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Autor Thema: Mineralienfälschungen  (Gelesen 26074 mal)

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Offline Collector

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #30 am: 19 Nov 04, 17:14 »
Hallo Uwe

eine wunderschöne Idee - Etiketten einrahmen. Muss ich kopieren !

Fiel mir übrigens noch ein : ( wie die Frankfurter sagen " Ufpasse ! ")

Besondere Vorsicht bei Etiketten mit adligen Wappen, besonders in Farbe ! Die Amis lieben sowas ganz doll, besonders, wenn dann noch eine Stufe aus Ehrenfriedersdorf dazugehört.


Im übrigen gibts Leute, die mit Eisengallustinte, altem Papier und einer alten Oma ( die noch Sütterlin-schrift beherrscht ) Etiketten erzeugen, die dann 1-2 Stunden unter eine moderate Glühbirne legen,  um dann ganz hervorragende Etiketten zu zaubern, die selbst der Fachmann nicht vom Original unterscheiden kann !
Ich bin immer noch stinkig sauer, dass ich auf sowas reingefallen bin, hat mich Geld gekostet und viel Ärger eingebracht.
In diesem Sinne - aber leider sind das verkaufsfördernde Mittel (sales promotion ).
gruss
collector


Offline der Sauerländer

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #31 am: 19 Nov 04, 18:07 »
Männer von Flake ::)

Na, dann seht ihr das ja genau so wie ich.
Von daher lass ich mir IMMER aufschreiben, woher das Teil stammt. Is natürlich auch keine Garantie bei Stücken aus irgendeiner Provinz im wilden Kurdistan :-[    Von China ganz zu schweigen.
Aber wenn mich Einer mit "Sauerländern" vernatzen will, da hat er ganz schlechte Karten.
Beim nächsten Versuch werde ich den Typen nennen.

Gruß aus dem verschneiten Sauerland

Offline McSchuerf

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #32 am: 19 Nov 04, 18:45 »
..jedenfalls stammen die meisten falschen Fundortangaben seit einiger Zeit doch schon hauptsächlich aus China..da stimmt ja z.T. nicht mal  die Provinz Hunan z.B. ..da braucht man nur mal in die Lapis zu schauen.. ...jeden Monat wird eine neue Fundorts-Fälschungs-Schweinerei der chinesischen Händler aufgedeckt..da stimmt doch überhaupt kein Fundort, bin ich der Meinung.. >:( :(..daher schreibe ich neuerdings auf jedes Etikett mit chinesischem Fundort ein Fragezeichen dahinter..!!!

Und kaum ein Chinese weiß überhaupt, was er da verkauft..lauter Rätsel und wenn man die anspricht schütteln die nur den Kopf und verstehen kein deutsch! Fast ohne Ausnahme!

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 19 Nov 04, 18:47 von McSchuerf »

Offline uwe

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #33 am: 20 Nov 04, 15:13 »
Hallo Peter,

Deine Verärgerung über die Praktiken des Chinesischen Mineralienhandels ist aus europäischer Sicht verständlich. Die Chinesen sehen das jedoch aus Mentalitätsgründen nicht so verbissen. In China wird der Stein an sich bewertet. Und wenn man in diesen Stein (muß nicht mal ein Mineral sein) noch etwas hineindeuten kann ist es um so besser. Die Steine haben dann auch individuell ganz phantastische Namen.

Möglich, daß es auch Chinesische Sammler gibt, die vergleichbar mit uns, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten sammeln. Wenn ja, sind das recht wenige. In den letzten 15 Jahren war ich (dienstlich) etwa 50 mal in China. Dabei habe ich nur ein einziges mal - in Changsa - einen Mineralienladen westlicher Prägung gesehen. Schön geformte und gefärbte Steine gibt es dagegen auf jedem Provinzflughafen.

Bei dieser Sicht der Dinge kann man nachvollziehen, daß für Chinesen der Fundort absolut unwichtig ist. Ungenaue Fundortangaben werden sicherlich nicht aus Boshaftigkeit gemacht. Die Chinesischen Händler in Europa wissen natürlich wie wichtig für uns der Fundort ist - im inneren könne sie es jedoch sicherlich nicht verstehen. Die Zwischenhändler in China haben dafür jedoch kaum Verständnis und "Hunan" ist immer gut wenn die Langnasen eben unbedingt wissen müssen woher ein Stein stammt. Selbst wenn Hunan stimmen wird, ist das ist so genau als wenn man an eine Stufe schreiben würde: "Fluorit, Deutschland" (in China sind auch die Provinzen riesig). Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die Fundorte eigene Namen haben.

Das ist auch ein Grund, warum ich trotz meiner guten und engen Beziehungen zum Reich der Mitte keine Chinesischen Minerale in meiner Sammlung habe.

Zai Jian
Uwe

Offline wolfilain

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #34 am: 20 Nov 04, 15:17 »
nimm mich mal mit nach china  ;D

Offline Collector

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #35 am: 20 Nov 04, 16:20 »
Hallo Uwe

mir ist die "Steinephilosophie" der Chinesen sehr vertraut; zwar nicht nur aus China, aber auch aus Japan (wo ich ein paar Jahre gelebt habe und ständig hinreise). Auch in Japan sind Form, Farbe und Assoziation zu Formen der Natur wichtiger als der Fundort. In Japan kann ein schönes, abgerolltes Gestein aus einem Gebirgsfluss weit mehr wert sein als die schönste Mineralstufe ! Und keinen kümmerts, woher das Stück stammt.

Nicht ganz einverstanden bin ich mit Deinem Kommentar

.....Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die Fundorte eigene Namen haben.



Da wird der liebe Herr Ottens, der wohl der zur Zeit beste Kenner chinesischer Fundstellen für Sammlermineralien ist, nicht ganz einverstanden sein.
Es gibt sehr wohl ganz exakte Fundstellenangaben ( Gruben / Minen, Steinbrüche, Lagerstätten und deren Geologie, etc. ) Besonders in Hunan !
Ottens schreibt ja sogar darüber und hat ein umfangreiches Bildarchiv der bekanntesten Mineralvorkommen.
Allein die Aufnahmen, die er in den bekannten (sic ! ) Flußspatgruben gemacht hat, sind sehenswert .

Ich kenn auch ne ganze Reihe anderer Dealer und Sammler (Amerikaner, Franzosen, ja selbst Chinesen) die ständig in China unterwegs sind und die Fundstellen direkt aufsuchen und die genauen Namen und Bezeichnungen wissen.
(ein guter Bekannter von mir fliegt praktisch alle 2 Monate nach China, er ist ein wandelndes Adressbuch für chinesische Fundorte).
In China gibts ausserdem sehr verlässliche und sehr detaillierte Informationen (u.a. von der geol. Fakultät der Univ. Beijing) zu aktuellen und zu aufgelassenen Vorkommen

Ich möchte auf keinen Fall in den Verdacht eines Werbemittlers machen - aber hast Du schon das neue extra-dicke Lapis-Sonderheft "China" gelesen ? Auch hier sind Fundorte beschrieben.

Die chinesischen Dealer auf den Börsen - ja, das ist ja nun ein ganz anderes Kapitel. Da gibts nicht nur falsche oder garkeine Fundortangaben, aber auch falsche Doktoren und Etiketten von Phantasie-Museen. Diese Dealer kennen nur eins: " money, money, money " . Ich bezweifle, dass auch nur ein Bruchteil von denen jemals an einem chinesischen Fundort waren, auch wenn man da manchmal Märchen aus 1000 + 1 Nacht hört.

gruss
collector

Offline uwe

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #36 am: 20 Nov 04, 18:31 »
Hi Collector,

interssant Dein Hinweis zu meinem Zitat, welches allerdings wirklich nur auf meinen privaten Eindrücken beruhte.

Die ganze augenblickliche Misere mit den Chinesischen Mineralen wird schon darauf zurückzuführen sein, daß der normale Chinese zwei Haupthobbies hat: Essen und Geldverdienen.

Als' dann
Gruß
Uwe

Offline berthold

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #37 am: 20 Nov 04, 18:47 »
Hallo,

ja, dem könnte man hinzufügen, dass die Chinesen offenbar auch über reiche Ölquellen verfügen, denn fast jede zweite Flußspat-Stufe auf einer großen Börse trieft ja wirklich von Öl.  :'(

Gruß

Berthold
« Letzte Änderung: 24 Nov 04, 20:56 von berthold »

Offline Ralf

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #38 am: 24 Nov 04, 20:42 »
Während mit Tinte " verbesserte " Azurite aus China schon ein alter Hut sind, haben die Brüder nun Aragonit blau eingefärbt und verkaufen ihn als Hemimorphit. Ist beim zweiten mal Hingucken jedoch zu sehen. Wurde in München aber trotzdem rasant gekauft.

Offline Philip Blümner

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #39 am: 25 Nov 04, 09:58 »
CaF2 und ich haben mal auf der Messe in Fürth oder Nürnberg blauen Aragonit
gekauft, jedoch bei einem deutschen Händler. Dieser Aragonit war aus Lavrion.
Jedoch war er auch als Aragonit bezeichnet, nicht als Hemimorphit.
Ich möchte nur zugern wissen, wo die chinesischen Fluorite u.a. von mir alle wirklich
her sind!
Ist die Färbung von Azurit wirklich so nötig?


Offline Ralf

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #40 am: 25 Nov 04, 18:50 »
Das Färben von Mineralien ist aus Sicht der Händler dann notwendig, wenn sie mehr Geld dafür bekommen können. Es ist ebenso notwendig wie zum Kotzen ( tschuldigung ). Beim Tinten wird weniger der Azurit selbst, als vielmehr Teile der Matrix oder bei Schwimmerstufen anhaftende Gesteinsreste, insbesondere in den Zwickeln der Kristalle, gefärbt. So sieht das Ganze schön einheitlich blau aus.
Was Deine Mineralien aus China angeht, so bin ich zwar kein Professor, kenne mich aber mit Chinesischen Stücken einigermaßen aus. Wenn Du Stücke mit Matrix  oder einer markanten Paragenese hast, schick mir mal ein paar Photos. Das eine oder andere Stück lässt sich bestimmt zuordnen.

Offline Philip Blümner

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #41 am: 25 Nov 04, 19:07 »
Hallo ralf!

Ja, ich schau mal, ich mach später mal Fotos. Vielleicht lässt sich da was machen.
Vielen Dank!

Gruß
Philip

Offline Philip Blümner

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #42 am: 26 Nov 04, 18:11 »

Offline der Sauerländer

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #43 am: 26 Nov 04, 22:35 »
Hi Sluggy

Was Fluorit angeht, schau mal unter...: www.peaktopeak.com  nach. Bob`s Fluorit Gallery.

Ob man mit den genannten Fundorten Allerdings was anstellen kann, sei mal dahingestellt 8)


Offline Philip Blümner

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Re: Mineralienfälschungen
« Antwort #44 am: 27 Nov 04, 13:13 »
Danke, Beobachter von Flake!

Ich schau die Seite grad durch.
Hm, Wölsendorf liegt aber net im Schwarzwald....habe ihn mal kundgegeben.