eventuell ist langwellige Röntgenstrahlung zu erwarten, jedoch ganz sicher keine Gamma-Strahlung.
M.W.n unterscheidet man Gamma- und Röntgenstrahlung auch nicht unbedingt nach der Wellenlänge (Energiegehalt), sondern nach dem Ursprung der Strahlung:
Von Gammastrahlung redet man, wenn es sich um Strahlung handelt, die vom Atomkern ausgeht.
Exkurs: Warum entsteht bei Radioaktivität häufig auch Gammastrahlung?
Infolge eines Radioaktiven Zerfalls (Gammastrahlung entsteht dann, wenn nach einer Kernumwandlung -z.B. Alpha- , Nukleonen sich in einen angeregten Zustand befinden, sprich, sich auf ein höheren Energieniveau befinden als normal. Wenn man sich den Atomkern auch als Schalenmodell vorstellt, kann man sich das so vorstellen, daß sich nach der Umwandlung ein (oder mehrere) Nukleonen, auf höheren Bahnen (Energieniveaus) befinden, wenn sie dann wieder in einen niedrigeren Energiezustand zurückfallen, wird die überschüssiger Energie als Elektromagnetische Strahlung ausgesandt (da die Massen -und damit auch die Energien- der Kernbauteilchen wesentlich größer sind, als die der Elektronen, wird bei einer Änderung des Energieniveaus wesentlich höhere Energie abgegeben, somit wird hier sehr harte Strahlung (Gamma) ausgesendet - Statt wie bei den analogen Ereignissen in der Elektronenhülle Licht, UV oder Röntgen).
Die Gamma-Umwandlung folgt meistens praktisch sofort auf die Alpha-, Beta-, oder sonst. Umwandlung (z.B. Spontanspaltung).
Wenn der Kern danach über längere Zeit, mit meßbarer Halbwertszeit, spricht man auch von metastabilen Kernen, in dem angeregten Zustand bleibt, spricht man auch von Kernisomerie, Gekennzeichnet werden solche Isotope durch ein m: z.B. Pa-234m .
Wenn die Strahlung von einen Ereignis herrührt, welche in der Elektronenhülle (z.B. Brensstrahlung) seinen Ursprung hat, spricht man von Röntgenstrahlen.
Es gibt eine Form des Radioaktiven Zerfalls, wo auch Röntgenstrahlung frei wird: Der Elektroneneinfang, wo im Gegensatz zum Beta (Minus)-Zerfall ein Elektron (meistens aus der inneren Schale, der K-Schale, daher wird er auch oft als K-Einfang bezeichnet und mit K abgekürzt), vom Kern eingefangen wird (mit der Folge, daß sich ein Proton in ein Neutron verwandelt und der Kern um eine Ordnungszahl tiefer rutscht), dieses Ereignis ist zwar strahlungslos, aber da die entstandene Lücke durch Elektronen aus höheren Bahnen wieder aufgefüllt wird, und diese dabei Energie abgeben, entsteht meist Röntgenstrahlung, die Strahlung kann aber u.U. auch noch im UV-Bereich liegen.
Da aber hier die Strahlung ihren Ursprung in der Elektronenhülle hat und nicht im Kern, spricht man hier z.B. von Röntgenstrahlung!
Auch K-40 kann neben Beta auch durch diese Art zerfallen.
Wenn man den Ursprung als Kriterium für die Unterscheidung von Röntgen- und Gamma zugrundelegt, überschneiden sich die Röntgen- und Gammaspektren. Daß Gamma aber dennoch meist wesentlich energiereicher ist als Röntgen liegt daran, daß man es im Atomkern mit ganz anderen Massen (und damit auch Energien) zu tun hat als bei den Elektronen.
Viele Grüße,
Markus