Ein Sammler der immer befürchten muss dass ihm seine Sammlerstücke vom Staat beschlagnahmt werden kann kauft doch kein Stück mehr. Museen egal ob private oder komunale sind dann automatisch staatliche Museen. Die Verwaltung in den Museen wird durch die neue Dokumentation der Ausstellungsstücke gewaltig aufgebläht und die wenigen Mitarbeiter können dies nicht bewältigen. Fazit: viele Museen müssen schließen. Deutschland wird in Zukunft jedenfalls kulturell ärmer. Museen und Sammler können ihre Sammlungen somit nicht mehr mit Neuzugängen bestücken. Gewinner sind dann andere Staaten die solche Gesetze nicht kennen. Fazit: armes Deutschland.
Viele Grüße in die Runde
Peter
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